Donnerstag , 29. September 2016
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Das Ensemble der Blindgänger, die in Lüneburg auf dem Gelände An der Wittenberger Bahn bis jetzt gefunden wurden. Foto: meiferts
Das Ensemble der Blindgänger, die in Lüneburg auf dem Gelände An der Wittenberger Bahn bis jetzt gefunden wurden. Foto: meiferts

+++ Bombenfund: erfolgreiche Sprengung +++ Sperrungen aufgehoben+++

+++ 22:27 Uhr +++ Die Polizei meldet: Die Sprengung ist erfolgreich vonstatten gegangen. Es gibt keine Schäden. Die Sperrungen sind hiermit aufgehoben. Ein herzlicher Dank an alle Beteiligten und gute Nacht

+++ 22:09 Uhr +++ Gerade ging ein mächtiger „Rumms“ durch Lüneburg – die dringende Bitte der Polizei: Bitte alle Sperrungen noch weiter berücksichtigen, bis sie noch einmal alle Straßen auf Schäden abfahren konnte. Wir sagen hier Bescheid!

+++ 21:10 Uhr +++ Laut Polizei ist eine Entschärfung des Blindgängers in diesem Fall nicht möglich. Nun laufen die Vorbereitungen für eine kontrollierte Sprengung 

+++ 20:53 Uhr +++ Das Gebiet ist jetzt vollständig evakuiert, der Bahnverkehr angehalten – Sprengmeister Michael Tillschneider kann ans Werk – wir wünschen alles Gute!

+++ 20:20 Uhr +++ Zwei Drittel des Evakuierungsgebiets sind geräumt

+++ 19:00 Uhr +++ Die Evakuierung ist bereits in vollem Gange

Lüneburg. Nachdem in Lüneburg heute Vormittag zum achten Mal in diesem Jahr bei Sondierungsarbeiten eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Bereich des Baugebiets An der Wittenberger Bahn gefunden wurde, kam es gegen 22:10 zur kontrollierten Sprengung. Sprengmeister Michael Tillschneider und sein Team vom Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) aus Hannover sprengten die 150-Lbs-Fliegerbombe (ca. 70 kg) mit Aufschlagzünder vor Ort. Aufgrund der klaren Witterung und Windstille war die Detonation im Lüneburger Stadtgebiet deutlich spürbar und wahrnehmbar. Zu gravierenden Sachschäden kam es nicht.  

Der Blindgänger, der dieses Mal für Unruhe in Lüneburg sorgte. Foto: polizei
Der Blindgänger, der dieses Mal für Unruhe in Lüneburg sorgte. Foto: polizei

Im Gegensatz zum letzten Bombenfund vom 17.09.14 konnte die Räumung heute pünktlich beginnen. Dieser Umstand ist zum einen dem knapperen Radius und damit zum anderen auch der vergleichsweise geringen Anzahl zu evakuierender Menschen geschuldet – heute galt es, etwa 480 statt 12 000 Menschen in Sicherheit zu bringen.

Im Rahmen der Räumung waren knapp 200 Einsatzkräfte von u.a. Feuerwehr, ASB, DRK, AgL, KVG, Kirchen, Hansestadt Lüneburg und Polizei sowie ein Polizeihubschrauber im Einsatz, die einen
reibungslosen Ablauf gewährleisteten. Weiter erfreulich: durch den Einsatz von mehr als 120 Beamten der Bereitschaftspolizei Lüneburg und der hiesigen Polizeinspektion gelang es dieses mal, das
Zurückgreifen auf ehrenamtliche Einsatzkräfte zu minimieren.

