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Birgit von Paris und ihre Kollegen helfen syrischen Flüchtlingskindern bei den Hausaufgaben. Das ist nicht einfach, da die Mädchen und Jungen kein Deutsch sprechen. Foto: t&w
Birgit von Paris und ihre Kollegen helfen syrischen Flüchtlingskindern bei den Hausaufgaben. Das ist nicht einfach, da die Mädchen und Jungen kein Deutsch sprechen. Foto: t&w

Helfer dringend gesucht

ca Lüneburg. Die Mädchen und Jungen möchten gern in der Schule mitkommen, sie geben sich große Mühe, ihre Hausaufgaben zu erledigen, stoßen dabei aber an Grenzen: Sie sprechen kaum Deutsch. Die Kinder sind mit ihren Eltern aus dem syrischen Bürgerkrieg geflohen, leben jetzt beispielsweise in der städtischen Unterkunft in der alten Schlieffenkaserne. Am Nachmittag kommen sie zur Kindertafel, dort gibt es einen Mittagstisch und Hausaufgabenhilfe.

Leiterin Birgit von Paris und ihre Mitarbeiter helfen gerne, doch sie funken S.O.S.. „Wir bräuchten wegen der Sprachprobleme für die Kinder fast eine 1:1-Betreuung“, sagt die Leiterin. „So große Kapazitäten haben wir aber nicht.“ Sie hofft nun, weitere Ehrenamtliche zu finden, die die Kinder beim Lesen, Schreiben und Rechnen unterstützen.

Seit fast zwanzig Jahren betreut die Kindertafel der Paul-Gerhardt-Gemeinde ehrenamtlich Familien, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Aktuell nutzen 42 Mädchen und Jungen das Angebot. Darunter sind 15, die aus arabischsprachigen Ländern stammen. Zwar versuchen Eltern aus anderen Familien zu helfen, die ebenfalls als Zuwanderer gekommen sind, doch auch sie verstehen die Dialekte der „Neuen“ nicht immer oder sprechen selbst wenig Deutsch. Auch Englisch sei nur bruchstückhaft vorhanden.

Birgit von Paris betont, dass sie niemandem einen Vorwurf machen möchte. In der Unterkunft seien die Sozialarbeiter sehr bemüht, in den Schulen säßen die Kinder neben anderen im Unterricht, eine besondere Förderung sei kaum möglich. Trotz allem gebe es Fortschritte, denn die Kinder, die zu den Angeboten kommen, lernen beim Miteinander eben auch von­einander.

Doch nicht nur die Schüler kommen. „Wir haben auch die Familien hier, die um Hilfe bitten“, berichtet Birgit von Paris. Da sitzen Mütter, die Anträge nicht verstehen, in denen es zum Beispiel um einen Kindergartenplatz geht. Die Leiterin greift zum Telefon, um das Prob­lem zu klären.

Das alles klingt nach Mühe, doch Birgit von Paris sieht es positiv: „Die Familien sind eine Bereicherung für uns und die Gemeinde. Wir freuen uns, dass die Kinder da sind.“ Längst gibt es ein Miteinander, die Kindertafel bittet Mütter zum gemeinsamen Kochen im Gemeindehaus an der Bunsenstraße. Auch die syrischen Frauen kommen und fühlen sich genauso wohl wie die anderen.
29Wer helfen möchte, erreicht Birgit von Paris am Vormittag unter Tel.: 82609 und am Nachmittag unter Tel.: 223477.