Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Veganer Lebenswandel +++ mit Rezept-Tipps
Tipps und Tricks rund um vegane Ernährung teilt Juliane Anker auf ihrem Internet-Blog mit: www.veganaholic.blogspot.com. Foto: t&w
Tipps und Tricks rund um vegane Ernährung teilt Juliane Anker auf ihrem Internet-Blog mit: www.veganaholic.blogspot.com. Foto: t&w

Veganer Lebenswandel +++ mit Rezept-Tipps

Rund 1,2 Millionen Veganer sollen nach Schätzungen in Deutschland leben. Längst ist der Verzicht auf tierische Produkte kein Randphänomen mehr. Die LZ-Mitarbeiter Max Matthies und Anke Dankers sind der Frage nachgegangen, was den veganen Lebensstil ausmacht. Die Antworten lesen Sie heute und morgen in der LZ.

ada Lüneburg. Es begann als Experiment und wurde zur Lebenseinstellung: Seit gut einem dreiviertel Jahr lebt Juliane Anker vegan und bloggt darüber. Ob Wurst, Käse oder Milch – tierische Produkte sind auf dem Speiseplan der 23-Jährigen tabu.

Statt Hackfleisch gibt es Tofu, in die Lieblings-Lasagne der Lüneburgerin gehören Zucchinis und Mandelmousse. „Die schmeckt besser als normale Lasagne“, findet Juliane Anker. Auslöser für ihren Lebenswandel war ein Film über Massentierhaltung, den die Studentin im Internet gesehen hatte. „Der Film hat mich zum Nachdenken angeregt, und dann habe ich weiter recherchiert.“ Ihre Recherchen führten Juliane Anker zu dem veganen Koch Attila Hildmann, der mit seinem Kochbuch „Vegan for fit“ einen Ernährungsplan für 30 Tage vegan auf Probe anbietet.

Probieren könne man es ja mal, da waren sie und ihr Partner sich einig. „Ich habe meinem Freund gesagt, mit der veganen Ernährung kann man auch abnehmen, und damit habe ich ihn ein bisschen geködert“, gesteht sie mit einem Lächeln. Doch aller Anfang war schwer, vor allem auf Milchprodukte wie Quark und Käse zu verzichten, war für das Paar zunächst eine echte Umstellung: „Du kannst nicht mal schnell irgendwo was essen gehen, aber nach zwei, drei Wochen gewöhnt man sich daran.“ Daran gewöhnen mussten sich auch Familie und Freunde. Gerade bei Oma und Opa sei das ein bisschen schwieriger gewesen. „Wir müssen uns wahrscheinlich unser Essen jetzt selber mitbringen, wenn wir grillen oder so. Akzeptiert haben es alle, manche finden es aber auch ein bisschen komisch“, sagt Juliane Anker.

Zehn Monate und zwanzig verlorene Kilos später sind sie und ihr Freund längst nicht mehr nur Veganer auf Zeit. „Es hat uns so gut gefallen, dass wir dabei geblieben sind. Man fühlt sich viel fitter und energiegeladener, ich brauche weniger Schlaf“, sagt Juliane Anker. Erfahrungen, die die Lüneburgerin mit anderen teilen wollte.

Sie eröffnete im März den Blog „veganaholic“, verrät dort ihre Tipps und Tricks rund um die vegane Ernährung. Bis zu 600 Besucher zählt der Blog täglich, 76000 Besucher waren es bisher insgesamt. „Viele sind gar keine Veganer und wollen es auch nicht werden. Sie lesen den Blog trotzdem, weil es auch viel um gesunde Ernährung geht“, vermutet Juliane Anker.

Doch auch wenn die Studentin nicht jeden der Leser für vegane Ernährung begeistern kann, für sie ist klar: Tierische Produkte haben auch künftig nichts auf ihrem Teller zu suchen. „Wir vermissen nichts.“

Den Blog der Studentin Juliane Anker finden Sie unter www.veganaholic.blogspot.com im Internet.

Wer isst was?

