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Die Amtszeit von Peter Koch läuft Ende 2014 aus. Foto: A/t&w
Die Amtszeit von Peter Koch läuft Ende 2014 aus. Foto: A/t&w

Kultur soll Chefsache werden

as Lüneburg. 20 Jahre lang war Peter Koch als Sozialdezernent für die Stadt tätig, sein Fachwissen und seine Gradlinigkeit waren hoch geschätzt. Koch war außerdem seit 1995 Stadtdirektor, die Funktion wurde dann in Erster Stadtrat umbenannt, und damit Stellvertreter von Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Ende des Jahres läuft nun die Amtszeit von Peter Koch aus. „Derzeit bereitet die Verwaltung die Ausschreibung für die Neubesetzung der Stelle des Dezernenten für das Dezernat V vor, um sie dem Verwaltungsausschuss (VA) bei der nächsten Sitzung vorzulegen“, erklärte Stadtpressesprecher Daniel Steinmeier auf LZ-Anfrage. Bei dieser Gelegenheit solle auch der Stellenzuschnitt „ein wenig verändert“ werden.

Um einen geeigneten Bewerber für den Dezernentenposten zu bekommen, wird die Stelle öffentlich ausgeschrieben. Aus den eingegangenen Bewerbungen sucht der Oberbürgermeister, er hat nach dem Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz das Vorschlagsrecht, die geeigneten Bewerberinnen und Bewerber aus und schlägt diese dem Rat vor, der dann über die Besetzung zu entscheiden hat. Oberbürgermeister Ulrich Mädge: „Wie es in den vergangenen Jahren üblich war, möchte ich auch diese Neubesetzung im Einvernehmen mit den Ratsfraktionen vornehmen.“

Ein Novum wird allerdings der Stellenzuschnitt sein. „Der neue Dezernent wird sich auf Soziales und Bildung konzen-trieren. Der Bereich Kultur soll in das Dezernat des Oberbürgermeisters eingegliedert werden“, erklärt Mädge. Wie sich in der Vergangenheit gezeigt habe, sei das Aufgabenfeld zu groß gewesen. Dass sich die Mehrheit der Ratsmitglieder hinter diese Pläne stellen wird, scheint sicher zu sein. Denn Rot-Grün hatte laut LZ-Information bereits im Oktober 2011 im Rahmen der Gruppenvereinbarung für die Wahlperiode 2011 bis 2016 festgehalten, dass nach dem Ausscheiden des Ersten Stadtrates Peter Koch das Dezernat geteilt werde: Der Fachbereich Kultur werde als Stabsstelle beim Oberbürgermeister eingegliedert, im Dezernat V sollten die Aufgaben Jugend, Soziales, Schule und Sport verbleiben. Zu jenem Zeitpunkt stand zwar fest, dass die Amtszeit von Koch Ende 2014 endet, doch Koch, der im Dezember 61 Jahre alt wird, hätte noch einmal antreten können und wäre dann mit dem Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze ausgeschieden. Im Oktober 2011 hatte Koch noch nichts verlauten lassen. Erst nach dem Ende des Disziplinarverfahrens im Juni 2012, das Mädge gegen seinen Stellvertreter Koch wegen eines Pachtvertrages am Pulverweg angestrebt hatte und aus dem Koch mit weißer Weste hervorgegangen war, entschied der Sozialdezernent und Erste Stadtrat für sich, dass er nicht mehr antreten werde. Laut publik gemacht hat er das lange nicht. Das Fell des Bären, um das mal so salopp zu sagen, wurde aber schon früher verteilt.

Laut Verwaltungsvorschlag soll der neue Dezernent für Soziales und Bildung die Stelle soll zum 1. Mai 2015 besetzt werden auch nicht die Funktion des Ersten Stadtrates übernehmen. Diese soll ebenfalls ausgeschrieben werden. Oberbürgermeister Mädge sagt: „Der Rat der Hansestadt kann aber mit einer Dreiviertelmehrheit darauf verzichten, wenn zum Beispiel im Hause geeignete Kandidaten zur Verfügung stehen.“ Diesen Weg bevorzuge er selbst und führe deshalb schon Gespräche. „Der Träger dieser Funktion ist erster Stellvertreter des Oberbürgermeisters und Vertrauensperson. Sie oder er muss die internen und externen Strukturen kennen“, so Mädge. Sprich: Die Suche nach einem geeigneten Kandidaten im Rathaus läuft.

2 Kommentare

  1. Ist das die Suche nach der Nadel im Heuhaufen? Hoffentlich wird man da nicht in der Poststelle fündig.