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Arbeiter haben gestern Morgen in der Ilmenau einen menschlichen Schädel gefunden. Die Polizei vermutet, dass er länger als zehn Jahre im Fluss gelegen hat.  Foto: be
Arbeiter haben gestern Morgen in der Ilmenau einen menschlichen Schädel gefunden. Die Polizei vermutet, dass er länger als zehn Jahre im Fluss gelegen hat. Foto: be

+++ Schädelfund: Lag der Tote seit Jahren in der Ilmenau? +++ mit LZplay-Video

ca Lüneburg. Der Arbeiter wunderte sich, was da im ­Schlamm zwischen den Steinen an der Brücke über die Ilmenau lag: „Als ich genauer hinsah, habe ich gesehen, es ist ein Schädel“, schildert er später. Der Mann und seine Kollegen riefen gestern Morgen, 28. Oktober, die Polizei. Die Beamten nahmen den Fund an der Ecke Ilmenau-/Altenbrückertorstraße mit und schickten ihn in die Hamburger Gerichtsmedizin. Die Pathologen sollen klären, ob der Schädel tatsächlich menschlich ist und eine genetische Probe nehmen. Momentan gehen die Ermittler nicht von einem Verbrechen aus, sie vermuten, dass die Überreste bereits mehr als zehn Jahre im Fluss liegen könnten.

Bekanntlich lässt die Stadt den Fluss einmal im Jahr ab, um ihn von Unrat zu befreien. Im Rahmen dieser Arbeiten fanden Mitarbeiter der städtischen Servicegesellschaft zunächst den Schädel. Später entdeckten sie im Erdreich noch Knochen. Doch von denen vermutet die Polizei, dass sie tierisch sind, möglicherweise von einem Rind stammen.

Die Beamten fanden auch eine Hose oder Jacke aus Jeansstoff. „Das konnte ich noch nicht klären, weil ich den Stoff wegen möglicher Spuren nicht beschädigen wollte“, sagt ein Kripo-Mann. Doch er geht davon aus, dass die Jeans nichts mit dem Toten zu tun hat: „Der Stoff dürfte jüngeren Datums sein.“

Zu einem aktuellen Verbrechen oder Vermisstenfall passt der Schädel, dem der Unterkiefer fehlt, nicht. Auch seien keine sichtbaren Verletzungen festgestellt worden, die auf einen gewaltsamen Tod etwa durch einen Schuss hindeuten, sagte ein Ermittler. Mit Details beschäftigen sich nun Gerichtsmediziner.

Die Polizei hält verschiedene Varianten für denkbar: Der Mann, denn wahrscheinlich ist es ein Mann, kann vor langen Jahren in die Ilmenau gestürzt sein. Der Fluss hat den Schädel dann möglicherweise auf seinem Weg von Uelzen kommend mitgenommen. Eine andere Möglichkeit: Der DNA-Abgleich landet einen Treffer. Seit 2002 wird ein Patient der Psychiatrischen Klinik vermisst. Aber das sind Mutmaßungen. Ein Ergebnis der Gerichtsmedizin soll frühestens in der kommenden Woche vorliegen.