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Foto: t&wAm SandeDreirad Rikscha Taxi Service

Im Strandkorb durch Lüneburg

ahe Lüneburg. Die Taxi-Fahrer in Lüneburg haben neue Konkurrenz auf drei Rädern: Marco Janssen und Harald Studt haben einen Chauffeurdienst mit Fahrradrikschas gegründet. Der jeweilige Fahrer befördert in liegeähnlicher Position bis zu zwei Passagiere pro Fahrt, die in einer Art Strandkorb Platz nehmen können. Einsatzgebiet ist vor allem das Stadtgebiet. Doch auch die angrenzenden Orte will das Duo bedienen. „Bis zu sieben Kilometer pro Strecke sind machbar“, ist Janssen sicher. Der 30-Jährige und sein Geschäftspartner starten mit drei Trimobilen, wie die Gefährte offiziell heißen und die sie extra haben anfertigen lassen. Auch spezielle Stadtführungen bieten sie an: „Zum Beispiel eine Rote-Rosen-Tour zu den Drehorten der Serie inklusive Studioführung, eine Ilmenau-Tour oder auch eine Tour zum Schiffshebewerk nach Scharnebeck.“

Die Resonanz in den ersten Tagen sei überraschend groß. Schon jetzt suchen sie zu den drei bislang eingesetzten Fahrern drei weitere Chauffeure. Die Idee haben sich die Lüneburger in anderen Städten abgeschaut. „In Berlin sind Fahrradrikschas gang und gäbe“, sagt Janssen. „Und Lüneburg ist doch eine sehr fahrradfreundliche Stadt.“ Und als Schnecke im Vergleich zu den anderen Chauffeuren sieht er sich auch nicht. Gerade im Stadtgebiet sei man mit dem Rad oft schneller unterwegs als mit dem Auto. Am Marktplatz und auf dem Platz Am Sande warten die neuen Gefährte auf Kunden, fahren auf Zuruf oder auch per telefonischer Bestellung. Darüber hinaus bieten sie einen Shuttle-Service von den Seniorenheimen Alte Stadtgärtnerei und Domicil zum Platz Am Sande und zurück, denn: „Gerade die Einrichtung an der Konrad-Adenauer-Straße ist schlecht ans ÖPNV-Netz angebunden, die Bewohner müssen bis zur nächsten Bushaltestelle immer ein ganzes Stück laufen“, hat Jura-Student Janssen beobachtet. Künftig können sie direkt vor der Tür bei ihm einsteigen und sich zum Arzt oder zum Einkaufen bringen lassen. Noch dazu umweltfreundlich und leise. Der Nachteil: Bei starkem Regen fahren sie nicht.

Die Trimobile könnten bis zu 300 Kilo „Ladung“ verkraften, also zusätzlich zum Fahrer auch zwei durchaus gewichtigere Fahrgäste problemlos aufnehmen. Bis zu einem Tempo von 25 km/h unterstütze ein Elektromotor den Chauffeur. Vor allem abends sieht das Duo Bedarf, dann, wenn keine Busse mehr fahren. Gerade auf Kurzstrecken, die sich für Taxifahrer nicht lohnen, strampeln sie. Für drei Euro pro Tour in der Innenstadt möchten sie zum Beispiel Kneipenbesucher nach Hause fahren. Die 30- oder 60-minütigen Stadtrundfahrten sind da mit 19 beziehungsweise 34,90 Euro schon teurer. Ihr Betrieb könnte künftig zwischen April und Oktober laufen. Eigentlich wollten die Jungunternehmer schon Anfang August starten, doch die Trimobile ließen auf sich warten. Im nächsten Jahr wollen sie ihre Fahrdienste auf weitere Orte ausdehnen, Studt nennt als Beispiele Bad Bevensen, Amelinghausen sowie Timmendorf. Neben der Personenbeförderung wollen sie künftig auch Waren transportieren. Auch bieten sie ihre Trimobile zum Verleih und weitere Exemplare zum Verkauf an. Mehr Informationen auf www.trimotours.de im Internet.