Donnerstag , 29. September 2016
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Gesundheitsholding-Chef Rolf Sauer (l.) und Klinikum-Geschäftsführer Dr. Michael Moormann freuen sich über die Bilanz des Klinikums, in der Planung noch leicht rot, schreibt es tatsächlich tiefschwarze Zahlen. Foto: A/t&w
Gesundheitsholding-Chef Rolf Sauer (l.) und Klinikum-Geschäftsführer Dr. Michael Moormann freuen sich über die Bilanz des Klinikums, in der Planung noch leicht rot, schreibt es tatsächlich tiefschwarze Zahlen. Foto: A/t&w

Klinikum ist sehr gesund

as Lüneburg. Die Mehrheit der niedersächsischen Krankenhäuser schreibt rote Zahlen. Ganz anders ist die wirtschaftliche Situation beim Lüneburger Klinikum. Mit einem Überschuss von rund 4,7 Millionen Euro schließt es das Geschäftsjahr 2013 ab. Das Klinikum ist damit das Flaggschiff der Lüneburger Gesundheitsholding, unter deren Dach neun Gesellschaften firmieren. Das Konzernergebnis insgesamt beläuft sich auf ein Plus von 5,3 Millionen Euro. Holding-Chef Rolf Sauer: „Das macht deutlich, dass der Lüneburger Weg richtig war, alle Gesellschaften, die im Gesundheitsbereich tätig sind, in einer Holding zusammenzufassen und als kommunale Gesellschaften zu sichern.“ Die Jahresabschlüsse 2013 der Gesellschaften der Holding werden im Wirtschaftsausschuss, der am Mittwoch, 24. September, um 16 Uhr im Traubensaal tagt, diskutiert.

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2013 des Klinikums war noch düster, wies ein Minus von 111000 Euro aus. Ein Grund dafür war, ,,dass wir den Landesbasisfallwert, der der Basispreis für die Vergütung einzelner Fallpauschalenleistungen ist, konservativer angesetzt hatten“, sagt Dr. Michael Moormann, Geschäftsführer der Klinikum gGmbH. Doch dann sei der Landesbasisfallwert im vergangenen Jahr deutlicher erhöht worden als erwartet. Das spülte eine Million Euro mehr in die Kasse des Klinikums. Ein weiterer Faktor für das überaus gute Ergebnis ist der Anstieg der Patientenzahlen. Stationär wurden im vergangenen Jahr 27289 Patienten behandelt, das waren 900 mehr als im Jahr 2012, die Zahl der ambulanten Notfälle stieg sogar um 2200 auf 22260. Die durchschnittliche Belegung des Hauses lag bei 90 Prozent, das führe zu einer hohen Wirtschaftlichkeit, sagt Dr. Moormann. „Dies wurde dadurch erreicht, dass wir in die medizinische Qualität investiert und einzelne Fachzentren aufgebaut haben, die weit über die Grenzen hinaus von Lüneburg Patienten ziehen“, so Moormann.

Zu dem Plus beigetragen hat außerdem eine „Optimierung des Prozessmanagements“. Gemeint ist damit, dass Arbeitsabläufe besser aufeinander abgestimmt wurden. „Dadurch konnte mehr Arbeit bei gleichem Personalbestand geleistet werden“, erläutert der Klinikum-Chef, der aber auch betont: „Die Arbeitsverdichtung darf aber nicht übertrieben werden. Deshalb haben wir in diesem Jahr bereits 50 Mitarbeiter mehr eingestellt, weil wir erneut mehr Patienten haben.“ Ausgezahlt hätten sich auch Investitionen in die EDV, was zu schlankeren und schnelleren Abläufen beigetragen habe.

Mit Blick auf das laufende Jahr ist Dr. Michael Moormann überzeugt: „Wir werden definitiv schwarze Zahlen schreiben und stellen uns durch den Erweiterungsbau zukunftsfähig auf.“

Das Ergebnis verbessern konnte auch die Psychiatrische Klinik Lüneburg gGmbh (PKL). Sie weist einen Jahresüberschuss für 2013 in Höhe von rund 700000 Euro auf, 2012 waren es rund 584000 Euro. Die PKL verzeichne auch weiter steigende Patientenzahlen, besonders in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, erläutert dazu Geschäftsführer Rolf Sauer.

Allerdings würden in der psychiatrischen Versorgung mehr Fallzahlen auch mehr Behandlungstage bedingen, was wiederum mit mehr Personal verbunden sei. Das habe zu einem Anstieg der Personalkosten um 1,6 Millionen Euro geführt. „Aber die Qualität bei der psychiatrischen Versorgung hat bei uns oberste Priorität.“

Sorgenkind unter den Gesellschaften der Holding ist erneut die Orthoklinik. Sie fuhr im vergangenen Jahr ein Minus von 244000 Euro ein (2012: Minus 109 000 Euro).

Ursache dafür ist „im Wesentlichen, dass ein Belegarzt durch Krankheit ausgefallen war“, sagt Sauer. Inzwischen gebe es aber neue Belegärzte, die in der Vergangenheit im Krankenhaus Scharnebeck gearbeitet hätten. Für 2014 deute sich erstmals eine schwarze Zahl an.