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108 Teams strömten gestern in die Stadt aus auf der Suche nach passenden Motiven für ihre Demografie-Aufgabe. Die Gruppe VK 28 war eine davon. Wir hangeln uns an der Sache entlang und schauen, was wir finden, sagte ihr Tutor Max Kutz (2.v.r.) Foto: t&w
108 Teams strömten gestern in die Stadt aus auf der Suche nach passenden Motiven für ihre Demografie-Aufgabe. Die Gruppe VK 28 war eine davon. Wir hangeln uns an der Sache entlang und schauen, was wir finden, sagte ihr Tutor Max Kutz (2.v.r.) Foto: t&w

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us Lüneburg. „Come on in folks, the water ist fine!“ Die aufmunternden Worte des Präsidenten der Leuphana Universität Lüneburg, Sascha Spoun, zu Beginn der Leuphana-Startwoche 2014 waren nicht etwa als Aufforderung gemeint, schnell noch ein Bad in der sich allmählich abkühlenden Ilmenau zu nehmen. Sie galten den rund 1500 Studenten, die gestern in die Johanniskirche gekommen waren, um dort gemeinsam in feierlichem Rahmen den Beginn ihres Studiums zu begehen. Die Zeremonie in der Kirche war zugleich die Auftaktveranstaltung für die diesjährige Startwoche, in der die Studenten unter dem Motto „Imagine 2099“ Lösungen für Europas alternde Gesellschaft suchen sollen.

„Studieren ist wie Schwimmen lernen, und die Leuphana ist der Ozean“, sagte Spoun. Man beginne in seichten Gewässern, doch allmählich werden diese tiefer und dunkler, irgendwann komme dann der Point of no Return „ein letzter Schubs und Sie schwimmen“. Er forderte sie aber auch auf, nicht zu lange im Flachwasser zu dümpeln, sondern mutig weiterzumachen, mit dem Lehrkörper stünden ausreichend Lifeguards bereit. „Sie sind am richtigen Ort!“

Das konnte auch Prof. Dr. Michèle Lamont bestätigen, die Leuphana sei eine gute und weitsichtige Wahl, sagte die designierte Direktorin des Weatherhead Center for International Affairs an der Harvard University. In ihrer Rede ging sie auf Entwicklungen und Veränderungen westlicher Gesellschaften ein, verursacht durch die Ausprägungen des Neo-Liberalismus, dem sie nicht viel abgewinnen könne. Das amerikanische „Be all you can be“ sei nicht ihr Motto, als Soziologin glaube sie nicht daran. Für sie zähle vielmehr die Schnittstelle zwischen den individuellen Lebenswegen und dem Umfeld, das unser Handeln beeinflusse sowie die Frage, wie Gesellschaften durch ihr Umfeld in die Lage versetzt werden, Veränderungen herbeizuführen.

In seinem Grußwort ging auch Oberbürgermeister Ulrich Mädge auf das Thema der Leuphana-Startwoche ein. Schon zu Hansezeiten sei es um Bürgerrechte und Emanzipation gegangen, „nehmen auch Sie diese demokratischen Rechte wahr, bringen Sie sich ein“, sagte Mädge zu den Studenten. Und er forderte sie auf, sich der Herausforderungen der Demografie anzunehmen, sie nicht mit Negativem wie Finanzen oder Obrigkeit gleichzusetzen das klinge zu sehr nach „Schuldenbremse oder schwarzer Null“, wie Mädge mit Anspielung auf die Haushaltslage der Stadt anfügte. Damit diese weiter sparen könne und die Nachhaltigkeit gestärkt werde, wünschte er sich, dass möglichst viele Studenten Fahrrad, Bahn oder Bus nutzen, „dann können wir auf teure Parkhäuser verzichten“. Zugleich versprach er, dass auch den neuen Studenten die Tür des Rathauses stets offen stehe, „auch für Kritik“.

„Ihr werdet viel erleben“, versprach Kristina Heller vom Allgemeinen Studierenden Ausschuss (AStA) der Leuphana. Sie beklagte aber auch, dass Uni-Stress und finanzielle Belastung häufig dazu führten, das Studium wieder abzubrechen. „Gestaltet Euer Studium, wie Ihr es wollt und so lange Ihr wollt“, ergänzte ihr Kommilitone und AStA-Mitglied Kevin Kunze. Von einer kleinen Box auf seinem Schreibtisch berichtete Henning J. Claassen, der für den Förderkreis Lüneburger Unternehmer sprach. „Das Geheimnis des Erfolgs“ sei auf der Box zu lesen, und wer sie öffne, finde die Antwort: „Arbeit“.

An die Arbeit mussten sich nach der Veranstaltung auch die 1500 Studenten machen. Ihre Aufgabe war es, in kleinen Gruppen zusammenzukommen und gemeinsam anhand von jeweils 15 in der Stadt aufzunehmenden Fotos die demografischen Herausforderungen, die auf die Gesellschaft warten, festzuhalten. Am kommenden Freitag, 10. Oktober, sollen sie dann ihre Konzepte für ein Leben im Jahr 2099 präsentieren.

WEITERE INFOS:
Die Leuphana-Startwoche beginnt +++ Motto: Imagine 2099 +++

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