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Nur für kurze Zeit gehörte Lüneburg zu den Stationen des Fernbusunternehmens DeinBus.de. Ob die Hansestadt demnächst wieder angefahren wird, ist ungewiss. Foto: nh
Nur für kurze Zeit gehörte Lüneburg zu den Stationen des Fernbusunternehmens DeinBus.de. Ob die Hansestadt demnächst wieder angefahren wird, ist ungewiss. Foto: nh

Boom geht an Lüneburg vorbei

us Lüneburg. Die Fernbusbranche boomt, immer mehr Reisende entscheiden sich für den Bus als günstige Alternative zum eigenen Auto oder zur Bahn. Auf mehr als 230 Linien ist das deutsche Fernbusnetz inzwischen gewachsen, mehr als 30 Anbieter tummeln sich auf dem Markt, der vor knapp zwei Jahren für den freien Wettbewerb geöffnet wurde, wie eine Analyse des Online-Buchungsportals für Fernfahrten, Fahrtenfuchs.de, ergab. Doch an Lüneburg, das erst im Dezember vergangenen Jahres Anschluss an das Fernbusnetz gefunden hat, rauschen die Busse inzwischen wieder vorbei. Das Offenbacher Unternehmen DeinBus.de hat den Betrieb seiner Verbindung Hamburg-Leipzig schon nach wenigen Monaten wieder eingestellt, damit war auch Lüneburg wieder ohne Anschluss.

„Wir hatten Probleme mit einem unserer Kooperationspartner“, sagt Jessica Masik, Pressesprecherin bei DeinBus.de. „Es gab unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die Strecke betrieben werden soll.“ Dass Fernbusanbieter mit regionalen Busreise-Unternehmen kooperieren, sei bis auf wenige Ausnahmen in der Branche üblich, berichtet die Unternehmenssprecherin. Fahrzeuge und Fahrer würden von den Kooperationspartnern gestellt, auch die Betriebssteuerung selbst liege bei den Partnerunternehmen. „Die Fahrzeuge fahren dann mit unseren Farben und unserem Logo.“ Einen neuen Partner zu finden, sei aber nicht einfach, „denn der Markt ist neu, die Risiken tragen beide Seiten.“

Das Fahrgastaufkommen sei jedenfalls nicht Anlass gewesen, die Verbindung einzustellen, versichert Jessica Masik. „Die Auslastung war zufriedenstellend.“ Auch plane das Unternehmen, die Fernbuslinie Hamburg-Leipzig wieder aufzunehmen, sobald ein neuer Kooperationspartner gefunden ist. Wann das geschehen soll, konnte sie nicht sagen: „Wir behalten die Linie weiter im Blick.“

Das machen aber vermutlich die Wettbewerber auch. Nachdem vor allem die Metropolen Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main und München von dem Netzausbau profitierten, geraten nach den mittelgroßen Städten wie Hannover inzwischen auch die ländlichen Regionen stärker in den Fokus der Fernbusunternehmen. „Der Fernbusmarkt passt sich an, um der steigenden Kundennachfrage gerecht zu werden“, erklärt Julian Hauck, Geschäftsführer bei Fahrtenfuchs.de.

Auf die wachsende Zahl an preisgünstigen Fernbusverbindungen hat inzwischen auch die Bahn reagiert. So hatte sie im April als Antwort auf die Konkurrenz auf der Straße eine neue IRE-Verbindung Berlin-Hamburg eingerichtet, die auch die Stationen Lüneburg, Uelzen und Salzwedel bedient. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember kommt jetzt noch eine zweite IRE-Verbindung hinzu, die Lüneburg dann auch morgens direkt mit der Bundeshauptstadt verbindet (LZ berichtete).

Von dem Wettbewerb auf der Straße profitiert daher auch Lüneburg, allerdings vorerst nur auf der Schiene.