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Natürlich mit Milch stießen Karsten Riggert, seine Kollegin Heather Quadejacob (hinten 3.v.l.) mit Schülern der Tansania AG und den Gästen aus der Partnerschule um Schulleiterin Sophia Adess (vorne 4.v.l.) und Sekretärin Lilian Mwinuka (vorne 4.v.r.) auf die Auszeichnung an. Foto: be
Natürlich mit Milch stießen Karsten Riggert, seine Kollegin Heather Quadejacob (hinten 3.v.l.) mit Schülern der Tansania AG und den Gästen aus der Partnerschule um Schulleiterin Sophia Adess (vorne 4.v.l.) und Sekretärin Lilian Mwinuka (vorne 4.v.r.) auf die Auszeichnung an. Foto: be

Eine ziemlich „Kuhle Idee“

as Lüneburg. Seit 2006 engagieren sich Schüler der Wilhelm-Raabe-Schule für ihre Partnerschule in Tansania, die Bishop Moshi Secondary School in Marangu. Gemeinsam haben sie zuletzt eine „Kuhle Idee“ entwickelt und umgesetzt: Milchkühe für die Versorgung der afrikanischen Schule. Für das Projekt wurden sie jetzt von „Jugend hilft!“ in Berlin ausgezeichnet.

Jugend hilft! ist eine Organisation, die Jugendliche ermutigen möchte, sich sozial und ökologisch zu engagieren. „Jugendliche können sich bundesweit mit ihren Projekten bewerben, die besten zehn werden ausgezeichnet“, erläutert Karsten Riggert, der die Tansania AG der Raabe-Schule leitet. Als Unesco-Projektschule sieht sich das Gymnasium den Ideen der internationalen Verständigung und Zusammenarbeit sowie des interkulturellen Lernens verpflichtet. Dazu unterhält die Schule viele Kontakte und Partnerschaften zu ausländischen Schulen. Eine besondere Partnerschaft ist die zur Bishop Moshi Secondary School. Seit Gründung der Partnerschaft sind bereits drei Schülergruppen in Tansania gewesen, zurzeit freuen sich die Lüneburger über den dritten Gegenbesuch von Schülern um Sophia Adess, Leiterin der Bishop Moshi Secondary School in Lüneburg.

Das Projekt „Milch für unsere Partnerschule“ hatten elf Gymnasiasten bei ihrem jüngsten Besuch in Tansania mit Schülern der Partnerschule entwickelt. Dabei zeigten sich die Lüneburger zunächst noch etwas verblüfft über den Vorschlag, Kühe für die Partnerschule zu kaufen. Doch dann fanden sie die Idee perfekt. Denn die Haltung von Vieh ist in der Kilimandscharo-Region weit verbreitet, und Agrikultur wird in der Schule unterrichtet. Drei Kühe wurden angeschafft, mit deren Milch nicht nur die Schule versorgt wird, sondern die auf dem nahegelegenen Markt auch noch verkauft werden kann. „Jugend hilft! hat für das Projekt 2500 Euro bereitgestellt“, erläutert Riggert.

Mit einem energieeffizienten Kühlschrank kann die Milch auch längere Zeit kühl gehalten werden. Für den Strom für den Kühlschrank haben die Lüneburger Schüler übrigens auch schon gesorgt, bereits im vergangenen Jahr bauten sie eine Solaranlage auf das Dach der Schule in Tansania.

Aus Freude über die Auszeichnung stießen am Wochenende einige Schüler der Tansania AG mit ihren Freunden aus der Partnerschule an. „Aufgrund des Besuchs aus Tansania waren nur einige der AG zur Preisverleihung nach Berlin gefahren, wo sie und Preisträger anderer Schulen am Sonntag auch von Bundespräsident Joachim Gauck empfangen wurden“, berichtet Riggert.

Und weil die Lüneburger Schüler und ihre tansanischen Freunde sehr erfindungsreich und engagiert sind, steckt das nächste Projekt natürlich schon in den Startlöchern: Gemeinsam möchten sie eine Biogasanlage errichten, die mit dem Stallmist aus der Viehhaltung betrieben wird und durch die die Verwendung von Brennholz für die Schulküche verringert werden soll. Auch das hört sich preisverdächtig an.