Mittwoch , 28. September 2016
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Genervt: Hermann Zimmermann steht am Ebensberg vor einem der Löcher, die von der Baufirma noch nicht wieder geschlossen wurden. Die Hansestadt beklagt, dass das von der Telekom beauftragte Unternehmen schludrig gearbeitet habe. Foto: t&w
Genervt: Hermann Zimmermann steht am Ebensberg vor einem der Löcher, die von der Baufirma noch nicht wieder geschlossen wurden. Die Hansestadt beklagt, dass das von der Telekom beauftragte Unternehmen schludrig gearbeitet habe. Foto: t&w

Löcher stopfen will gelernt sein

ca Lüneburg. Hermann Zimmermann ist sauer: Vor zwei Monaten wurde vor seiner Haustür an der Glogauer Straße der Weg aufgebuddelt. Die Telekom verlegte für ein schnelleres Internet Breitbandkabel. Nach zwei Wochen seien die Arbeiten erledigt gewesen, zumindest fast, erzählt der Senior vom Ebensberg: „Das Loch ist immer noch nicht wieder zu, dabei müssten nur ein paar Steine verlegt werden.“ Seine Frau und er kämen nicht so recht aus dem Haus, denn seine Frau sei auf einen Rollator angewiesen.

Zimmermanns Schicksal ist kein Einzelfall. Im Bauamt häufen sich Beschwerden über sandige Löcher, wo weit und breit kein Bauarbeiter in Sicht ist. Die Leiterin des Tiefbauamtes, Uta Hesebeck, ist ebenso genervt wie die Bürger. Doch sie muss erst einmal um Geduld bitten: „Es kann noch dauern, bis alles in Ordnung ist.“

Die Ingenieurin erklärt den Hintergrund: Die Telekom habe den Auftrag, die Breitbandkabel zu verlegen, an drei Unternehmen verteilt. Zwei hätten einen guten Job erledigt. Doch die dritte Firma, am Ebensberg und in Kaltenmoor tätig, habe schludrig gearbeitet. Wenn die Löcher wieder zugeschaufelt werden, muss der Boden entsprechend verdichtet sein. Daran habe es gehapert. Obendrein habe das Unternehmen vier Bußgelder kassiert, weil es Baustellen nicht ausreichend abgesichert habe. „Das Ordnungsamt hat der Firma dann untersagt weiterzuarbeiten“, berichtet die Tiefbau-Chefin. „Da musste ein Zeichen gesetzt werden.“ Die Stadt habe der Telekom zur Auflage gemacht, einen neuen Anbieter zu beauftragen. Nach einiger Suche sei der nun gefunden. Doch aufgrund der schlechten Erfahrungen lässt die Stadt den Betrieb quasi nur straßenweise arbeiten, um nicht wieder auf mangelhafter Arbeit sitzen zu bleiben, die am Ende das Geld der Bürger kostet: „Wenn nicht richtig verdichtet wird, sackt der Boden weg, und wir haben Folgekosten.“

So werden die Löcher bald Stück für Stück gestopft und verschlossen. Uta Hesebeck sagt: „Es tut mir leid, dass es auf dem Rücken der Bürger ausgetragen wird.“ Aber die Stadt wolle keine schlechte Leistung hinnehmen.