Bombenfund? Da passiert eh’ nix, ich bleib’ einfach zu Hause! Solche Gedanken kommen dem einen oder anderen geplagten Anwohner beim neunten Bombenfund im entstehenden Baugebiet An der Wittenberger Bahn, dem achten im Jahr 2014. Wie es sich rechtlich verhält, erklärt Joachim Bodendieck, Leiter des städtischen Ordnungsamtes: „Die Räumung ist eine Maßnahme der Gefahrenabwehr. Rein rechtlich gesehen, ist die Aufforderung, die Wohnungen und Häuser in genannten Umkreis zu verlassen, ein Platzverweis. Der wird von der Polizei auch durchgesetzt.“ – Hintergrund ist schlicht die Gefahr, die von einem Blindgänger ausgeht.

  • Am Kaltenmoor 1 bis 10, 10a, 11 bis 13
  • An der Roten Bleiche 1, 1a, 2, 3, 5, 7a, 8 bis 10
  • An der Wittenberger Bahn 4, 6, 8, 17, 21, 25, 27, 29
  • Blümchensaal (komplett)
  • Brambusch 1 bis 8, 14 bis 20 (nur gerade Hausnummern)
  • Bülowstraße (komplett)
  • Deutsch-Evern-Weg 6 bis 16 (nur gerade Hausnummern)
  • Feldstraße 2a
  • Friedrich-Ebert-Brücke (komplett)
  • Kefersteinstraße 2a
  • Kurt-Schumacher-Str. 1, 1a, 3, 3a, 5, 5a, 11, 13, 15
  • Pirolweg 3, 5, 6, 10, 12
  • Rotenbleicher Weg 20 bis 46 (nur gerade Hausnummern), 65, 65a, 67
  • Vor dem Roten Tore 72b und 72c
  • Willy-Brandt-Str. 2, 4, 10, 11
  • Wilschenbrucher Weg 68 bis 84 (nur gerade Hausnummern), 84a, 86, 86b, 88, 88a, 90a

 

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14 Kommentare

  1. Vielleicht sollte man eine Straße im neuen Baugebiet den Namen „Am Blindgänger“ oder
    „Beim Blindgänger“ geben.
    Trifft dann vielleicht auch auf den einen oder anderen Bewohner zu. ;-))

  2. Wir sollten doch Herrn Schulte und Herrn Mägde die Gelegenheit geben den Zünder in einem Event selbst heraus zu drehen. Da es ein M100 Zünder sein wird, dieser nicht vorgespannt ist , sollte es auch Herrn Mägde möglich sein, ihn mit seiner Wasserpumpenzange heraus zu drehen. Außerdem leihe ich gerne mein MSG 75 unserem OB , damit er helfen kann die Gefahren schneller zu beseitigen, und er außerdem das Gefühl der Arbeiter erlebt, die dort schon Kanäle verlegen müssen, und täglich auf mit Explosivstoffen kontaminierten Böden arbeiten müssen.

    • Kdie Kanal arbeiten laufen auf bereits freigegeben Flächen! Wenn sie also schon so korrekt die Zünderbeachreibung kennen wollen, dann sollte diese Kleinigkeit ihnen auch bekannt sein!!

  3. So langsam nervt es……meine Hunde tun mir jetzt schon leid.Letztes mal waren wir um 1.45 wieder zu Hause. Und die denen du so lange das Schlafen versaust.Irgendwann passiert noch den Bauarbeitern was haben ja letzten Mal schon Glück gehabt. Bombigen Feierabend uns allen.Die Einsatzkräfte können einem schon richtig leid tun und ihre Familien. Toi Toi das alles gut geht.

  4. Hätte man nicht das ganze alte Bahnhofsgelände sprengen können? Dabei müssten doch alle Bomben mit hochgehen. Meinetwegen können wir auch bis Silverster damit warten. Naja, dann erst einmal wieder vielen Dank an alle Einsatzkräfte, für die der Fund wieder Arbeit bedeutet. Diesmal ist sie ja kleiner und die meisten Einwohner dürfen zuhause bleiben.

  5. …und was ist eigentlich mit den Bomben, die noch im Roten Feld (W´brucher Weg, Barckhausenstraße) vor sich hin rosten, bis sie mal hochgehen?

