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Mit einem Feuerwerk gefeiert wurde der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 auch auf dem Lüneburger Marktplatz. Foto: A./be
Mit einem Feuerwerk gefeiert wurde der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 auch auf dem Lüneburger Marktplatz. Foto: A./be

Glocken, Hymne, Freudenfeuer

pet Lüneburg. Ganz Deutschland feierte vor 24 Jahren in die Deutsche Einheit hinein, auch in und um Lüneburg wurde der besondere Tag bejubelt  ein Überblick über die Ereignisse.

Mit der Nationalhymne, dargeboten um Mitternacht von Mitgliedern des Augustus-Chors, des Silcher-Chors und Musikern des Heeresmusikkorps 3, und einem Feuerwerk feierten die Lüneburger und viele Gäste auf dem Marktplatz die Wiedervereinigung. Schon Stunden vorher tummelten sich Tausende in der Innenstadt, lauschten vor dem Rathaus der Band Wander-Ei und vergnügten sich an den Buden der Schausteller, bis in die frühen Morgenstunden wurde gefeiert.

Gesetzter ging es am Vorabend des 3. Oktober im Fürstensaal des Rathauses zu. 600 Interessierte begrüßte Oberbürgermeister Jens Schreiber zur Feierstunde  viele mehr wollten dabei sein, fanden aber keinen Platz im Saal. Die Festrede hielt Prof. Dr. Uwe Thaysen, Politologe an der Uni Lüneburg. Die Kosten der Zukunftsinvestitionen dürften nicht verschleiert werden, wies er schon damals auf die hohen Kosten der Wiedervereinigung hin.

Ein ökumenischer Dankgottesdienst fand am Tag vor der Einheit um 18 Uhr in der Lüneburger St. Johanniskirche statt. Wohl unvergessen ist vielen Lüneburgern: Bereits zehn Minuten früher läuteten die Glocken aller Lüneburger Kirchen den besonderen Gottesdienst ein.

Freudenfeuer entzündeten Bürger da, wo über Jahrzehnte hinweg die deutsche Teilung am auffälligsten zu spüren war: an der Elbe. Im Deichvorland bei Neu Bleckede war eine kleine Zeltstadt aufgebaut, wo Menschen von beiden Seiten der Elbe gemeinsam in die Einheit hineinfeierten. Riesige Holzstapel wurden bei Neu Garge angezündet, gefeiert wurde unter anderem auch in Tripkau, Kaarßen, Zeetze, Darchau und Sückau.

Ein ,,Prosit“ auf die Einheit gönnten sich Mitglieder der Kreistage von Lüneburg und Hagenow, die sich am Abend vor dem 3. Oktober im Hagenower Kreiskulturhaus getroffen hatten und in den großen Tag hineinfeierten. Begleitet wurde die Feier von zünftiger Mecklenburger Folklore. ,,Wir freuen uns auf Deutschland“, rief Landrat Dr. Wilhelm Martens allen zu.

Die Einheit bescherte der Stadt Lüneburg auch eine weitere Städtefreundschaft  die mit der sachsen-anhaltinischen Stadt Köthen. Am 3. Oktober unterzeichnete Oberbürgermeister Jens Schreiber im Köthener Rathaus den Freundschaftsvertrag, auf Köthener Seite unterschrieb Stadtverordnetenvorsteher Prof. Dr. Klaus Hertwig, der sagte: ,,Wir wollen die neuen Möglichkeiten nutzen, um viel daraus zu machen.“

Sportler feiern die deutsche Einheit auf ihre Weise: Am 3. Oktober um 11 Uhr hieß Lüneburger Bürgermeister Wolfgang Hartwig zwölf Läufer aus der Partnerstadt Köthen auf dem Marktplatz willkommen. Die hatten die 255 Kilometer zwischen den beiden Städten in 21 Stunden zurückgelegt.