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Die Immobilie an der Grapengießerstraße, in der P&C bis zu seinem Umzug an den Marktplatz Mode verkaufte, ist immer wieder Gegenstand von Spekulationen. Mal war von der Kette Zara als Nachmieter die Rede, nun von TK Maxx. Foto: us
Die Immobilie an der Grapengießerstraße, in der P&C bis zu seinem Umzug an den Marktplatz Mode verkaufte, ist immer wieder Gegenstand von Spekulationen. Mal war von der Kette Zara als Nachmieter die Rede, nun von TK Maxx. Foto: us

Modegeschäft will ins alte P&C-Haus

us Lüneburg. Leere Schaufenster, geschlossene Türen, nur über den Eingängen ist noch deutlich der frühere P&C-Schriftzug erkennbar. Der Gebäudekomplex zwischen Grapengießer- und Heiligengeiststraße macht seit Monaten einen trostlosen Eindruck, und das mitten in der Stadt. Im März vergangenen Jahres ist das Bekleidungsunternehmen von hier an seinen neuen Standort am Markt umgezogen, seitdem bemüht sich der Eigentümer, die CitCor Retail Properties IV GmbH, vertreten durch die Acrest Property Group aus Berlin, um einen passenden Nachmieter. Dieser könnte jetzt gefunden sein.

„Wir sind in Verhandlungen mit einem Unternehmen aus der Bekleidungsbranche“, sagt Sarah Verheyen. Den Namen des Unternehmens will die Acrest-Managerin noch nicht nennen, dafür müssten die Verhandlungen erst abgeschlossen sein. So viel aber verrät sie: Es handle sich um einen Einzelhändler, der im Modesegment tätig ist, kein regionales Unternehmen. Spekulationen, dass es sich um das Unternehmen TK Maxx, einen Mode-Anbieter mit nach eigenen Angaben mehr als 60 Filialen in Deutschland und über 2300 Filialen weltweit, handelt, wollte Verheyen nicht bestätigen. „Es gibt viele Gerüchte im Markt.“ Auch von TK Maxx selbst gab es keine Bestätigung. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist uns von einer geplanten Filial-Eröffnung in Lüneburg nichts bekannt“, ließ das deutsche Pressebüro des Unternehmens mitteilen.

Im Gegensatz zu anderen Anbietern dieser Branche sei das Unternehmen, mit dem Acrest jetzt verhandelt, expansiv ausgerichtet, dabei schaue es sich bundesweit nach passenden Immobilien um. „Oft werden fünf bis zehn Mietverträge ­parallel verhandelt, neue Standorte eröffnet. Da kann ein im Vergleich kleiner Standort wie Lüneburg auch schon mal hinten anstehen und in Summe mehr Zeit um Abschluss beanspruchen“, sagt Verheyen.

Oberste Priorität habe Lüneburg für den in Frage kommenden Nachmieter aber auch aus anderen Gründen nicht, weiß die Acrest-Managerin. „In Lüneburg gibt es schon P&C, Karstadt und C&A, das ist für die Größe dieser Stadt recht viel.“ Hinzu komme die Lage in der Hansestadt „die Grapengießerstraße ist leider nicht die Bäckerstraße“ , die durch den Wegzug von P&C zum Marktplatz im Standort-Ranking weiter gesunken sei. Dass die Immobilie unter Denkmalschutz stehe, erschwere die Verhandlungen zusätzlich. Hier habe man aber eine gute Lösung für eine denkmalschutzkonforme Gestaltung der Schaufenster- und Werbeanlagen gefunden, bekräftigt Sarah Verheyen.

Acrest zeigt sich dennoch zuversichtlich, das Unternehmen für Lüneburg gewinnen zu können. Bis zum Start des Umbaus und einem Einzug des Mieters wird es aber noch etwas dauern. Verheyen: „Der aktuelle Zeitplan sieht eine Übergabe der Flächen an den Mieter im Sommer 2015 vor.“

One comment

  1. Man kann der Stadt Lüneburg nur wünschen, dass der Kelch an ihr vorübergeht und „TK Maxx“ sich nicht hier ansiedelt. Die Grapengießerstraße hat durch die Schließung von Geschäften wie Hedemann und Peek & Cloppenburg, Rieckhoff und Popken sowie die Ansiedlung von Geschäften wie der Drogeriemarktkette Müller schon genügend gelitten. Wenn nun auch noch „TK Maxx“ kommt, würde das Niveau der Grapengießerstraße noch weiter heruntergezogen werden.

    Dieses Unternehmen wirbt mit dem Slogan „big labels, small prices“ (frei übersetzt: Ramschladen). Nach eigenen Angaben verfolgt es das „Off Price“-Konzept. Solche Geschäfte sind u. a. durch Selbstbedienung und einen ständigen Wechsel des angebotenen Sortiments gekennzeichnet. Arbeitsplätze würde dieses Unternehmen wohl nicht in nennenswertem Umfang schaffen. Was Lüneburg braucht, sind aber Geschäfte, in denen nicht nur der Preis stimmt, sondern auch der Service und das Ambiente. Schließlich haben Geschäfte wie Hedemann dem „Kaufhaus Lüneburg“ über viele Jahre das Gepräge gegeben, und daran sollte Lüneburg wieder anknüpfen.