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Marek Helms arbeitet im Sozialbereich der Hansestadt. Beim jüngsten Bombenfund stellte er sich als Ansprechpartner in der zum Notfallquartier umfunktionierten St.-Ursula-Schule zur Verfügung. Nachdem sich Helfer, Ehrenamtliche und evakuierte Lüneburger bei Pizza und Saft gestärkt hatten, ging Marek Helms noch mit den Kindern in die Turnhalle nebenan zum Kicken. Foto: stadtpresse
Marek Helms arbeitet im Sozialbereich der Hansestadt. Beim jüngsten Bombenfund stellte er sich als Ansprechpartner in der zum Notfallquartier umfunktionierten St.-Ursula-Schule zur Verfügung. Nachdem sich Helfer, Ehrenamtliche und evakuierte Lüneburger bei Pizza und Saft gestärkt hatten, ging Marek Helms noch mit den Kindern in die Turnhalle nebenan zum Kicken. Foto: stadtpresse

+++ Bombenfund: Von der Verwaltung bis hin zu helfenden Händen +++

sp Lüneburg. Wenn wieder ein Bombenfund im entstehenden Baugebiet An der Wittenberger Bahn gemeldet wird, muss es schnell gehen: Wo wird geräumt? Wann muss geräumt werden? Stehen die gewohnten Ausweichquartiere wieder zur Verfügung? Ab wann und wo können die Shuttle-Busse fahren? Hand in Hand mit der Polizei tragen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter dem Dach der Stadt Informationen zusammen und organisieren alles Nötige – auch den Einsatz ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer von Rettungsdiensten und Feuerwehr. Ihnen allen gilt der Dank von Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Stadtrat Markus Moßmann als Verantwortlichen in der Hansestadt Lüneburg.

Joachim Bodendieck hält als Bereichsleiter Ordnung die organisatorischen Fäden bei der Hansestadt in der Hand. Wie viele städtische Kolleginnen und Kollegen bei Bombenfunden im Einsatz sind? „So etwa 12 bis 15 längerfristig, dann gibt es natürlich noch weitere, die zuarbeiten“, überschlägt er. Ein meist vierköpfiges Team vom Bereich Ordnung stellt Kontakte zu den Ansprechpartnern in den Ausweichquartieren her, bespricht mit der KVG den Einsatz von Shuttle-Bussen oder was sich für die normalen Buslinien ändert. Auch Straßensperrungen sind ein Thema: Bis wohin kann die Zufahrt ermöglicht werden, wo müssen Sperren aufgestellt werden, all das wird in enger Kooperation mit der Polizei erarbeitet. „Die konkrete Umsetzung, also Sperrbaken rechtzeitig zu den vereinbarten Sperrpunkten hin- und nachher wieder wegschaffen, das machen dann die Kollegen der städtischen Servicetochter AGL“, so Bodendieck. Hier sind noch einmal zwei oder vier Leute im Einsatz.

Mitarbeiter vom Fachbereich Gebäudewirtschaft organisieren die Ausweichquartiere. Kollegen des Fachbereichs Soziales und Bildung empfangen vor Ort diejenigen Lüneburger, die bei den kurzfristigen Bombenräumungen nicht wissen, wo sie die Stunden verbringen können. Mit Getränken, kleinen Stärkungen und guten Worten spenden sie ein bisschen Zuwendung gegen die ungeplanten Unannehmlichkeiten, und das maßgeblich unterstützt von ehrenamtlichen Helfern. Gestern Abend (14. Oktober 2014) waren zum Beispiel einmal mehr Helfer von Arbeiter-Samariter-Bund und Rotem Kreuz in der St.-Ursula-Schule und im St.-Stephanus-Gemeindezentrum vor Ort. Dort mühten sich Schulhausmeister Marcel Fricke (St. Ursula) und Kaltenmoors Quartiersmanager Uwe Nehring unterdessen – mit Erfolg – um den Fernsehanschluss für das Länderspiel Deutschland gegen Irland.

In der Turnhalle der St.-Ursula-Schule konnten gestern Abend die Kinder sogar selber kicken: Marek Helms, der tagsüber im Sozialbereich der Hansestadt arbeitet, stellte sich am Abend wie schon öfter bei Bombenfunden als Ansprechpartner in der St.-Ursula-Schule zur Verfügung. Nachdem sich alle bei Pizza und Saft gestärkt hatten, kam sein Angebot den jüngeren Lüneburgern vor Ort gerade recht: „Eine Stunde lang haben wir nebenan gebolzt.“

Auch aus den anderen Verwaltungsbereichen sind beim Bombenfund Zuarbeiten nötig. Stehen zum Beispiel die Koordinaten des Fundortes fest, liefern Mitarbeiter aus dem Bereich Vermessung / Geodaten eine Karte dazu, die anzeigt, wie weit der jeweilige Evakuierungsradius in die angrenzenden Straßen reicht, welche Straßen und welche Hausnummern betroffen sind. Das Bürgeramt wiederum füttert die Zahl der in diesen Häusern gemeldeten Personen zu. Joachim Bodendieck: „Sind Geschäfte darunter, Büros oder Praxen, sprechen wir diese gemeinsam mit der Polizei auch direkt an.“

Die übrigen Anwohner werden über die örtlichen Medien, den Notfall-Newsletter der Hansestadt (ganz einfach anmelden unterwww.lueneburg.de/newsletter), die Internetseite sowie Pressemitteilungen informiert und können sich am Bürgertelefon der Hansestadt persönlich informieren. Dass diese Kanäle bestückt und alle wichtigen Informationen aus den Bereichen zusammengeführt werden, dafür sorgen neben der Pressestelle auch weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Büro des Oberbürgermeisters sowie bei Bedarf auch weiteren Bereichen.

Viele Abläufe sind inzwischen erprobt, doch vollends Routine wird es wohl nie, auch, weil jeder Fall dann doch ein bisschen anders liegt. Eine Nachricht jedoch sehnen alle Beteiligten an solchen Abenden herbei – und die lautete gestern Abend um 22.27 Uhr: „Amerikanische Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg konnte durch Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes unschädlich gemacht werden.“ Niemand verletzt, keine größeren Sachschäden, alle können wieder nach Hause. Glück gehabt!