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In der Nelly-Sachs-Straße am Bockelsberg steht derzeit eines der drei mobilen Geschwindigkeitsmessgeräte der Stadt Lüneburg. Foto: be
In der Nelly-Sachs-Straße am Bockelsberg steht derzeit eines der drei mobilen Geschwindigkeitsmessgeräte der Stadt Lüneburg. Foto: be

Die Smileys und die Folgen

ahe Lüneburg. Die Nelly-Sachs-Straße im Stadtteil Bockelsberg erweckt mitten im Wohngebiet nicht den Eindruck, eine Rennstrecke für Autofahrer zu sein. Einige Anwohner allerdings haben genau diesen Eindruck. „Wir haben vermehrt Beschwerden von Anliegern bekommen, dass dort zu schnell gefahren werde“, sagt Daniel Steinmeier, Pressesprecher der Stadt Lüneburg. Deshalb haben seine Kollegen aus dem Bereich Ordnung dort nun ein Tempomessgerät aufgestellt. Es zeigt nicht nur den Vorbeifahrenden, wie schnell sie dort unterwegs sind, sondern spreichert die gefahrenen Geschwindigkeiten auch. Das ermöglicht den Fachleuten der Verwaltung später, zu prüfen, ob sich das subjektive Empfinden der klagenden Anwohner mit der Realität deckt.

Die Stadt hat insgesamt sieben solcher Messgeräte, jedes etwa 3000 Euro teuer. Vier sind festinstalliert: Eines steht an der Dahlenburger Landstraße in Höhe der Igelschule, eines auf der leicht abschüssigen und deshalb womöglich zu schnellerem Fahren verleitenden Strecke Bei Mönchsgarten und zwei jeweils eines pro Fahrtrichtung am Ochtmisser Kirchsteig, wo die Senkungsschäden besonders deutlich zu sehen sind und wo die Verwaltung das Tempo deshalb vor Jahren auf 20 km/h gedrosselt hat. Diese vier Geräte sind allerdings nur in der Lage, die jeweilige gefahrene Geschwindgkeit zu messen, anzuzeigen und je nach Verhalten des Fahrers mit einem freundlichen Smiley oder einem enttäuschten Gesicht zu quittieren. Speichern können sie die gemessenen Daten nicht.

Anders ist das bei den drei mobilen Geräten. Sie können messen, anzeigen und speichern. „Wo wir sie aufstellen, hängt im Wesentlichen von zwei Kriterien ab: Entweder sehen wir selbst einen Bedarf, weil wir den Eindruck haben, dass dort schneller gefahren wird als erlaubt, oder es gibt vermehrt Klagen von Bürgern“, erklärt Steinmeier und fügt an: „Dabei reicht es aber nicht aus, dass sich einer mal häufiger beschwert, es müssen schon mehrere sein.“ So sei es am Bockelsberg gewesen, so war es auch, als vor einigen Wochen eine Tafel an der Ecke Rote Straße, Platz Am Sande aufgestellt wurde, wobei der Platz ja eigentlich nur für Taxen, Busse und den Lieferverkehr, nicht aber für den regulären motorisierten Verkehr freigegeben ist. Steinmeier: „Dort hatte es von mehreren Geschäftsleuten Beschwerden gegeben, die den Eindruck hatten, dass dort zu schnell gefahren wird.“ Einige Wochen lang wurden nun gemessen und gespeichert. „Noch haben wir die Daten aber nicht ausgewertet.“

Steinmeier sagt aber allgemein: „Oft zeigen diese Auswertungen auch, dass der Eindruck täuscht und die allermeisten Verkehrsteilnehmer in der jeweiligen Straße vorschriftsmäßig fahren.“ Zumindest in dem Zeitraum, in dem die Messgeräte dort stehen. Sollte sich die Wahrnehmung durch die Messungen hingegen bestätigen, dass oft zu schnell gefahren wird, „stimmen wir uns eng mit der Polizei ab“. Oft messe die dann auch noch einmal in dem Bereich, dann geht es den Fahrern, die den Fuß zu tief auf dem Gaspedal haben, auch ans Portemonnaie.

Die Tempoanzeige an der Nelly-Sachs-Straße steht dort laut Verwaltung noch diese Woche, es ist das einzige mobile Gerät, das aktuell im Einsatz ist. Steinmeier kündigt aber an: „An diesem Montag stellen wir eins in der Bachstraße auf, auch dort gab es Klagen mehrerer Anwohner.“