Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Stadt soll MTV-Halle kaufen
Die Halle A im Sportpark Kreideberg wurde auch schon für Fun-Sportarten genutzt wie hier im März 2013 beim ,,Bürostuhl Grand Prix. Die Halle ist nach Ansicht von MTV-Präsident Hartmut Deja ideal für die Volleyball-Bundesliga und internationale Sportveranstaltungen. Foto: A/t&w
Die Halle A im Sportpark Kreideberg wurde auch schon für Fun-Sportarten genutzt wie hier im März 2013 beim ,,Bürostuhl Grand Prix. Die Halle ist nach Ansicht von MTV-Präsident Hartmut Deja ideal für die Volleyball-Bundesliga und internationale Sportveranstaltungen. Foto: A/t&w

Stadt soll MTV-Halle kaufen

rast Lüneburg. „Der Landrat wird beauftragt, mit den vorbereitenden Planungen für eine neue wettkampfgerechte Sporthalle zu beginnen.“ So heißt es in einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen, über den der Kreistag in seiner Sitzung am Montag entscheidet. Zusammen mit der Stadt Lüneburg sei zu prüfen, ob und wie eine Realisierung im Bereich der Berufsbildenden Schulen Am Schwalbenberg möglich sei. Für die Planungskosten sollen 120000 Euro in den Etat 2015 eingestellt werden. Geld, das man sich sparen könnte davon ist Hartmut Deja überzeugt: „Es würde Sinn ergeben, das zu nutzen, was schon da ist“, sagt der Präsident des MTV Treubund. Der Verein will der Stadt die Halle A im Sportpark am Kreideberg zum Kauf anbieten.

Deja ist Sprecher des Lüneburger Sportbeirats: ,,In der jüngsten Sitzung hat Oberbürgermeister Ulrich Mädge geäußert, dass Stadt und Kreis beabsichtigen, eine neue Halle zu bauen.“ Hintergrund: In der Region reicht die Sporthallenkapazität nicht aus, insbesondere für den Schulsport. Darüber hinaus fehlt eine Sporthalle, die genügend Zuschauerplätze und eine hinreichende Höhe für den Wettkampfsport bietet. Spielen sollen in der Halle auch die SVG-Volleyballer, die in die Bundesliga aufgestiegen sind. Sie baggern und pritschen derzeit in der Gellersenhalle in Reppenstedt, doch nur mit einer Ausnahmegenehmigung eben weil zu wenig Zuschauerplätze vorhanden sind und die Hallenhöhe zu niedrig ist.

,,Bevor Geld verschwendet wird für Analysen und Gutachten, sollte zumindest mit den Fachverbänden, dem Kreissportbund und dem Sportbeirat geredet werden“, sagt Deja. Der Sportpark zwischen Lüneburg und Vögelsen biete sich als Alternative an: ,,Wir haben ja schon mehrere Länderspiele im Handball und im Basketball, wenn auch nur im Jugendbereich, ausgerichtet.“ Die Halle A sei die einzig TÜV-geprüfte Halle für derartige Veranstaltungen. Sie sei gut erreichbar, genügend Parkplätze seien da.

Der MTV Treubund hatte den damaligen Tennispark 2006 von Hans-Jürgen Pfohe gekauft, weil der Verein in puncto Hallenkapazitäten für seine mehr als 6000 Mitglieder an die Grenzen gestoßen war. Das Areal umfasste drei Hallen. Halle A wurde laut Deja ,,kontinuierlich“ zu einer Mehrzweckhalle ausgebaut, sie bietet 700 Zuschauern Platz, das könne aber erweitert werden. Die Halle kostet den MTV laut Deja rund 100000 Euro im Jahr: ,,Zuschüsse kriegen wir keine, obwohl wir der Stadt die Halle seit fünf Jahren zur Verfügung stellen, die Stadt uns also in ihre Hallenkapazitäten aufgenommen hat.“ Dabei hätten Stadt und Kreis dem Verein bei Übernahme der Halle ihre Unterstützung zugesagt.

„Wir versuchen, die Kosten mit Veranstaltungen wie Flohmärkten wieder einzuspielen“, sagt der Präsident: ,,Rock- und Popkonzerte gehen dort nicht wegen der möglichen Lärmbelästigung.“ Wie berichtet, gab es Anwohnerbeschwerden bei Veranstaltungen. Dort gab es beispielsweise schon Shows wie „Magic of the Dance“, Messen wie „Schöner Bauen & Wohnen“ oder Events wie den „Bürostuhl Grand Prix“ des Radiosenders N-Joy. Unterm Strich gehe die Halle aber finanziell ,,zu Lasten des Gesamt­etats das können wir aber gerade noch rechtfertigen“. So sieht MTV-Präsident Hartmut Deja im Verkauf der Halle Vorteile für den Verein, die Stadt und den Landkreis.

2 Kommentare

  1. Ohne hier die jüngsten Erfolge der Volleyballer in Lüneburg schmälern zu wollen, aber warum genau wird eine neue Halle mit Stadtbeteiligung überhaupt in Erwägung gezogen?
    Ehrlich, ich denke sehr viele Leute in dieser Stadt wären wesentlich glücklicher über ein Drittligataugliches Fußball-Stadion, durch das wenigstens die Option entstehen würde, dass Lüneburg in nächster Zeit in den Profifußball aufsteigen könnte.
    Volleyball ist schön und gut und es gibt sicherlich auch einige Fans dieser Sportart, aber muss dafür soviel Geld ausgegeben werden, während der in den letzten Jahren seriös geführte LSK aus eigener Kraft mal wieder am Profifussball schnuppert?
    Es sollte allen klar sein, dass ein Drittligaverein wesentlich, und ich meine wirklich WESENTLICH, mehr bundesweite Strahlkraft hätte als ein Volleyball-Serienmeister.
    Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass in Lüneburg nicht mal eine ernsthafte Diskussion darüber stattfindet, wann, wie und wo ein neues Stadion für hochklassigen Fußball entstehen könnte.
    Wer weiß, vielleicht bekomme ich das auch einfach nur nicht mit, da ich schon lange nicht mehr in der Stadt lebe.

  2. Soweit ich weiß, muss die Stadt sowieso im Stadtgebiet eine neue Halle bauen, da für den Sportunterricht eine fehlt. Da bietet es sich an, diese einfach zwei Meter höher zu bauen und Platz für Zuschauer vorzusehen, da schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe bei überschaubarem finanziellen Mehraufwand.

    Im Übrigen glaube ich, dass es unfair wäre den LSK den Volleyballern in diesem Maße vorzuziehen. Immerhin hat der LSK auch 50 000 Euro zum „Auszug“ aus Wilschenbruch bekommen. Nichtsdestotrotz muss natürlich auch eine Diskussion entstehen, wo der LSK langfristig adäquat spielen kann. Bei Profifußball würde ich dennoch etwas bremsen, immerhin braucht man für die dritte Liga ein Stadion mit 10 000 Plätzen, von denen ein Drittel überdacht sein muss und ein fünftel Sitzplätze sein müssen. Das ist derzeit in Lüneburg nicht darstellbar, zumal wahrscheinlich niemals 10 000 Zuschauer zu den Saisonspielen kämen.