Mittwoch , 28. September 2016
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Der Salzfassthron des Zaren, den Oberbürgermeister Ulrich Mädge in den Händen hält, gehört zu den Exponaten der Salzgefäße-Sammlung. Offiziell eröffnet wurde diese Ausstellung im Beisein von Carsten Junge, Geschäftsführer der Sparkassenstiftung, und Hilke Lamschus. Foto: be
Der Salzfassthron des Zaren, den Oberbürgermeister Ulrich Mädge in den Händen hält, gehört zu den Exponaten der Salzgefäße-Sammlung. Offiziell eröffnet wurde diese Ausstellung im Beisein von Carsten Junge, Geschäftsführer der Sparkassenstiftung, und Hilke Lamschus. Foto: be

Der Salzfassthron des Zaren

as Lüneburg. Ein Vierteljahrhundert ist für ein Museum noch kein Alter, doch dem Deutschen Salzmuseum ist es in dieser Zeitspanne gelungen, sich weit über die Grenzen der Stadt hinaus einen Namen als anerkannte Institution für hervorrragende Museumsarbeit zu machen. Das sagte Oberbürgermeister Ulrich Mädge bei der Feier zum 25-jährigen Jubiläum des Salzmuseums. Sein Dank für großes Engagement ging an Museumschef Dr. Christian Lamschus und dessen Frau Hilke, die unter anderem für Sonderausstellungen zuständig ist, sowie Dr. Uta Reinhardt, Vorsitzende des Förderkreises.

Das Salz hat Lüneburg jahrhundertelang Reichtum beschert, die Salinengeschichte ist heute touristischer Publikumsmagnet. Dass das Salinenmuseum schließlich an den historischen Produktionsstätten entstand, sei einer Handvoll von visionären Bürgern und dem Engagement des „Förderkreises Industriedenkmal Saline Lüneburg“ zu verdanken, zu dessen Gründungsmitgliedern Dr. Siegfried Radbruch und Curt Pomp gehörten, erinnerte Mädge. 1989 eröffnet, zieht es inzwischen jährlich 60000 Besucher. Mit Dauerausstellungen, der Stadrallye und Sonderausstellungen wie „Lüneburg das Salzhaus der Hanse verpackt in 16 Containern“ oder „So schön war die Zeit! Lüneburgs 50er-Jahre“ habe sich das Salzmuseum zum Publikumsmagneten entwickelt, „das müssen wir weiter entwickeln“, sagte Mädge.

„Als Geburtstagsgeschenk haben wir etwas mitgebracht, eine Salzgefäße-Sammlung, die als Leihgabe von der Sparkassenstiftung dem Salzmuseum zur Verfügung gestellt wird“, sagte Mädge, der auch Vorsitzender der Sparkassenstiftung Lüneburg ist. Er überreichte Dr. Lamschus einen Salzfassthron, den einst der Juwelier der Zarenfamilie angefertigt hatte, und der zu den bedeutendsten Exponaten der Sammlung gehört. Nur noch drei solcher Gefäße gibt es weltweit, einer davon soll im Kreml stehen. Die Salzgefäße-Sammlung hatte ein Heidelberger Kunsthistoriker zusammengetragen. „Hochbetagt wollte er sie in guten Händen wissen. Die Sparkassenstiftung hat sie erworben, sie ist eine der größten Sammlungen dieser Art weltweit“, erläuterte Carsten Junge, Geschäftsführer der Sparkassenstiftung. In mehreren Vitrinen ausgestellt, komplettieren die Schätze aus der Zeit von 1700 bis 1920 nun die Ausstellungen im Salzmuseum.

Mädge nahm auch Stellung dazu, wie die Schwerpunkte Salz und Hansestadt des Hansetages 2012 fortgeführt werden sollen. Es müsse in den nächsten Jahren gelingen, das Neue Museum, den Alten Hafen, das Rathaus und das Salzmuseum als Museumslandschaft zusammenzuführen, um Salz und Hanse nach vorne zu bringen. Zu dem Wunsch nach Erweiterung des Salzmuseums sagte er, dass in den nächsten Jahren eine Konzeption erarbeitet werden solle, auch Sanierungen seien geplant.

Museumsleiter Dr. Lamschus dankte den Mitarbeitern sowie der Stadt, ohne deren Förderung es das Museum nicht gebe. Er erinnerte auch an das nachhaltige Engagement des Förderkreises Anfang der 80er-Jahre und das Improvisieren in den Anfängen, ohne das man es nicht geschafft hätte, das Museum aufzubauen. „Wir verstehen uns als Museum zum Begreifen und möchten weiter für alle Bevölkerungsschichten attraktiv sein“, sagte Lamschus und wünschte viel Spaß beim Rundgang durch die Ausstellungen.