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Drei Bewerber sind offenbar noch im Rennen um den Posten des Ersten Kreisrats im Heidekreis. Zu dem Trio gehören soll nach LZ-Informationen auch Lüneburgs Kreisrätin Monika Scherf. Sie selbst äußert sich dazu nicht. Foto: t&w
Drei Bewerber sind offenbar noch im Rennen um den Posten des Ersten Kreisrats im Heidekreis. Zu dem Trio gehören soll nach LZ-Informationen auch Lüneburgs Kreisrätin Monika Scherf. Sie selbst äußert sich dazu nicht. Foto: t&w

Sprung in den Heidekreis?

kre Lüneburg/Soltau. Spätens nach der Niederlage gegen Manfred Nahrstedt bei der Landratswahl war Monika Scherf klar: Ihr Engagement als Kreisrätin im Landkreis Lüneburg hat ein Verfallsdatum: In zwei Jahren endet ihre Dienstzeit. Bis dahin sollte sie also tunlichst eine neue Stelle gefunden haben. Das hat ihr auch Wahlgewinner Nahrstedt unmissverständlich nahe gelegt. Da passt es, dass der benachbarte Heidekreis mit seinen knapp 140000 Einwohnern zurzeit auf der Suche nach einer neuen Ersten Kreisrätin ist. Auf der Bewerberliste steht nach LZ-Informationen auch ein Name aus Lüneburg  der von Monika Scherf. Doch die wollte sich gestern auf Anfrage zu einer möglichen Kandidatur nicht äußern: ,,Kein Kommentar.“

Dabei wäre die Lüneburgerin geradezu prädestiniert für diesen Job: Zum einen, weil mit Scherf das Amt im Nachbarkreis weiterhin in Frauenhand bliebe. Denn zurzeit hat den Posten Helma Spöring inne, die aber zur neuen Bürgermeisterin von Walsrode gewählt wurde. Für Scherf spricht weiter, dass sie keiner Partei angehört. Genauso, wie ihr möglicher neuer Chef im Heidekreis, Landrat Manfred Ostermann. Auch der ist parteilos. Die Chemie, so wird kolportiert, zwischen beiden jedenfalls stimme.

Doch es gibt auch noch andere, die die Nachfolge von Helma Spöring antreten wollen. Von den ursprünglich 17 Bewerbern sind jetzt noch drei in der engeren Wahl: Neben Monika Scherf soll, wie die LZ aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, auch der stellvertretende Landrat des Heidekreises, Oliver Schulze, seinen Hut in den Ring geworfen haben. Beim dritten Bewerber soll es sich um eine Fachgruppenleiterin aus der Kreisverwaltung des Heidekreises handeln. Schulze selbst war gestern Abend bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Dass sich der CDU-Politiker und Beamte im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auch für andere Verwaltungsaufgaben geeignet hält, ist kein Geheimnis: Der Walsroder hatte bereits vor Jahren  allerdings erfolglos  für das Bürgermeisteramt in Walsrode kandidert.

Walsrode ist auch der Ausgangspunkt für das Stühlerücken im Kreishaus: In der 23000 Einwohner zählenden Stadt hatte die bisherige Bürgermeisterin Silke Lorenz angekündigt, nach nur einer Amtsperiode kein zweites Mal kandidieren zu wollen. Was letztlich wohl auch besser ist, denn seit langem schon hatte es in der Verwaltung und auch bei den Ratsfraktionen rumort, wurde die Unzufriedenheit mit der Rathauschefin immer lauter. Zu guter Letzt wurde die gebürtige Schleswig-Holsteinerin sogar ein Fall für den Steuerzahlerbund: Denn schon ein halbes Jahr vor ihrem Dienstzeitende hatte sich die Rathauschefin weniger um ihre Amtsgeschäfte und mehr um ihre Fortbildung gekümmert. Weit weg von Wals-rode, aber bei vollen Bezügen.

Jetzt also soll es die bisherige Erste Kreisrätin des Heidekreises, Helma Spöring, richten, die Ende Mai zur Nachfolgerin von Silke Lorenz gewählt wurde und in wenigen Wochen ihr neues Amt antreten wird. Damit wird ihr Stuhl in der Kreisverwaltung frei, doch die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin neigt sich dem Ende entgegen: Bereits am 10. Oktober tagt der Kreistag in Bad Fallingbostel. Dann wird die Nachfolge-Personalie für Helma Spöring geregelt, soll ein neuer Erster Kreisrat gewählt werden. Auf acht Jahre ins Amt gewählt wird der Bewerber oder die Bewerberin vom Kreistag, doch das Vorschlagsrecht hat Landrat Ostermann. Und der lässt sich bei der Personalsuche nicht in die Karten gucken.

Gut möglich, dass es wieder eine Frau wird, die womöglich aus Lüneburg kommt. Doch das sind bislang Spekulationen  und daran will Monika Scherf sich nicht beteiligen.