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In der Süßen Heide gilt Tempo 30. Doch auf Dauer gebe es dafür beim Gros der Autofahrer keine Akzeptanz, sind sich Stadt und Ortsrat Oedeme einig. Foto: be
In der Süßen Heide gilt Tempo 30. Doch auf Dauer gebe es dafür beim Gros der Autofahrer keine Akzeptanz, sind sich Stadt und Ortsrat Oedeme einig. Foto: be

Kaum Akzeptanz für Tempo 30

ahe Lüneburg. In der Süßen Heide wird häufig zu schnell gefahren zumindest, seit die langjährige Schlaglochpiste eine neue Decke erhalten hat und dort Tempo 30 gilt. In der Zeit vom 9. bis zum 31. Juli hat die Stadt dort die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge in Richtung Soltauer Allee gemessen. Ergebnis: Viele sind dort in den drei Wochen zu schnell gefahren. Bei 17000 gemessenen Fahrzeugen hat die Stadt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 42 km/h ermittelt. „Ausreißer gab es aber vor allem nachts, da war auch mal ein Autofahrer schneller als mit 90 km/h unterwegs“, analysierte Dr. Karl-Heinz Rehbein für die Verwaltung jetzt im Ortsrat Oedeme. Das sei ohne Zweifel unverantwortlich, das Gesamtergebnis aber habe ihn nicht überrascht angesichts der geraden Streckenführung.

Ist die Situation angesichts der im Mittel eher geringen Abweichung tolerabel? Können die Tempo-30-Schilder wieder entfernt werden oder sollen sie stehen bleiben? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Anwohner wünschen sich, dass die Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit bleibt, weil sonst wohl noch schneller gefahren werde. Rehbein hingegen sieht rechtliche Bedenken für Tempo 30 auf Dauer und warnte zudem vor einem Abnutzungseffekt: Wenn zu viele Schilder aufgestellt würden, die viele Autofahrer als nicht sinnvoll erachten, würden sie sich auch immer weniger an die Vorgaben halten. „Eine Beschilderung, von der wir wissen, dass sie nicht akzeptiert und somit die Höchstgeschwindigkeit nicht eingehalten wird, sollten wir nicht auf Dauer aufstellen“, meinte er und erhielt dafür Rückendeckung von Ortsbürgermeisterin Christel John (CDU) und Birte Schellmann (FDP). Beide halten Tempo 30 hier für nicht sinnvoll.

Bauliche Maßnahmen, also zum Beispiel die Schaffung von Engstellen, will die Stadt In der Süßen Heide nicht umsetzen. „Das würde zu Lasten des Häcklinger Weges gehen, der parallel verläuft“, argumentierte Rehbein. Aber die Stadt will sich an den Landkreis wenden, damit der in diesem Bereich „sanktionierende Messungen“ umsetzt. Heißt im Klartext: Wer dann zu schnell fährt, soll dafür auch zur Kasse gebeten werden.

Straßensanierung
Die Straße Kunkelberg soll noch in diesem Herbst eine neue Fahrbahndecke bekommen. Dagegen müssen Anwohner des Steinwegs noch warten. Hier soll die Deckschicht erst im nächsten Jahr und auch nur in Teilen ausgebessert werden. Das teilte Oedemes Ortsbürgermeisterin Christel John in der Ortsratssitzung mit.