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Mit starken Kräften hatte die Polizei das Klinikum in den vergangenen Tagen gesichert. Die Beamten befürchten eine weitere Konfrontation zwischen zwei verfeindeten Familien. Foto: t&w
Mit starken Kräften hatte die Polizei das Klinikum in den vergangenen Tagen gesichert. Die Beamten befürchten eine weitere Konfrontation zwischen zwei verfeindeten Familien. Foto: t&w

Durchsuchung in Salzhausen

ca Lüneburg. Die Polizei fahndet mit Hochdruck nach dem mutmaßlichen Schützen vom Klinikum, längst haben sich auch Spezialisten auf die Fährte des 33-Jährigen gesetzt. Der Mann ist den Ermittlern wegen Delikten bekannt, neben „häuslicher Gewalt“ soll es um eine Bedrohung auf offener Straße gehen, die wenige Wochen zurückliegt. Zu Details will sich Polizeisprecherin Antje Freudenberg nicht äußern.

Nach LZ-Informationen arbeitet der Mann als Berufskraftfahrer. Nach der ­Auseinandersetzung am Klinikum soll er mit einem Auto in Richtung Salzhausen geflohen sein. Das Auto ließ er stehen, mit demontierten Kennzeichen. Auch eine Durchsuchung soll es in dem kleinen Ort gegeben haben. Der Verdächtige, der einst im Mittelfeld lebte, soll nun in Hamburg zu Hause sein. Auch das will die Polizei nicht kommentieren.

Wie berichtet, war es vor einer Woche zwischen zwei verfeindeten Familien zu einer Schlägerei in einem Fitnessstudio am Pulverweg gekommen, Die Kontrahenten gingen mit abgeschlagenen Flaschen aufeinander los. Einen Tag später fielen dann mehrere Schüsse am Klinikum, wo die Beteiligten medizinisch versorgt wurden. Drei Angehörige der einen Familie erlitten Schussverletzungen, allerdings keine lebensgefährlichen. Ermittler hatten einen Verdächtigen vorläufig festgenommen. Doch die Indizien reichten nicht für einen Haftbefehl, der 31-Jährige hat vermutlich nicht geschossen. Nun konzentrieren sich die Ermittlungen auf den 33-Jährigen.

Aufregung gab es am Mittwochabend am Klinikum und am Pulverweg. Bei der Polizei gingen Anrufe ein: „Hier wird geschossen.“ Die Ordnungshüter preschten los und gaben Entwarnung: Es waren keine Kugeln geflogen, es hatte nur jemand Böller gezündet. Im Hochhaus am Pulverweg nahmen Polizisten die „Knaller“ ins Gebet.

Derweil gestalten sich die Ermittlungen für die 15-köpfige Ermittlungsgruppe „Fehde“ nicht einfach. Die Kripo vernimmt viele Zeugen, die die Vorfälle am Krankenhaus beobachtet haben. Die Befragungen seien nicht einfach, heißt es. Denn manche der Zeugen reagierten wie traumatisiert. Es falle ihnen nicht leicht, über die Explosion der Gewalt zu sprechen.

Neben der Schießerei kam es zu regelrechten Jagdszenen, die Clans verfolgten sich bis in die Kinderabteilung und schlugen angeblich auch mit Baseballkeulen aufeinander ein. Patienten brachten sich in Krankenzimmern in Sicherheit.

Verunsichert reagieren Lüneburger und Reppenstedter darauf, dass an manchen Stellen mehrere Polizeifahrzeuge stehen. Das hängt nach Auskunft der Ermittler damit zusammen, dass man einen Raum- und Objektschutz für nötig hält. Es könnte sein, dass es zu möglicherweise bewaffneten Racheakten der Beteiligten kommt.

Dafür hat die Polizeiführung auch Indizien. So sollen Angehörige der Familie, von der Verwandte angeschossen worden waren, bei einem Sportverein im Landkreis aufgetaucht sein und nach dem Aufenthalt von Mitgliedern der verfeindeten Familie gefragt haben. Die spielen dort Fußball.