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Auf gehts: Die Siebtklässler stürmen im Wasserturm nach oben, um sich den nächsten Stempel zu holen. Für je einen Auf- und Abstieg erlösen sie 2,50 Euro, die afrikanischen Kindern zugute kommen. Foto: t&w
Auf gehts: Die Siebtklässler stürmen im Wasserturm nach oben, um sich den nächsten Stempel zu holen. Für je einen Auf- und Abstieg erlösen sie 2,50 Euro, die afrikanischen Kindern zugute kommen. Foto: t&w

Das wertvolle Auf und Ab +++ mit LZplay-Video

ahe Lüneburg. Im Grunde ist es wie im gesamten Leben: Mal geht es rauf, mal geht es runter. Für die Siebtklässler der Oberschule Stadtmitte hat das Auf und Ab eine Regelmäßigkeit: Sechs anstrengende Aufstiege hat Alina Peters schon hinter sich, gerade geht es für sie zum sechsten Mal abwärts. Gelegenheit für ein bisschen Erholung, denn auch wenn Alina versichert, dass sie noch nicht aus der Puste ist, ein wenig geschafft wirkt sie schon. Doch die Anstrengung wird sich auszahlen, denn sie und ihre Mitschüler schwitzen an diesem Vormittag für den guten Zweck.

„Wir laufen, damit Kinder in Kenia zur Schule gehen können“, erklärt Inga Edelstein. „Jedes Mal, wenn wir rauf und runter laufen, sind das 2,50 Euro.“ Der jährliche Treppenmarathon im Wasserturm gehört zum festen Bestandteil der Oberschule Stadtmitte. Stets sind es die Siebtklässler, die die 596 Stufen mehrmals hi­nauf und wieder hinunter laufen. Zuvor haben sie sich Sponsoren gesucht, die ihnen dafür Geld spendieren, damit die Schüler Gutes tun können. „Gerade diese Sponsorensuche ist nicht einfach. Oft sind es dann doch die Eltern, die Geld geben“, erzählt Lehrerin Birgit Dröge. Bei Max Rosenhagen zum Beispiel hat die ganze Familie ihre Unterstützung zugesagt. Dafür legt sich der Jugendliche mächtig ins Zeug, wird das Auf und Ab am Ende 22 Mal geschafft haben. Macht zusammen 13112 Stufen nach oben, und die selbe Anzahl wieder nach unten. Zusammen mit Marius Klein ist er damit Rekordhalter des Tages. Als Belohnung erwartet das Duo ein Überraschungsgeschenk aus Afrika.

Doch es geht nicht um sportliche Spitzenleistungen, die besonders eifrigen Schüler können die mit etwas weniger Puste unterstützen, damit am Ende alle Läufer zehn Auf- und zehn Abstiege verbuchen können. Über den Verein Naretoi unterstützen die Lüneburger Schüler mit dem erlaufenen Geld Kinder aus dem kenianischen Talek, sie ermöglichen so Waisen den Schulbesuch und geben ihnen so die Chance auf eine spätere Berufsausbildung und einen Job, mit dem sie sich und gegebenenfalls ihre Familie ernähren können.

Angesichts solch lobenswerter Ziele lohnt es sich natürlich, auch mal die Zähne zusammenzubeißen. Marc Winkel hat schon eine Menge Stempel auf seiner Laufkarte: „Meine Beine zittern schon“, sagt er, um sich nach eine kurzen Pause wieder in Bewegung zu setzen. Der nächste Aufstieg steht an.