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An der Dahlenburger Landstraße müssen Radfahrer stadtauswärts künftig ab Theodor-Heuss-Straße zu den Autofahrern auf die Fahrbahn wechseln. Die Spur soll durch Markierungen zum Schutzstreifen werden. Foto: t&w
An der Dahlenburger Landstraße müssen Radfahrer stadtauswärts künftig ab Theodor-Heuss-Straße zu den Autofahrern auf die Fahrbahn wechseln. Die Spur soll durch Markierungen zum Schutzstreifen werden. Foto: t&w

Radler müssen auf die Straße

ca Lüneburg. Rad fahren auf der Straße ist nach Meinung von Fachleuten sicherer. Nun will die Stadt die Radler an einer neuen Stelle auf die Fahrbahn bringen: An der Dahlenburger Landstraße müssen sie stadtauswärts künftig ab Theodor-Heuss-Straße zu den Autofahrern wechseln. Die Spur soll durch Markierungen zu einem Schutzstreifen werden. Pa­rallel dazu verschwindet der alte Radweg, und Arbeiter sanieren den Gehweg. Die Pläne stellten Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Radverkehrsexperte Michael Thöring im Verkehrsausschuss des Rates vor.

Eigentlich hätten die Straßenbauer längst anrücken sollen, da sich aber Zuschüsse aus Berlin verzögern, geht es später los. Ein Teil der Arbeiten soll noch in diesem Jahr erledigt werden, der Rest im kommenden.

Am Ende sollen Radfahrer komfortabler dahingleiten, denn der alte Radweg ist marode, Gleiches gilt für den Fußweg. Die Stadt möchte durch das Projekt auch den Alleecharakter der Dahlenburger Landstraße mehr betonen. Die Maßnahme setzt sich fort bis zum sogenannten Toten Weg, also in etwa bis zur Abfahrt zum KVG-Gelände. An der Ampel wechseln Radfahrer dann auf die andere Seite, um weiter in Richtung Barendorf zu strampeln. Bekanntlich verläuft der Radweg dort nur einseitig an der B216 entlang. Überarbeitet wird auch die Haltestelle gegenüber dem Wacholderweg.

Ähnliche Lösungen hat die Stadt an der Uelzener Straße und am Oedemer Weg gefunden. Jüngstes Beispiel: Weil es am Geld fehlte, den Radweg stadteinwärts an der Hamburger Straße zu sanieren, wurde auch dort ein Schutzstreifen auf dem Asphalt eingerichtet. An­dreas Dobslaw, der für die Polizei im Ausschuss sitzt, sagte, es gebe weder Beschwerden noch Unfälle. Das Prinzip habe sich bewährt. Für die CDU mahnte Wolfgang Kuhn an: Im Winter möge die Stadtreinigung darauf achten, Schnee nicht auf den Radweg zu schieben.

Ein weiteres Thema war die Busanbindung ins Hanseviertel. Wie berichtet, hat die Stadt das ursprüngliche Konzept nach Protest von Anwohnern gekippt. Mädge räumte jetzt ein, dass die Planung „nicht optimal“ gelaufen sei. Doch letztlich habe das Ganze sein Gutes. Da die Stadt das Gebiet nun schneller als gedacht als Bauland nutzen könne, lohne es sich, die Erschließung durch den Bus anders zu planen. Und die soll über die Bleckeder Landstraße erfolgen. Details erarbeitet die Verwaltung noch.

Kritik kam von Michèl Pauly von den Linken: Wer dort wohne, sei schlecht ans Busnetz angebunden. Mädge konterte: Unter anderem an der Ecke Meisterweg/Hansestraße gebe es einen Halt, ein zumutbarer Fußweg. Dr. Gerhard Scharf (CDU) mahnte, bei den Planungen die Taktzeiten der Busse zu beachten, sodass andere Fahrgäste keine Verzögerungen erleben. Ulrich Löb (Grüne) möchte keine Verschlechterungen für Anwohner in benachbarten Wohngebieten. Heiko Dörbaum (SPD) begrüßt die neue Lösung, da nun bedarfsgerechter geplant werden kann.

Baumaschinen rollen

Die Willy-Brandt-Straße wird zwischen Feldstraße und der Zufahrt zum Gelände des Lidl-Marktes und des Fuller-Werkes saniert. Fachbereichsleiterin Uta Hese-beck, bei der Verwaltung für Straßenbau zuständig, erklärte, was passiert. Da das Fuller-Werk wächst, benötigt das Unternehmen eine neue Zufahrt. Die Kosten trägt der Konzern. Parallel dazu lässt die Stadt die Straße und den Radweg überarbeiten. Aktuell entsteht gegenüber der Unternehmenszufahrt eine Lärmschutzwand. Alles in allem Ausgaben von rund 2,4 Millionen Euro, davon trägt die Stadt 400000 Euro.

An der Wittenberger Bahn entsteht der Ilmenau-Radwanderweg. Er soll von der Altenbrückertorstraße in Richtung Wilschenbruch führen. Er bindet auch das Wehr an der Ilmenau in Höhe des neuen Museums an. Das wird bekanntlich so umgebaut, dass es das neue Baugebiet besser mit der Stadt verbindet, Radler und Fußgänger können es passieren. In der Folge wird auch die abgerissene Brücke an der Nordlandhalle erneuert.

Susanne Wermuth vom Ordnungsamt berichtete, dass an der Straße Am Kreideberg ein paar Parkplätze weggefallen sind. Der Grund dafür: Da Busse und Autos sich in einer Kurve im Gegenverkehr ins Gehege kamen, gilt dort nun ein Halteverbot. ca

One comment

  1. Äpfel mit Birnen verglichen?

    Die Experten und die Polizei sind der Meinung das Radfahren auf der Strasse sicherer ist und das auch weil Beispiele wie Hamburger oder Uelzener Str. zu keinen Unfällen oder Beschwerden geführt haben? Ich bin der Meinung dieser Vergleich hinkt.
    Gerade die Dahlenburger Landstr. wird viel und schnell befahren und hat einige Ampeln und Geschäfte mit viel Querverkehr. All das haben die angeführten Beispielstrasse nicht.
    Speziell die Hamburger Str. bietet weiterhin einen alternativen Fahrradweg auf der linken Seite, den ich der Strasse immer vorziehe.
    Bleibt zu hoffen das sich die Auto- und Lkw Fahrer sich schnell auf die veränderte Situation einstellen.