Vegetarier: Sie verzichten auf den Verzehr von Fleisch und Fisch.
Ovo-Vegetarier: Sie essen kein Fleisch oder Fisch und konsumieren keine Milchprodukte.
Lacto-Vegetarier: Auf ihrem Speiseplan stehen weder Fleisch und Fisch noch Eier.
Veganer: Sie verzichten bei ihrer Ernährung auf alle tierischen Produkte.
Frutarier: Sie ernähren sich nur von pflanzlichen Lebensmitteln, deren Gewinnung der Pflanze nicht schadet. Dazu gehören Fallobst, Nüsse und Samen.
Pescetarier: Sie verzichten auf Fleisch, essen aber Fisch. Auch Honig, Eier und Milch gehören auf den Speiseplan der meisten Pescetarier.
Rohköstler: Grundsätzlich sind Rohköstler offen gegenüber allen Arten von Lebensmitteln. Während der Verarbeitung dürfen die Produkte nicht mehr als 40 Grad erhitzt werden. So sollen Vitamine und Enzyme erhalten bleiben.
Freeganer: Sie ernähren sich nur von Lebensmitteln, die nicht aus kommerziellem Handel stammen. Um auf das Konsumverhalten ihrer Mitmenschen aufmerksam zu machen, essen Freeganer nur gefundene, geschenkte oder selbst angebaute Lebensmittel.

Leckere vegane Rezepte:

NudelnSpaghetti Bolognese
Zutaten für 4 Personen:
100 g Grünkernschrot
2 EL Öl
1 Zwiebel
1 Möhre
1 rote Paprika
300 ml Gemüsebrühe
1 Dose Tomaten, geschält, evtl. passiert
Balsamico Essig
Salz, Pfeffer, Basilikum, Oregano
Grünkernschrot, gewürfelte Zwiebel und klein geschnittene Möhre in Öl anbraten, in Gemüsebrühe ungefähr 10 Minuten garen. Mit Tomaten auffüllen, gewürfelte Paprika dazu geben und erneut durchkochen. Mit den Gewürzen abschmecken. Die Soße zu Spaghetti reichen.

4475865Lasagne:
Zutaten für 4 Personen:
180 g Naturtofu
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
120 g Möhren
130 g Tomatenmark
1 TL Oregano
1,5 TL Agavendicksaft
70 ml Rotwein
frisches Basilikum
15 g weißes Mandelmus
10 ml Wasser
1 Zucchini
Salz, Pfeffer, Olivenöl
Tofu zerkleinern und mit Zwiebeln, Knoblauch und kleingeschnittenen Möhren in Öl anbraten. Tomatenmark, Agavendicksaft und Oregano dazu geben, gut durchmischen und mit Rotwein ablöschen. Kurz aufkochen lassen, dann vom Herd nehmen und Basilikum unterheben. Das Mandelmus mit Wasser verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. In einer Auflaufform die geschnittenen Zucchinischeiben und Tofu-Füllung abwechselnd schichten. Anschließend die Lasange mit dem Mandelmus bestreichen und für circa fünf Minuten im vorgeheizten Backhofen bei 250 Grad überbacken.

Karotten-Puffer mit Kichererbsenmehl 4475870
Rezept für 12 Stück:
4 große Kartoffeln, festkochend
2 Zwiebeln
1 Möhre
1 EL Zitronensaft
5 EL Kichererbsenmehl
Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Kartoffeln, Zwiebeln und Möhre in eine Rührschüssel reiben. Den Zi­tronensaft darüber träufeln und mit dem Kichererbsenmehl binden. Dann gut abschmecken. In der Pfanne etwas Öl erhitzen. Jeweils einen Esslöffel der Puffer-Masse hineingeben und flachdrücken. Bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldgelb anbraten.

 

 

2 Kommentare

  1. tolles Interview, klasse Lebenswandel und ein toller Blog. Und dann noch ein Interview in der LZ! Mein Respekt, weiter so 🙂

  2. Eine vegane Ernährung ist deutlich umweltfreundlicher als die übliche, fleisch- und käsebetonte Durchschnittskost: Sie verbraucht weniger Energie, Rohstoffe und Wasser, belegt weniger Landfläche und erzeugt deutlich weniger Klimagase. Aus ethischer Sicht ist die vegane Ernährung die konsequenteste Art, verantwortlich mit unserer Mitwelt umzugehen und so wenigen Mitlebewesen wie möglich durch unsere Lebensmittelauswahl zu schaden.