Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Wie soll der Lambertiplatz künftig aussehen? Erste Ideen gibt es bereits, die zeigen, wie der Platz einmal genutzt werden könnte. Montage: leuphana
Wie soll der Lambertiplatz künftig aussehen? Erste Ideen gibt es bereits, die zeigen, wie der Platz einmal genutzt werden könnte. Montage: leuphana

Alter Platz mit neuem Charme

us Lüneburg. „Dieser geschichtsträchtige Platz hat Besseres verdient.“ Trostlos und wenig einladend findet Linde Meyer den St. Lambertiplatz, an dem sie jeden Tag auf ihrem Weg in die Stadt vorbeikommt. Neben Sand und Markt gehörte er viele Jahrhunderte zu den wichtigsten Plätzen Lüneburgs, doch von seinem früheren Charme ist seit dem 1862 erfolgten Abriss der St. Lamberti-Kirche und einer Begrünung der Fläche Anfang der 1990er-Jahre nicht mehr viel erhalten. Das will Linde Meyer ändern. Zusammen mit der Leuphana arbeitet sie an Ideen und Konzepten für eine Neugestaltung.

Sie haben den Anstoß für die Umgestaltung gegeben: Linde Meyer (l.) und Prof. Dr. Ursula Kirschner. Foto: t&w
Sie haben den Anstoß für die Umgestaltung gegeben: Linde Meyer (l.) und Prof. Dr. Ursula Kirschner. Foto: t&w

„Wir möchten diesen Platz wieder beleben, ihn zu einem Ort der Begegnung von Jung und Alt machen“, sagt Linde Meyer. Bereits vor einem Jahr hat sie dafür Dr. Ursula Kirschner, Professorin für Architektur und digitale Kultur am Institut für Stadt- und Kulturraumforschung an der Leuphana, gewinnen können. Im Rahmen einer Semesterarbeit entwickelten ihre Studenten Konzepte, wie der Platz in Zukunft aussehen könnte.

„Der Platz hat eine wichtige Funktion als Entrée der Stadt. Hier kommen viele Reisebus-Touristen vorbei, die vom Parkplatz an den Sülzwiesen in die Innenstadt gehen, ebenso die Besucher des Salzmuseums“, sagt Professorin Kirschner. Eine von den Studenten durchgeführte Befragung von rund 100 Passanten und Anwohnern des Lambertiplatzes ergab, dass viele ihn vor allem als zu wenig belebt und als Durchgangsort mit geringer Ausstrahlung empfunden hätten, einige bemängelten gar, er sei zur Hundewiese verkommen.
Ihre Studenten haben in den vergangenen Monaten drei Konzepte entwickelt, die deutlich machen, wohin die Reise gehen könnte. „Platz des Lichtes“ ist der Titel eines Konzepts, das die Backsteinarchitektur der Hansestadt aufgreift und sie in metergroße Lichtkästen überträgt. Die zahlreich übereinandergeschichteten Würfel bilden einen begehbaren Raum, eine Anlehnung an die frühere St.-Lamberti-Kirche, Ort des Lichts und der Begegnung.

"Platz des Lichts" haben Leuphana-Studenten ihr Konzept genannt, in dessen Mittelpunkt ein Würfel steht. Montage: leuphana
„Platz des Lichts“ haben Leuphana-Studenten ihr Konzept genannt, in dessen Mittelpunkt ein Würfel steht. Montage: leuphana

An die Lamberti-Kirche lehnt sich auch ein zweites Konzept an. Der Raum, der von der Kirche ursprünglich eingenommen wurde, ist als Grünstreifen ausgebildet, er kennzeichnet den „heiligen Grund“. Auf der übrigen Fläche bietet eine großflächige Überdachung Raum für Veranstaltungen und einen kleinen Informations-Pavillon.
Auch Konzept Nummer drei sieht auf dem Platz einen kleinen Pavillon für Veranstaltungen vor, das Zentrum bildet eine Parkfläche mit Holzgehwegen, Salzlampen und hochbordigen Gemeinschaftsgärten.

„Das sind erste Ideen, noch weit davon entfernt, umgesetzt zu werden“, sagt Linde Meyer. Dass Events und Begegnungen im Mittelpunkt der Konzepte stehen, findet sie gut. Bedenken, hier könnte ein weiterer, lautstarker Veranstaltungsort in Lüneburg entstehen, greift sie vor: „Es ist nicht unsere Vision, hier große Bühnen und Würstchenbuden aufzustellen.“ Ansonsten hatten die Studenten freie Hand, zu den Vorgaben gehörte lediglich, den Baumbestand zu erhalten und auf großvolumige Bebauung zu verzichten.

Auch die Stadt zeigt sich von dem Engagement für den Lambertiplatz erfreut. „Es ist immer gut, wenn Menschen sich für die Entwicklung ihrer Stadt einsetzen“, sagt Lüneburgs Stadtbaurätin Heike Gundermann. Die Ideen seien in diesem Stadium allerdings noch wenig konkret, „die Überprüfung auf Praxis­tauglichkeit und Finanzierbarkeit muss erst noch erfolgen.“ Und: Die Stadt habe nur wenig Möglichkeiten, sich an der Umsetzung und Unterhaltung zu beteiligen.

Das aber will auch Linde Meyer nicht. „Es ist unsere Stadt“, sagt die Lüneburgerin, „das Engagement soll von den Bürgern kommen.“ Sie möchte Privatpersonen und Unternehmen gewinnen, die sich finanziell an der Umsetzung des Projekts beteiligen. Sie selbst hat bereits eine größere Summe bereitgestellt, die einem noch zu gründenden Förderkreis unter dem Dach des Arbeitskreises Lüneburger Altstadt (ALA) zufließen soll.

„Lamberti-Lab“ nennen Leuphana-Studenten ihr Konzept mit diesem Pavillon. Montage: leuphana
„Lamberti-Lab“ nennen Leuphana-Studenten ihr Konzept mit diesem Pavillon. Montage: leuphana

Bevor es dazu kommt, müssen zunächst noch einmal die Studenten ran. Im kommenden Wintersemester haben sie die Aufgabe, ein Kommunikationskonzept für die nächsten Schritte zu entwickeln. Dazu gehört auch die Installation einer Informationssäule, die am Lambertiplatz über das Projekt informieren soll. „Vor allem möchten wir damit alle Lüneburger einladen, sich auch mit ihren Ideen und Vorstellungen für eine Neugestaltung des Lambertiplatzes einzubringen“, versichert Linde Meyer.

Einer, der sich über den neuen Platz jetzt schon freut, ist Uwe Hopp. Der Geschäftsführer von Pro Music wechselt mit seinem Geschäft demnächst von der Neuen Sülze an den Lambertiplatz: „Neue Ideen tun dem Platz ganz sicher gut.“

One comment

  1. Noch mehr Treffs für die stadtbekannte staatlich subventionierte lüneburger Alkoholikerszene