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Das Einkaufszentrum bietet ein trostloses Bild. Jetzt darf der Eigentümer des Penny-Marktes seine Gebäude abreißen und dort neu bauen. Foto: ahe
Das Einkaufszentrum bietet ein trostloses Bild. Jetzt darf der Eigentümer des Penny-Marktes seine Gebäude abreißen und dort neu bauen. Foto: ahe

Langer Kampf gegen Leerstand

ahe Lüneburg. Genügend potenzielle Kunden wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft. Kaltenmoor ist der bevölkerungsreichste Stadtteil Lüneburgs. Dennoch zählt die Passage am St. Stephanusplatz nicht gerade zu den florierendsten Einkaufszentren der Hansestadt. Wo früher noch Kaisers gute Geschäfte machte, ist der Kundenandrang heute oft überschaubar, herrscht in einigen Läden gar seit längerem Leerstand. Die Stadt versucht seit geraumer Zeit, wieder mehr Leben in den Komplex hinter dem Ökumenischen Gemeindezentrum St. Stephanus zu bekommen. Dazu soll sich auch baulich einiges in diesem Bereich ändern.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge hatte bereits im Mai bei einem öffentlichen Bürgerforum die Situation beschrieben. Damals hieß es, die Stadt sei zusammen mit einem Investor dabei, das Einkaufszentrum baulich und strukturell neu zu konzipieren. „Vorrangiges Ziel dabei ist es, einen größeren Drogeriemarkt längs der Kurt-Huber-Straße im Bereich des Bürgertreffs und Teile des Parkplatzes neu anzusiedeln, wie auch einen Bäckereiverkauf“, erklärte der Verwaltungschef. Grundlage dafür sei das Einzelhandelsentwicklungs- und Zentrenkonzept.

Das größte Problem in Kaltenmoor sei, die vielen einzelnen Eigentumsverhältnisse unter einen Hut zu bekommen. Zudem stünde der Gutachterpreis von zu erwerbenden Gebäude(n) und Preisvorstellung der jetzigen Eigentümer nicht immer im Einklang. Oberbürgermeister Mädge versicherte: „Kein Gewerbetreibender soll hier vertrieben werden.“ Bis zum Herbst, so verlieh er damals seiner Hoffnung Ausdruck, soll „eine befriedigende Lösung für alle Partner gefunden“ werden.
Dieser Stand ist nach wie vor aktuell, heißt es nun von der Verwaltung, ein erstes konkretes Ergebnis gebe es aber auch: Die Stadt habe dem Eigentümer des Penny-Marktes die Genehmigung erteilt, seine Gebäude abzureißen, neu zu bauen und gleichzeitig auf 1200 Quadratmeter zu erweitern.

Die weiteren baulichen Veränderungen liefen darauf hi­naus, Teile des Sparkassengebäudes abzureißen oder gar einen Totalabriss vorzunehmen, um dort das Einkaufszentrum zur Apotheke hin zu öffnen und auch den Parkplatzbereich in diese Richtung zu verlagern. An einen Abriss des Apotheken- und Kinderarztgebäudes denke die Stadt hingegen nicht mehr. Die Sparkasse wird mit ihrer Filiale am Standort bleiben. Erst vor wenigen Tagen hatte Sprecher Markus Freudenreich erklärt, dass es zwar keine konkreten Verkleinerungsabsichten gebe, das Geldinstitut aber generell immer bei allen Filialen die Wirtschaftlichkeit auch hinsichtlich der Größe prüfe. Den vorhandenen Schulungsraum zum Beispiel nutze die Sparkasse gar nicht mehr.

Als neuer Standort für den Bürgertreff kämen die ehemalige Hausmeisterwohnung am Schulzentrum Kaltenmoor, ein Raum in der Sporthalle oder das ehemalige Gebäude der Jugendwerkstatt am Jugendzentrum infrage. Das Jugendzentrum bleibe aber an seinem bisherigen Standort.