Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Rennen der Drachenbootbauer
Nur die Drachen schauten finster drein beim transnationalen Drachenbootrennen zwischen polnischen (l.) und dänischen Jugendlichen auf der Ilmenau. Foto: t&w
Nur die Drachen schauten finster drein beim transnationalen Drachenbootrennen zwischen polnischen (l.) und dänischen Jugendlichen auf der Ilmenau. Foto: t&w

Rennen der Drachenbootbauer

us Lüneburg. Das Stimmengewirr aus Dänisch, Deutsch und Polnisch, das am Bootsanleger des Lüneburger Ruderclubs zu hören war, gehörte mit zum Programm. Rund 50 Jugendliche aus den drei Ländern waren zusammengekommen, um gemeinsam den Höhepunkt des länderübergreifenden Projekts „Drachenboot transnational“ zu begehen, das mit dem Bau eines Drachenbootes begann. Inzwischen sind aus einem Boot zwei geworden, Grund genug für die Polen, Dänen und Deutschen, den Abschluss ihres Treffens mit einem Rennen auf der Ilmenau zu beenden.

„Jede Gruppe hat ihre Paddel selbst gebaut“, berichtet Andrea Exner, Projektleiterin der Lüneburger Jugendwerkstatt, die von job.sozial getragen und mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert wird. Unterstützung gab es zudem von den Unternehmen Nordson und Impreglon/Bergström, sie finanzierten die Anschaffung der Bootsrümpfe. Ziel des Projekts ist es, arbeitsuchenden Menschen unter 27 Jahren unter fachlicher Anleitung berufliche Qualifizierung und Beschäftigung zu bieten.

„Hier in Lüneburg wurden sämtliche Holzteile wie Dollbordleiste, Sitzflächen, Trommelstuhl und Seitenruder hergestellt.“ Drachenkopf und Drachenschweif entstanden im Rahmen einer Fahrt der deutschen Gruppe im Mai nach Skive in Dänemark, wo die Produktionsschule Skive ähnliche Projekte organisiert, ebenso die Jugendeinrichtung Olsztyn, das frühere Allenstein, in Polen.

„Neben der Arbeit in den Werkstätten standen auch kulturelle Themen und Freizeitaktivitäten auf dem Programm“, erzählt Andrea Exner, „und natürlich die Verständigung, in drei Sprachen gar nicht so leicht.“ Eine Stadtrallye in Lüneburg gehörten, ebenso dazu wie die Besichtigung des Nikolaihofs in Bardowick und des Schiffshebewerks in Scharnebeck mit Besuch des dortigen Kletterwalds.

Im Mittelpunkt aber standen die Drachenboote, dazu zwei vorangestellte Trainingseinheiten. „Es ist aber keiner ins Wasser gefallen“, sagte Carl-Friedrich von Schack. Unter der Regie des gelernten Bootsbauers wurden sämtliche Holzarbeiten angefertigt, dessen dänische Sprachkenntnisse jetzt auch bei der Kommunikation halfen. „Das hat alles gut geklappt.“ Beim abschließenden Wettrennen bekamen die Jugendlichen Unterstützung von Auszubildenden der Firma Nordson, auch waren frühere Teilnehmer der Jugendwerkstatt gekommen, um die freien Plätze in den Booten aufzufüllen.

Ende Oktober endet das Projekt offiziell, doch es wird bereits an Weiterentwicklungsperspektiven im Ausbildungs- und Arbeitsmarkt gearbeitet, wie Andrea Exner berichtet. Das Drachenbootrennen entschied übrigens die deutsche Gruppe für sich.