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Jürgen Heisrath war 15 Monate lang Radverkehrsbeauftragter im Kreis Lüneburg. Er wollte das Amt in professionellen Händen wissen. Foto: A/t&w
Jürgen Heisrath war 15 Monate lang Radverkehrsbeauftragter im Kreis Lüneburg. Er wollte das Amt in professionellen Händen wissen. Foto: A/t&w

Gesucht: Die neue Stimme der Radfahrer

lk Lüneburg. Die Aufgaben des Radverkehrsbeauftragten im Landkreis Lüneburg sollen weiterhin ehrenamtlich wahrgenommen und die Funktion so bald wie möglich neu besetzt werden. Das hat jetzt der Kreisausschuss beschlossen und damit dem Antrag der FDP, die Stelle hauptamtlich zu besetzen, nicht zugestimmt.

Der oder die künftige Radverkehrsbeauftragte soll die Sicherheit der Radfahrer und die Verkehrssituation auf den Radwegen im Landkreis Lüneburg in den Blick nehmen. Seine Funktion ist es, Wünsche und Probleme aus den Kommunen in Politik und Verwaltung des Landkreises zu tragen. „Die Aufgabe des Radverkehrsbeauftragten ist bei einem oder einer Ehrenamtlichen in guten Händen“, sagt Landrat Manfred Nahrstedt, „wer sich beruflich nicht mit dem Thema Radwege und Verkehr beschäftigt, hat einen ganz anderen Blick auf die Bedürfnisse der Radfahrerinnen und Radfahrer vor Ort.“

Dem ehrenamtlichen Radverkehrsbeauftragten misst der Kreisausschuss große Bedeutung zu, nicht zuletzt vor dem Hintergrund aktueller Untersuchungen des Bundesverkehrsministeriums zum Radverkehr. Vier von fünf Befragten hatten sich über mangelnde Fahrradfreundlichkeit ihrer Kommunen geärgert, rund 60 Prozent forderten den Bau von mehr Radwegen. Dabei nimmt die Bedeutung des Radverkehrs zu als Möglichkeit, innerörtlichen Autoverkehr zu ersetzen, aber auch als Wirtschaftsfaktor.

Der Radverkehrsbeauftragte soll sich gemeinsam mit den zuständigen Fachleuten in den Samtgemeinden und Gemeinden um den Zustand der Radwege im Landkreis Lüneburg kümmern, Lücken im Radewegenetz finden und die Qualität der Wege überprüfen. Vor allem erhoffen sich Politik und Verwaltung neue Impulse: „Wer die Aufgabe annimmt, kann und soll uns frei und ehrlich sagen, wo der Schuh drückt“, erläutert der Landrat.

Der pensionierte Berufsschullehrer Jürgen Heisrath hatte das Ehrenamt nach knapp anderthalb Jahren zum 31. Juli niedergelegt, weil seine Ideen zu oft an der Umsetzbarkeit gescheitert waren. Auch er hatte dafür plädiert, die Stelle hauptamtlich zu besetzen. Die Kreisausschuss-Mitglieder bedankten sich für seine konstruktive Arbeit.

Wer Interesse am ehrenamtlichen Engagement als Radverkehrsbeauftragter für den Kreis Lüneburg hat, wendet sich an Detlev Paschen von der Kreisverwaltung unter Tel.:261374 oder an die Politik im Kreis. Die endgültige Entscheidung über die Neubesetzung des Ehrenamtes fällt der Kreistag.