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Die Schießerei der beiden verfeindeten Familien am 6. September vor dem Lüneburger Klinikum hatte für ein massives Polizeiaufgebot gesorgt. Foto: t&w
Die Schießerei der beiden verfeindeten Familien am 6. September vor dem Lüneburger Klinikum hatte für ein massives Polizeiaufgebot gesorgt. Foto: t&w

Familienfehde: Rat verurteilt Gewalteskalation +++ mit Original-Erklärung des Lüneburger Rates

ahe Lüneburg. Dass es die allermeisten Lüneburger nicht gutheißen, wenn zwei miteinander verfeindete Familien ihre Auseinandersetzung mit roher Gewalt und Schusswaffen austragen, dabei noch Unbeteiligte gefährden, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Zumal für Demokraten. Der Rat allerdings sah sich nun gemüßigt, die Familienfehde, die Lüneburg im September unrühmliche Schlagzeilen beschert hatte, durch einen Dringlichkeitsantrag auch im Rat zum Thema zu machen. Tenor: Alle sind sich einig, dass solch ein Verhalten nicht zu tolerieren ist.

„Die Bürger haben einen Anspruch darauf, dass sich der Rat dazu äußert“, begründete SPD-Fraktionschef Heiko Dörbaum die Initiative. „In Lüneburg leben seit Jahrzehnten Menschen vieler Nationalitäten friedlich zusammen. Das kriminelle Verhalten einzelner darf nicht zu pauschalen Vorwürfen führen.“ Aus Sicht von Torbjörn Bartels (Piraten) sei es wichtig, festzustellen, dass das Fehlverhalten der kurdischstämmigen Beteiligten „nichts mit Herkunft oder gar Rasse der Beteiligten zu tun hat“. Dem pflichtete Jens Kiesel (Rentnerpartei) bei: „Es gibt in Lüneburg viele Beispiele für Migranten, die voll integriert sind und ihren Beitrag zu einem friedvollen Miteinander leisten.“ Ernst Bögershausen (Grüne) mahnte: „Dieser Fall darf nicht verallgemeinert werden. Ausländer sind in Lüneburg willkommen, wir sind eine ausländerfreundliche Stadt.“ Michèl Pauly (Linke) ist die Einvernehmlichkeit im Rat „ein starkes Zeichen“. Er warnte vor der Stigmatisierung einer Ethnie oder eines Viertels. Niels Webersinn (CDU) lobte das engagierte Eingreifen der Polizei und das Verhalten des Klinikpersonals und stellte klar: „Wir werden jegliche Form von Parallelgesellschaft nicht zulassen.“

Lesen sie die „Gemeinsame Erklärung im Zusammenhang mit der Familienfehde in Lüneburg“ des Rates hier im Wortlaut:

>>> Dringlichkeitsantrag des Lüneburger Rates