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Sie schenkten den Hungrigen eine leckere, deftige Suppe ein (v.l.):  Tafel-Chefin Marina Kroll und die Köche Paul Jacob, Raymond Cuypers, Frank Heinrich, Manfred Hinz und Franz-Josef Gertz. Foto: be
Sie schenkten den Hungrigen eine leckere, deftige Suppe ein (v.l.): Tafel-Chefin Marina Kroll und die Köche Paul Jacob, Raymond Cuypers, Frank Heinrich, Manfred Hinz und Franz-Josef Gertz. Foto: be

Ein leckeres Dankeschön

rast Lüneburg. Die Idee war zunächst nur für die Sponsoren gedacht: Die Lüneburger Tafel wollte sich bei ihren Helfern mit einer deftigen Erbsensuppe bedanken, doch schon schnell wurde dieser Dank ein Event für alle, die zur Koch-Ecke kommen. Seit 1995 sammelt die Lüneburger Tafel überschüssige, noch verwertbare Lebensmittel aus dem Handel ein und gibt sie weiter an Menschen in besonders schwierigen wirtschaftlichen Situationen. Da die Tafel für ihre wichtige Arbeit auch von den Marktbeschickern mit Gemüse, Obst, Eiern und anderen Lebensmitteln versorgt wird, spendiert sie ihnen wie auch marktfernen Sponsoren seit 19 Jahren einmal jährlich vor der Freitreppe des Landgerichts Erbsensuppe, Butterkuchen und Kaffee so wie am Sonnabend, 18. Oktober.

Marina Kroll, Vorsitzende der Tafel, war nicht nur wegen des Andrangs begeistert: ,,Wir haben auch einige Mitgründerinnen der Tafel wie Maren Kersten wiedergetroffen. Wir feiern im Januar 2015 unser 20-jähriges Bestehen und hoffen, dass alle, die damals die Tafel ins Leben gerufen haben, mit dabei sind. Leider haben wir nicht mehr alle Adressen.“ Die Besucher konnten an dem Stand zwar kostenlos die vom Handelshof gesponserte Suppe löffeln, Kaffee trinken und Kuchen essen, doch die meisten von ihnen gaben dafür Spenden. Marina Kroll: ,,Einige, die nicht viel haben, gaben beispielsweise 50 Cent, was für sie viel Geld ist, andere Scheine.“

Die Lüneburger Tafel hat in ihrer Kartei laut dem stellvertretenden Vorsitzenden Jürgen Luxemburger insgesamt 3200 Namen: ,,Etwa 1000 Menschen kommen zu unserer Ausgabestelle Im Tiefen Tal, die dienstags bis freitags ab 13 Uhr geöffnet ist. Aktuell sind es pro Woche etwa 400 Frauen und Männer, die sich Lebensmittel bei uns abholen dahinter stecken allerdings jeweils ganze Familien, die bedürftig sind.“ Luxemburger weist darauf hin, dass die Tafel im August eine Zweigstelle im ehemaligen Scharnebecker Gasthaus Rose eröffnet hat. Dort ist die Ausgabe jeweils donnerstags ab 11 Uhr.

Zu den Unterstützern der Tafel gehören auch die Musiker der Mocking Bird Jazzband um den Posaunisten Werner Gürtler, die am Sonnabend wieder mit dabei waren und Jazz-Klassiker wie „Listen to the Mocking Bird“ oder „Tiger Rag“, aber auch verjazzte Popsongs wie „Love Letters in the Sand“ von Pat Boone spielten. Und einmal mehr servierten die Mitglieder vom Lüneburger Köche-Club den Gästen die deftige Erbsensuppe.

Die Lüneburger Tafel war eine der ersten, die in Deutschland gegründet wurden. Von Januar 1995 bis November 1996 fand die Ausgabe direkt auf dem Wochenmarkt und in der Drogenberatungsstelle statt, danach gab es die Lebensmittel bis Juni 1997 Am Schifferwall, anschließend bis November 1998 an der Sülzwallstraße und danach Am Dasselkamp, dort vorübergehend auch in Containern. Im Januar 2003 zogen die Helfer in die aktuelle Ausgabestelle Im Tiefen Tal 64 ein. Die Lüneburger Tafel hat rund 35 aktive Mitglieder und ebenso viele Helfer, die gemeinsam dafür sorgen, dass das Einsammeln und Verteilen der Lebensmittel reibungslos funktioniert. Alle Helfer egal ob Rentner, Hausfrau oder Berufstätige engagieren sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich für die Lüneburger Tafel, erhalten dafür keine Bezahlung.