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Fürstin Charlène von Monaco wird nicht in einer Nobelkarosse am Lüneburger Amtsgericht vorfahren. Verhandelt wird ihr Fall, bei dem es um 578,34 Euro geht, nun in Hamburg. Foto: A.
Fürstin Charlène von Monaco wird nicht in einer Nobelkarosse am Lüneburger Amtsgericht vorfahren. Verhandelt wird ihr Fall, bei dem es um 578,34 Euro geht, nun in Hamburg. Foto: A.

Fürstin bleibt Lüneburg fern

rast Lüneburg. Das dürften royale Anhänger bedauern: Einen fürstlichen Auftritt von Charlène von Monaco vor dem Lüneburger Amtsgericht wird es nicht geben. Nicht etwa, weil die Frau von Fürst Albert schwanger und möglicherweise nicht reisefähig ist. Sondern weil der zuständige Amtsrichter gestern, 16. Oktober, um Punkt 8.45 Uhr in Zimmer 236 das Lüneburger Gericht örtlich für nicht zuständig erklärt und das Verfahren ans Hamburger Amtsgericht verwiesen hat. Das muss nun über eine von der Fürstin geforderte Summe von 578,34 Euro entscheiden, die ein Verlag zahlen soll.

Die Fürstin hatte Anfang 2014 vor dem Lüneburger Amtsgericht eine Unterlassungsverpflichtungserklärung erwirkt: Die Zeitschrift ,,die aktuelle“, die zur Verlagsgruppe Funke Woman GmbH gehört, darf bestimmte Fotos samt Bildunterschriften nicht mehr veröffentlichen. Dabei hieß es im Tenor, dass Charlène von Monaco alleine auf der Insel St. Barth ihren Spaß hatte, während ihr Gatte Fürst Albert bei den Olympischen Spielen in Sotschi weilte.

Anfang September stritten sich die Rechtsanwälte von Verlag und Fürstin um die Frage, ob Lüneburg überhaupt der zuständige Gerichtsstandort ist, was der Verlagsvertreter stark bezweifelte, und um die 578,34 Euro. Die fordert Charlène von Monaco von der Verlagsgruppe zur Zahlung ihrer eigenen Rechtsanwaltskosten, ein darüber hinaus geforderter Betrag war bereits geflossen. In diesem Rechsstreit wird sie von Anwältin Dr. Nina Lüssmann vertreten, sie sagt, dass sich die Summe zwar gering anhöre: „Es sind darüber hinaus inzwischen enorme Kosten aufgelaufen.“ Das liegt natürlich auch daran, dass die Fürstenfamilie sechs ähnliche Verfahren gegen Funke in Lübeck, Kiel, Itzehoe und Hamburg laufen hat beziehungsweise hatte. Und hier liegt einer der Gründe, warum sich das Lüneburger Gericht nicht für zuständig erklärt: Zwar gelte bei Eingriffen in Persönlichkeitsrechte durch Veröffentlichungen der sogenannte fliegende Gerichtsstandort, Klage könne überall dort eingereicht werden, wo etwa wie in diesem Fall „die aktuelle“ zu haben sei. Doch in diesem Fall, wo die Klageorte rund um Hamburg liegen, ist der rechtliche Begriff der Konzentration für den Gerichtsstandort Hamburg gegeben. Dort hat auch die Rechtsanwaltskanzlei, die die 578,34 Euro erhalten soll, ihren Sitz. Es gebe also keinen nachvollziehbaren Grund, warum in Lüneburg verhandelt werden solle.

Übrigens haben inzwischen auch schon einige der anderen Gerichte ihre fürstlichen Verfahren nach Hamburg verwiesen abgesegnet vom Oberlandesgericht Schleswig.

One comment

  1. renate blomeier ohlsson

    Apropos Charlène, Viktoria, Madeleine und wie diese bedauernswerten Zeitungsopfer heissen:
    Der hirnverbrannte Schwachsinn, der in deutschen Boulevardblättern zu lesen ist veranlasst mich zum Fremdschämen.
    Noch hirnverbrannter sind jedoch die Menschen, die diese Zeitungen kaufen und somit deren Fortbestand finanzieren.