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Cornelia von Arnim leitet das Beratungsbüro an der Wallstraße 4. Foto: A/be
Cornelia von Arnim leitet das Beratungsbüro an der Wallstraße 4. Foto: A/be

Wenn die Werber nerven

rast Lüneburg. Werbeanrufe nerven, häufig geht es dabei um Gewinnspiele. Cornelia von Arnim, Leiterin des Lüneburger Beratungsbüros der Verbraucherzentrale, weiß: ,,Die anrufenden Firmen behaupten sogar, die Verbraucher hätten bereits einen Vertrag abgeschlossen, fordern deshalb mit Nachdruck zum Teil größere Summen ein.“ Doch nach dem seit 2013 greifenden Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken  dem Anti-Abzock-Gesetz  werden Verträge über Gewinnspieldienste nur noch wirksam, wenn sie schriftlich, per Fax oder per E-Mail geschlossen werden. Ein Vertragsabschluss per Telefon reicht nicht mehr aus. Cornelia von Arnim sagt: ,,Mit einem Musterschreiben der Verbraucherzentrale wehrten sich viele Betroffene erfolgreich gegen diese Forderungen.“ Die Verbraucherschützerin aber warnt: ,,Andere telefonisch abgeschlossene Verträge bleiben dagegen wirksam.“

Cornelia von Arnim hat jetzt ihren Geschäftsbericht für 2013 vorgelegt, in dem erneut ein starker Anstieg der Expertenhilfe registriert wird: Suchten 2011 noch 1750 Bürger Hilfe über die Beratungsstelle an der Wallstraße, waren es 2012 bereits 2225  und im vergangenen Jahr gab es 2824 Kontakte.

Bei den Beratungen machte der Bereich Telekommunikation und Internet 25,2 Prozent aller Fragen aus. Von Arnim: „Besitzer von Smartphones ärgerten sich über nicht nachvollziehbare hohe Telefonrechnungen, Internetnutzern flatterten Rechnungen wegen eines angeblich abgeschlossenen Dienstleistungsvertrags ins Haus. In den meisten Fällen konnte unsere Rechtsberatungsstelle helfen.“ In der zweiten Jahreshälfte habe die Beratungsstelle über landesweit versandte E-Mails mit dubiosen Rechnungen informiert, in deren zip-Anhängen gefährliche Schadstoffware enthalten war.

Mit 31,1 Prozent schlugen Fragen zum Verbraucherrecht zu Buche: ,,Häufig ging es um die Gewährleistung. In vielen Fällen wurden Verbraucher von den Händlern abgewimmelt und hatten Probleme, ihre Ansprüche durchzusetzen.“ Beschwerden habe es vermehrt zu Haustürgeschäften gegeben: ,,Hier ging es oft um Verträge mit Energieversorgungs- und Telekommunikationsunternehmen. Verbraucher fühlten sich überrumpelt und bereuten den Abschluss der Verträge. Da war es gut, wenn das Recht zum Widerruf noch nicht abgelaufen war und der Vertrag mit unserer Hilfe aufgelöst werden konnte.“ Bei Haustürgeschäften und Kaffeefahrten gilt ein 14-tägiges Widerrufsrecht.

Bei der Beratung zur Altersvorsorge und Geldanlage, die 9,1 Prozent aller Beratungen ausmachte, ging es unter anderem um die richtige Produkt- und Anbieterwahl und eine optimale Finanzstrategie: ,,Verunsichert durch negative Berichterstattungen über die Riester-Rente ließen zahlreiche Verbraucher ihre bestehenden Verträge durch unsere Experten überprüfen und informierten sich über mögliche Folgen bei Kündigung und Beitragsfreistellung.“ Weitere Beratungsbereiche waren Energie und Energierecht (11 Prozent), Versicherungen (10,7), Kranken- und Pflegeversicherung (6,7), Finanzdienstleistungen (4,7) und Baufinanzierung (1,6 Prozent).

Die Verbraucherberatung, Wallstraße 4, ist montags in der Zeit von 14 bis 17 Uhr, donnerstags und freitags von 10 bis 13 Uhr geöffnet sowie mittwochs nach Terminvereinbarungen, die donnerstags und freitags unter Tel.44957 gemacht werden.