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Fürstlicher Streit um 578,34 Euro

rast Lüneburg. Sollte sie wirklich als Zeugin gehört werden, ihre Anschrift für die Ladung hat das Amtsgericht Lüneburg parat: ,,Fürstin Charlène von Monaco Palast von Monaco Monte Carlo“. Sollte es zu einer Beweisaufnahme im Zwist der Adeligen mit einer deutschen Verlagsgruppe kommen, schließt Amtsrichter Friedrich Stahlhut ,,eine Anreise hierher“ nicht aus. Es könne aber auch ,,auf Botschaftsebene“ erledigt werden. Dr. Nina Lüssmann, anwaltliche Vertretung der Adeligen, deutete gestern bereits an: ,,Das wird sich schwierig gestalten, denn die Fürstin ist schwanger.“

Die Fürstin hatte Anfang des Jahres vor dem Lüneburger Amtsgericht eine Unterlassungsverpflichtungserklärung erwirkt, die Zeitschrift ,,die aktuelle“, die zur Verlagsgruppe Funke Woman GmbH gehört, darf bestimmte Fotos samt Bildunterschriften nicht mehr veröffentlichen. Dabei hieß es im Tenor, dass Charlène von Monaco alleine auf der Insel St. Barth ihren Spaß hatte, während ihr Gatte Fürst Albert bei den Olympischen Spielen in Sotschi weilte.

Nun aber streiten sich Anwälte noch um die Fragen, wer noch ausstehende Anwaltsgebühren auf Seiten der Klägerin, also der Fürstin, zu zahlen hat und ob Lüneburg überhaupt der zuständige Gerichtsstandort ist. Dabei trafen gestern zwei Anwälte aus einem ,,elitären Zirkel von Medienrechtlern“ in Saal 209 des Amtsgerichts aufeinander, wie es Gerold Skrabal aus der Münchener Kanzlei Romatka & Collegen als Verteter der Funke GmbH bezeichnete. Er warf Dr. Nina Lüssmann aus der Hamburger Kanzlei Prinz Neidhardt Engelschall u. Partner vor, ihre Kanzlei stimme sich in diesem Verfahren nicht mit ihrer Mandantin ab, zweifelte gar an, ob sie im Auftrag der Fürsten-Familie handele. Dr. Lüssmann stempelte dies als ,,These“ ab: ,,Unsere Mandantschaft hat uns eine Generalvollmacht erteilt.“ Über diese würde die Kanzlei seit acht Jahren alle Verfahren der adeligen Familie aus Monte Carlo in Deutschland führen.

Von der Verlagsgruppe fordert die Fürstin noch genau 578,34 Euro zur Zahlung ihrer eigenen Rechtsanwaltskosten, ein darüber hinaus geforderter Betrag sei bereits geflossen. Richter Stahlhut schlug vor, dass sich beide Parteien vergleichen, keine ließ sich darauf ein.

Die geforderte Summe mag laut Dr. Nina Lüssmann gering klingen: ,,Aber es sind inzwischen enorme Kosten für die Klägerin aufgelaufen.“ Das liegt natürlich auch daran, dass die Fürstin sechs ähnliche Verfahren gegen Funke in Lübeck, Kiel, Itzehoe und Hamburg laufen hat. Darum rügt Anwalt Skrabal auch die Zuständigkeit des Lüneburger Gerichts.

Wies weiter geht, wird am 16. Oktober verkündet.