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Was aussieht wie ein Mars-Rover, ist in Wirklichkeit der 3-D-Laserscanner, mit dem Markus Ehm den Ilmenauverlauf zwischen Abts- und Ratsmühle digital vermisst. Foto: be
Was aussieht wie ein Mars-Rover, ist in Wirklichkeit der 3-D-Laserscanner, mit dem Markus Ehm den Ilmenauverlauf zwischen Abts- und Ratsmühle digital vermisst. Foto: be

Ist das ein Mars-Rover im Flussbett der Ilmenau?

jdr Lüneburg. Leer gelaufen liegt es da, das Ilmenau-Flussbett zwischen Abts- und Ratsmühle. Es wartet auf den Star-Gast, den die städtische Tochtergesellschaft Abwasser Grün & Lüneburger Service (AGL) GmbH im Rahmen der alljährlichen Ilmenau-Entrümpelungsaktion eingeladen hat: Neben den obligatorischen Arbeiten wie Zustandskontrolle, Müllsammeln und Grünrückschnitt soll dieses Mal der Flussverlauf von der Lösegraben-Einmündung bis hin zum Lösegraben-Wehr von einem mobilen 3-D-Laserscanner digital vermessen werden.

„Das Verfahren ist hochmodern, schnell und besonders zuverlässig“, sagt AGL-Geschäftsführer Lars Strehse. „Die Beschaffenheiten von Gewässersohle und Kaimauer lassen sich mit dieser Technologie detailgenau dokumentieren, Veränderungen dadurch in Zukunft wiederum schneller identifizieren.“

Eigens für die hier stattfindenden Arbeiten auf einen Handwagen montiert, wird die 150 000 Euro teure und 23 Kilogramm schwere Apparatur schließlich angerollt und in das matschige Flussbett gelassen.Dr. Christian Hesse vom Hamburger Vermessungsbüro dhpi erklärt: „Wir scannen in einem Millimeterraster, können damit jeden Winkel festhalten und dann per 3-D-Modell oder 3-D-Foto visualisieren.“

Dabei spricht die Präzision des Geräts für sich. Dr. Christian Hesse und sein Team wurden in der Vergangenheit bereits weltweit für Vermessungen engagiert. Eines der Highlights: das Scannen aller Formel-1-Rennstrecken. „Die Computerfirma Microsoft benötigte diese Daten für ein Xbox-Spiel“, erklärt Hesse.

Keine Ilmenau-Entrümpelung, ohne dass mindestens ein Drahtesel wieder zum Vorschein kommt. Foto: be
Keine Ilmenau-Entrümpelung, ohne dass mindestens ein Drahtesel wieder zum Vorschein kommt. Foto: be

Im Hintergrund ist derweil ein leises Surren zu hören, der Scanner sammelt bereits erste Daten. Während Hesses Kollege, der Diplom-Ingenieur Markus Ehm, die Scanner-Konstruktion durch das unwegsame Il­menau-Flussbett zieht, steuert und kontrolliert Entwickler und Applikations-Ingenieur Daniel Omelanowsky per Tablet-Computer den Vorgang. „Etwa zwei Tage werden wir hier brauchen“, sagt Hesse, „einmal die linke Seite hoch, dann rechts wieder runter.“

Die diesjährige Säuberungsaktion der Ilmenau startete bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag: Stauklappen wurden herunter gelassen, um das Wasser um die Innenstadt herum zu leiten es fließt dieser Tage komplett durch den Lösegraben. Fische und andere Ilmenau-Bewohner wurden vom Angelsportverein vorübergehend umquartiert, Müllsammler und Gartenarbeiter walteten in den vergangenen zwei Tagen bereits ihres Amtes. „Insgesamt fünf Arbeitskolonnen sind in diesem Jahr an den Unterhaltungsarbeiten beteiligt“, sagt AGL-Geschäftsführer Lars Strehse, „am Donnerstag soll die Aktion beendet sein.“