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Mit Sport und regelmäßiger Bewegung kann man dem Osteoporose-Risiko vorbeugen. Foto: A./nh
Mit Sport und regelmäßiger Bewegung kann man dem Osteoporose-Risiko vorbeugen. Foto: A./nh

Rechtzeitig Osteoporose vorbeugen

as Lüneburg. Während der dunklen Jahreszeit, wenn man nicht mehr täglich Sonne tanken kann, kann es zu einem Vitamin-D-Mangel kommen. Studien zufolge kann der unter anderem zu einer verringerten Knochenmasse führen, das Skelett wird instabiler, Brüche sind programmiert. Sechs Millionen Deutsche leiden unter Osteoporose, jede zweite Frau über 80 Jahre ist davon betroffen. „Um dem vorzubeugen, sollte man schon im mittleren Alter Prophylaxe betreiben“, appellieren Prof. Dr. Christian Maaser, Chefarzt der Klinik für ­Geriatrie im Lüneburger Klinikum, und Dr. Jörg Cramer, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie. Beide Kliniken arbeiten zusammen, wenn Patienten, bei denen es infolge von Osteoporose zu Brüchen gekommen ist, wieder fit gemacht werden für ein Leben im häuslichen Umfeld.

Überwiegend Frauen sind von Osteoporose betroffen. Der Grund: Nach den Wechseljahren mangelt es an dem Geschlechtshormon Östrogen, das die Knochen schützt. Der Knochenschwund kommt schleichend, bleibt anfangs oft unbemerkt, kann aber die Stabilität des ganzen Körpers in Gefahr bringen. Um der Erkrankung vorzubeugen, „ist ein gesunder Lebensstil wichtig. Dazu gehören regelmäßige Bewegung sowie ein ausgewogener Speiseplan, der für eine ausreichende Kalorienzufuhr sorgt“, erläutert Prof. Maaser. Untergewichtige Menschen haben zudem ein höheres Risiko für Stürze, da die Muskulatur geringer ist.

Befördern können die Osteoporose auch bestimmte Medikamente wie zum Beispiel Säureblocker, cortisonhaltige Präparate oder Anti-Depressiva. „Deshalb sollte mit dem behandelnden Arzt regelmäßig kritisch hinterfragt werden, ob und wie lange bestimmte Fraktur-begünstigende Medikamente eingenommen werden sollten“, erklärt Dr. Cramer. Auch Rauchen und übermäßiger Alkoholgenuss begünstigen das Knochenschwund-Risiko.

Um Calcium in den Knochen einbauen zu können, braucht es Vitamin D. Normalerweise kann der Körper das Vitamin selbst herstellen, dazu braucht er jedoch ausreichend Sonnenlicht. Im Herbst und Winter ist das oft nicht gegeben. Deshalb sollten Risiko-Patienten den Vitamin-D-Spiegel bestimmen lassen und diesen gegebenenfalls durch Vitamin-D-Einnahme ausgleichen, empfehlen die Mediziner. Dadurch könnten auch das Sturzrisiko sowie das Auftreten von depressiven Stimmungen vermindert werden. Um das Sturzrisiko, das im Alter grundsätzlich zunimmt und das bei Osteoporose schnell zu Knochenbrüchen führen kann, zu verringern, empfiehlt es sich zudem, in der Wohnung Stolperfallen wie Teppiche oder Kabel zu beseitigen und für ausreichende Beleuchtung zu sorgen. Denn die Konsequenz eines Sturzes kann bei alten Menschen der Verlust der kompletten Selbstständigkeit sein.

Folge eines Sturzes bei älteren Patienten sind häufig Brüche der Wirbelsäule oder der Oberschenkelhalsregion. Die Operationen sind dann nicht das Prob­lem, aber die Patienten leiden oft an Begleiterkrankungen, die sich durch das akute Ereignis und die notwendige Operation nicht selten verschlechtern. Wenn sie dann noch alleinstehend sind oder der Partner aufgrund seines Alters bei der Versorgung zu Hause nicht mehr unterstützen kann, wird die Rückkehr in ein selbstständiges Leben daheim schwierig. Genau für diese Patienten wurde das Alterstrauma-Zentrum im Lüneburger Klinikum ins Leben gerufen. Unfallchirurgen und Mediziner der Geriatrie kooperieren hier eng zusammen und ermöglichen eine ganzheitliche Betreuung dieses Patientenkreises. Dr. Cramer: „Nach der Operation nehmen wir schnell Kontakt zur Geriatrie auf, damit Patienten nach einigen Tagen dort eine intensive Behandlung erfahren und sozusagen schnell wieder auf die Beine kommen.“ Hier werden sie von einem Team aus speziell ausgebildeten Ärzten, Pflegekräften, Physio- und Ergotherapeuten betreut, lernen zum Beispiel mit Gehhilfen oder Rollator zu laufen oder machen Greifübungen, wenn ein Oberarmbruch vorlag. Schrittweise lernen sie, sich alleine zu waschen und anzuziehen. Auf der Station gibt es außerdem eine Küche zum Üben alltäglicher Haushaltstätigkeiten. Der Aufenthalt dauert zwischen 14 und 21 Tagen. „In dieser Zeit soll der Patient wieder den Grad der Selbstständigkeit erreichen, den er vor dem Sturz hatte“, erläutern Prof. Maaser und Dr. Cramer.