  6. ie Aufforderung, die Wohnungen und Häuser in genannten Umkreis zu verlassen, ein Platzverweis. Der wird von der Polizei auch durchgesetzt.“

    Ok, und wenn IchTv und Licht usw. auslasse und mich ruhig verhalte? Dann wissen die gar nicht das noch jemand in der Wohnung ist. Gut, wenn Ich in direkter Nähe wohnen würde dann würde Ich freiwillig gehen. Aber nicht wenn Ich fast am Ende des Evakuierungsgebietes wohne.

    • Den Wärmebildkameras wärst auch du nicht entgangen…:-) die wurden heut benutzt,steht ja auch in dem Artikel,den du kommentierst 🙂

  7. …heisst es übrigens nicht „….häkt Lüneburg auf Trab“?

  8. wie ist das eigentlich mit dem quadratmeterpreis in dieser gegend? sinkt er? schließlich weiß man ja nicht, was so alles übersehen wird. wer will da wohnen?

  9. Ich kann es einfach nicht verstehen. In Hamburg bist es Gang und Gebe Bauflächen vorher abzusondieren. Gefundene Blindgänger werden entfernt und fertig. Wieso ist das vorherige Sondieren in Lüneburg nicht möglich? Muss erst eine Baggerschaufel versehentlich einen Blindgänger hochgehen lassen.
    Ständife Evakuierungen sind aufwendig und bedtimmt teurer sls einmal das gesammte Gebiet kontrolliert abzusuchen…

  10. Ach, nun wird auch schon auf die rechtliche Seite verwiesen. Und der städtische Beamte, der dann in Ruhe zu Hause sitzt bemerkt: Eine Räumung kommt einem Platzverweis gleich. Ich bekomme also einen Platzverweis für meine Wohnung, und werde dann auch noch per Hubschrauber mit Wärmebildkameras überprüft. Hat sich eigentlich irgendeiner Gedanken gemacht, was es heißt, 8 Mal die eigene Wohnung ab 19:00 auf unbestimmte Zeit zu verlassen? Es soll Leute geben, die müssen morgens sehr früh aufstehen. Die letzte Entschärfung ging bis nach Mitternacht. Wenn dann der Wecker um 5 Uhr klingelt, ist das nicht gerade viel Zeit. Langsam sollte die Stadt mal eingreifen und ein weiterbauen stoppen. Dann die Untersuchung des Geländes extrem stark beschleunigen und erst dann eine weitere Bauaktivität genehmigen. Das würde zwar weitere Evakuierungen in kurzen Zeiträumen nötig machen, aber dann wären wir nächsten Monat durch damit. Und, ehrlich gesagt, als Baggerfahrer würde ich dort nicht mehr arbeiten

  11. Im Boden verrotten die wie richtig festgestellt. Aber dann sind die hin….dauert nur ewig. Gefährlich ist nur daß was jetzt passiert. Hat ja ordentlich gerummst. Ich glaube bei der 2ten in diesem Jahr war es ähnlich. Hier liegen sicher noch jede Menge weil einiges daneben ging.Die haben den Bahnhof ja mindestens einmal falsch berrechnet so weit ich das von meinem Vater und meinen Großeltern noch weiß. Ich bin immer heilfroh dass dem Sprengmeister und den ganzen Einsatzkräften sowie den Bauarbeitern nichts passiert. Man kann nur hoffen das es so bleibt.

  12. Gibt es tatsächlich Menschen, die die Gefährlichkeit der Bombenentschärfung nicht sehen und lieber in ihrer Wohnung bleiben wollen? Ich kann es nicht fassen. Schon vergessen, was vor einigen Jahren in Göttingen passiert ist?

    http://www.forum-ddr-grenze.de/t3888f107-Eilmeldung-Goettingen-Weltkriegsbombe-explodiert-drei-Tote.html