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Niklas Drexler (l.), Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Niedersachsen, und Tjark Thönßen, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes, wollen mit ihrer Aktion auf dem Marktplatz die Bildungsblase der rot-grünen Landesregierung platzen lassen. Foto: t&w
Niklas Drexler (l.), Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Niedersachsen, und Tjark Thönßen, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes, wollen mit ihrer Aktion auf dem Marktplatz die Bildungsblase der rot-grünen Landesregierung platzen lassen. Foto: t&w

Die Julis und ihre Bildungsblase

ahe Lüneburg. Im Bemühen, nicht in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden, braucht es plakative Aktionen. Solche, die ein schönes Foto für die Zeitung hergeben. Die Jungen Liberalen Niedersachsen setzen beim Streben nach Aufmerksamkeit auf Seifenblasen. Ein prima Bild, um zu symbolisieren, wie die „rot-grüne Bildungsblase“ zerplatzt, findet der FDP-Nachwuchs. Weil sich das nicht jedem gleich erschließt, stehen drei Jungliberale auf dem Lüneburger Marktplatz, um ihre Idee zu erklären.

Der Landesvorsitzende Nik-las Drexler hat sich die Kultusministerin als Zielscheibe der Kritik ausgesucht. Was die zuletzt umgesetzt habe und noch plane, hält er für falsch. Frauke Heiligenstadt (SPD) möchte es künftig den Grundschulen überlassen, ob sie in den Klassen 3 und 4 Noten vergeben. Die Schullaufbahnempfehlung steht ebenso zur Disposition wie das Sitzenbleiben. Dass die Gymnasiallehrer eine Stunde pro Woche mehr arbeiten müssen und die Integrierte Gesamtschule nicht mehr nur zusätzlich, sondern wenn es gewünscht ist, auch bestehende Schulen ersetzen könnte, all das hält Drexler für falsch. Er spricht von einer „ideologischen Blase“: „Statt über die Qualität von Schule zu reden, müssen wir jetzt wieder über die Struktur sprechen.“ Er hält das dreigliedrige System für gut: „Haupt- und Realschulen müssen gestärkt werden, aber sie wurden vernachlässigt.“ Dass Hauptschulen in den vergangenen Jahren kaum noch ausgewählt wurden, sieht er nicht als Grund, seine Haltung zu revidieren. Und dass es die CDU/FDP-Landesregierung war, die die Oberschule als Verschmelzung von Haupt- und Realschule eingeführt und damit quasi das Totengeläut selbst betätigt hat, lässt er unerwähnt.

Drexler findet: „Die Bildungspläne gehen an der Realität vorbei. Schüler merken, wenn sie in der Grundschule und in der Gesamtschule lange keine Noten bekommen, womöglich erst in Klasse 8 oder 9 zum ersten Mal: ,Huch, ich bin ja doch nicht so gut wie ich dachte.“ Mit den Seifenblasen und ihrem Slogan „Träumen ist schön, Träume leben ist schöner“ tourt Drexler durch Niedersachsen. Neben Lüneburg waren und sind unter anderem Hannover, Braunschweig und Göttingen Stationen der Kritiker des rot-grünen Bildungskurses.