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Alex Schmidtgal, zuständig fürs Marketing der Garage, im Musiktempel, der vorerst doch nicht öffnen kann. Foto: t&w
Alex Schmidtgal, zuständig fürs Marketing der Garage, im Musiktempel, der vorerst doch nicht öffnen kann. Foto: t&w

Eröffnung der „Garage“ gestoppt +++ mit LZplay-Video

as Lüneburg. Große Party war eigentlich für Sonnabend, 13. September, in der Goseburg angekündigt, die Kult-Disco „Garage“ sollte wieder eröffnen. Daraus wird nun nichts. „Die Baugenehmigung ist noch nicht erteilt, und das Brandschutzkonzept hat Mängel. Deshalb kann die Bauaufsicht der Stadt der Eröffnung nicht zustimmen. Das haben wir den Betreibern bereits vergangene Woche mitgeteilt“, sagt Kathrin Böhme, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung. Sie macht auch deutlich: „An Orten, wo sich viele Menschen aufhalten, hat der Brandschutz Priorität. Da können wir keine Zugeständnisse machen.“

Im April hatte die Garage ein neuer Betreiber übernommen, gleichzeitig hatte die Stadt wegen zahlreicher baulicher Mängel keine Betriebsgenehmigung mehr erteilt. Der Betreiber, inzwischen firmiert er unter Musiclocation Lüneburg GmbH & Co. KG, hatte daraufhin erklärt, alle Mängel abzustellen und eine Komplett-Sanierung vorzunehmen. Die Garage sollte dann mit neuer Konzept-Ausrichtung eröffnet werden. Nach fünfmonatigem Umbau habe das Warten nun ein Ende, der Musiktempel solle am 13. September eröffnet werden, machte der Betreiber jüngst publik.

Die Stadt macht dagegen deutlich: Der Bauantrag sei erst im August eingegangen. „Wir haben danach Gespräche mit den Betreibern geführt und sie mehrfach auf Mängel beim Brandschutz hingewiesen. Erst seit Dienstagabend dieser Woche liegt uns endlich ein prüffähiges Brandschutzkonzept vor“, so Böhme. Die darin beschriebenen Maßnahmen seien aber noch nicht umgesetzt. „Es muss aus Sicherheitsgründen eine interne Brandmeldeanlage installiert werden, die bestimmten technischen Anforderungen entspricht. Das muss professionell umgesetzt werden“, erklärt Markus Paulmann, Brandschutzprüfer von Hansestadt und Landkreis Lüneburg. Die Anlage dürfe zum Beispiel durch Bühnennebel nicht ausgelöst werden. Auch die Baugenehmigung ist bisher noch nicht erteilt worden, Böhme: „Wir haben den Antrag schnell bearbeitet und sind in den letzten Schritten des Verfahrens, doch die Betreiber haben die Arbeiten trotzdem schon begonnen. Dabei wissen sie noch gar nicht, welche Auflagen sie endgültig von uns bekommen.“ Erst wenn die Genehmigung erteilt ist, alle Auflagen umgesetzt worden sind und die Bauaufsicht nach Prüfung vor Ort die Disco freigeben, kann der Betrieb starten. „Der Zeitpunkt des Eröffnungstermins hängt maßgeblich von der baulichen Umsetzung durch den Betreiber ab. Die Bauaufsicht geht davon aus, dass dies noch einige Zeit dauern wird“, so Böhme.

Musiclocation-Gesellschafter Juri Schweizer war gestern schockiert. Per Facebook teilte er Partygängern mit: „Zum Bedauern müssen wir euch mitteilen, dass wir trotz größter Bemühungen, intensivster Vorbereitungen und zum Schluss mehreren Gesprächen mit den Verantwortlichen der Stadt Lüneburg kein endgültiges grünes Licht für den Eröffnungstermin am 13.09.2014 bekommen haben, da einige neue Nachforderungen von der Bauaufsicht/Brandschutz erst umgesetzt bzw. wieder abgenommen werden müssen.“ Gegenüber der LZ sagte er, Anfang Juli habe ein von seiner Gesellschaft beauftragter Brandschutzsachverständiger ein Brandschutzkonzept erarbeitet. Dann habe es Nachforderungen gegeben. Die Stadt hält dagegen: Das waren nur Vorgespräche, da lag weder ein Bauantrag noch ein prüfbares Brandschutzkonzept vor. Schweizer kritisiert auch: „Obwohl wir nur modernisieren und sanieren, müssen wir einen Bauantrag einreichen.“ Zudem gebe es Auflagen wie bei einem Neubau, Rücksicht auf den Bestandsschutz dagegen nicht. Böhme verweist darauf, dass die Vorgänger Umbauten vorgenommen hätten. „Dafür braucht es jetzt eine Genehmigung, das haben wir mit den jetzigen Betreibern bereits im Mai besprochen.“

Schweizer ist trotz allem zuversichtlich, dass es nun mit der Eröffnung am 19. September klappt: „Wir haben von einer Elektrofirma die Zusage, dass die Brandmeldeanlage kommende Woche eingebaut wird.“ Dann aber muss erst noch die Baugenehmigung erteilt und die mängelfreie Schlussabnahme erfolgt sein.