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Die schwarzen Trägergerüste liegen bereit, die ersten Teile sollen jetzt über das Audimax montiert werden, sie tragen später die Decke. Architekt Daniel Haarmann hofft derweil, dass im Inneren des Hörsaals (Bild unten rechts) auch alles passt. Das ist beim Foyer (unten links) bis zur dritten Etage der Fall. Fotos: Hajo Boldt
Die schwarzen Trägergerüste liegen bereit, die ersten Teile sollen jetzt über das Audimax montiert werden, sie tragen später die Decke. Architekt Daniel Haarmann hofft derweil, dass im Inneren des Hörsaals (Bild unten rechts) auch alles passt. Das ist beim Foyer (unten links) bis zur dritten Etage der Fall. Fotos: Hajo Boldt

Der Koloss wächst +++ mit LZplay-Video und Fotogalerie

mm Lüneburg. Architekt Daniel Haarmann schließt das Tor an der Westseite der Baustelle des Uni-Zentralgebäudes auf. Der Rohbau ist sein Baby. „Wir kommen gut voran, langsam nimmt alles eine richtige Gestalt an“, erklärt Haarmann zu Beginn der Baustellen-Führung.

Die startet der Mann von rw+ Architekten aus Berlin an der Nordwestseite des riesigen Kolosses. Es ist die dem Leuphana-Campus zugewandte und Haarmanns Lieblingsseite: „Hier erkennt man besonders gut die typischen Libeskind-Winkel.“ Die lassen Wände steil nach oben schießen. Sie verkörpern eine besondere Bauart und sind Ausdruck des amerikanischen Architekten Daniel Libeskind, der für den Entwurf des Zentralgebäudes verantwortlich ist. 4537512

Die Wände neigen sich auch schräg zur Seite. Dass sie halten, da ist sich Haarmann sicher. „Ich würde darunter schlafen.“ Es geht auch in die Höhe, das Zentralgebäude wird an seiner Spitze 37 Meter erreichen.

In dem darunterliegenden Gebäudeteil über dem Foyer, wird es sieben Obergeschosse geben. Gerade erst wurde die Decke über dem zweiten Obergeschoss geschüttet. Fünf Geschosse fehlen noch. Dennoch: „Der Bau wächst jetzt rasant“, sagt Daniel Haarmann. Wann denn mit einer Fertigstellung zu rechnen sei, dazu darf sich der Architekt nicht äußern. Auch zu den Kosten für den Bau sollten keine Fragen gestellt werden, lautete die Ansage der Uni vor der Führung.

4537530Kosten habe er aber stets im Blick, erklärt Oberbauleiter Haarmann. Aufsicht führt er über rund 40 Arbeiter auf der Baustelle. Haarmann zieht eine Zwischenbilanz: „Bisher mussten wir noch keinen Rückbau vornehmen, grobe technische Fehler gab es noch keine“. Die darf es auch jetzt nicht geben, wenn das Dach auf dem Audimax, das Platz für 1200 Personen bieten soll, montiert wird. Das ist der nächste große Schritt auf der Baustelle.

Die Stahlgerüste liegen schon bereit. Die ersten drei sollen diese Woche angebracht werden, insgesamt müssen zehn Träger, die auf einen Meter 170 Kilo wiegen, zwischen den Außenwänden des 26 Meter hohen Audimax befestigt werden.

Kosten und Fertigstellung
Ostern 2014, Herbst 2014, jetzt in Planung Januar 2015. Dann sollen die Rohbauarbeiten am Zentralgebäude abgeschlossen sein. Der Termin war seit Beginn der Bauarbeiten im Februar 2012 immer weiter nach hinten verlegt worden. Und auch die anfangs veranschlagten Baukosten von 57,7 Millionen Euro sind nicht mehr die gleichen. Die Leuphana beziffert sie nach versprochenen Einsparungen auf aktuell rund 72 Millionen Euro – Risikokosten nicht miteingerechnet. Oberfinanzdirektion und Landesrechnungshof setzen die Gesamtkosten bei 92 Millionen Euro an, im schlimmsten Fall könnten es gar 125 Millionen Euro sein. Die Gesamtfertigstellung mit Fassaden- und Innenausbau soll bis Anfang 2017 realisiert sein, so die Vorgabe der EU.

Am Boden steht derzeit ein Fassadenmodell aus Holz. „Hier sollen in drei bis vier Wochen probeweise Fenster eingesetzt und die Zink-Titan-Paneele für die Außenfassade angebracht werden“, sagt Haarmann. Das Probestück ist also bald fertig, der große Koloss Zentralgebäude wächst weiter.

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