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Dachziegel liegen nach dem Feuer im Imbiss am Handwerkerplatz am Boden. Heute geht die Polizei mit einem Elektro-Experten erneut auf Spurensuche. Foto: ca
Dachziegel liegen nach dem Feuer im Imbiss am Handwerkerplatz am Boden. Heute geht die Polizei mit einem Elektro-Experten erneut auf Spurensuche. Foto: ca

Imbiss-Brand gibt Rätsel auf

ca Lüneburg. Was steckt hinter dem Feuer am Handwerkerplatz? War es ein Anschlag? Ging es um Schutzgeld oder hat das Ganze gar einen politischen Hintergrund? Denn die Betreiber des Schnellrestaurants, das in der Nacht zu Sonntag in Flammen stand, stammen aus dem vom Bürgerkrieg geschüttelten Syrien. Viele Spekulationen, von denen auch die Polizei gehört hat, doch Sprecherin Antje Freudenberg gibt sich zurückhaltend: „Es gibt kein Bekennerschreiben oder Hinweise in diese Richtung.“ Auch die Imbissbetreiber erklären auf Nachfrage: „Wir sind nicht bedroht worden.“

Ermittler halten Brandstiftung zwar für wahrscheinlich, ganz sicher sind sie sich aber noch nicht. Foto: ca
Ermittler halten Brandstiftung zwar für wahrscheinlich, ganz sicher sind sie sich aber noch nicht. Foto: ca

Am Montag haben sich die Brand­ermittler der Kripo vor Ort umgeschaut. Sie halten zwar eine Brandstiftung auf dem Dach des Imbisses „Damas“ für wahrscheinlich, doch ganz sicher sind sie sich nicht. Daher soll heute ein Elektro-Sachverständiger auf Spurensuche gehen. Da das kleine Haus in der Vergangenheit mehrfach aus- und umgebaut wurde, könne es auch sein, dass Kabel nicht sachgerecht verlegt wurden und daher durchgeschmort seien. Relativ sicher war sich ein Beamter, dass der zunächst angenommene Schaden von rund 40000 Euro wohl deutlich höher ausfallen dürfte.

Die Gastronomen, die in ihrem Laden seit gut einem halben Jahr syrische Spezialitäten anbieten, wissen erst einmal nicht, wie es für sie weitergeht. Es sei nicht abzusehen, ob und wann der Eigentümer des Häuschens das Lokal saniere, sagte das Ehepaar, das gestern mit seiner Tochter vor Ort war. Die Pächter wollen schauen, ob sie möglicherweise ein neues Lokal finden oder sich Arbeit suchen. Sie freuten sich über die Solidarität von Lüneburgern: Gäste haben Mitleid bekundet, die Familie Wetzel hat sogar ein kleines Schild gemalt und wünscht sich hoffnungsfroh: „Alles wird gut.“

Positiver Zuspruch soll die Gastronomen-Familie auch mental bestärken. Foto: ca
Positiver Zuspruch soll die Gastronomen-Familie auch mental bestärken. Foto: ca

Die Wirte berichten, dass exakt zwei Wochen vor dem Brand bei ihnen eingebrochen worden sei. Die Täter hatten Speisen aus den Kühlschränken gezogen und ausgekippt, Getränke mitgenommen. Doch die Kasse mit etwas Geld hätten sie stehen lassen. Die Familie fragt sich: „Ob ein Zusammenhang besteht?“ Darauf gibt es zumindest im Moment noch keine Antwort.

Die Polizei bittet um Hinweise unter Tel.: 292215.