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Heiko Dörbaum, Ortsvorsteher für den Ebensberg, zeigt auf die Fläche zwischen der Siedlung Ebensberg und dem Erbstorfer Sportplatz, auf der ein Neubaugebiet mit bis zu 300 Wohneinheiten entstehen könnte. Foto: be
Heiko Dörbaum, Ortsvorsteher für den Ebensberg, zeigt auf die Fläche zwischen der Siedlung Ebensberg und dem Erbstorfer Sportplatz, auf der ein Neubaugebiet mit bis zu 300 Wohneinheiten entstehen könnte. Foto: be

Lüneburg soll am Ebensberg wachsen

as Lüneburg. 19 Jahre ist es her, dass die Stadt erstmals Überlegungen angestellt hat, auf der Fläche zwischen der Siedlung am Ebensberg und Erbstorf ein Baugebiet entstehen zu lassen. Hauptproblem war damals die Bahnstrecke, zu einer Bauleitplanung kam es deshalb nicht. Inzwischen sei Lüneburg eine wachsende Stadt, 3000 Wohneinheiten seien in den vergangenen Jahren im Westen, Süden und Norden entstanden. Nun wolle man bei der Fläche im Osten der Stadt wieder einsteigen und sie entwickeln, sagte Oberbürgermeister Ulrich Mädge bei einer Bürgerversammlung im Stadtteilhaus ELMplus, zu der Ortsvorsteher Heiko Dörbaum eingeladen hatte. Mehr als 120 Bürger waren gekommen, um sich über den Stand der Planung zu informieren.

„Wir stehen noch ganz am Anfang“, machte Stadtbaurätin Heike Gundermann eingangs deutlich. Bevor die Stadt in die Planung einsteigen könne, müsse erstmal mit den Eigentümern der Flächen gesprochen werden. Das soll laut Mädge im kommenden Frühjahr geschehen. Verlaufen die Gespräche mit den Besitzern des Areals positiv, steige man in die Bauleitplanung ein. Dazu wird in einem ersten Schritt ein Vorentwurf für den Bebauungsplan erstellt. Der werde dann ausgelegt, sodass Anregungen eingebracht werden können. Die Verwaltung wägt diese dann ab, arbeitet sie gegebenenfalls ein, danach geht der Entwurf erneut in die Auslegung.

Die Stadt werde wiederholt zu Versammlungen im Stadtteil einladen, um über den jeweiligen Stand der Planungen zu informieren, erläuterte die Stadtbaurätin. Als frühesten Baubeginn des ersten Abschnitts visierte Mädge den Sommer 2017 an. Rund 250 bis 300 Wohneinheiten könnten auf dem 30 Hektar großen Areal entstehen, ein gutes Potenzial für junge Familien, meint die Verwaltung. Das Baugebiet soll von der Erbstorfer Landstraße aus erschlossen werden.

Auf die Frage eines Bürgers, wie es sich heute mit dem einstigen Hauptproblem Bahnstrecke verhalte, erklärte Mädge, dass es dort inzwischen nur noch Gelegenheitsverkehr gebe. Sorge bereitet vielen Bürgern, dass durch ein Neubaugebiet auch erheblich mehr Verkehr entstehen könne. „Wir wollen nicht, dass der Verkehr dann über die Straße Am Ebensberg geht“, war der Tenor vieler Versammlungsteilnehmer. Der Oberbürgermeister versprach, dass ein Verkehrskonzept parallel zum Bebauungsplan erarbeitet werde, das dafür sorge, dass die Straße Am Ebensberg eben nicht die Hauptzufahrtsstraße für das Neubaugebiet werde.

Auch befürchten viele aktuelle Ebensberger, dass künftig noch mehr Fahrzeuge auf der jetzt schon stark frequentierten Erbstorfer Landstraße unterwegs sein werden. Mädge bekräftigte, dass es unter anderem ein Verkehrsgutachten inklusive Bus- und Radwegekonzept geben werde.

Zukunftsmusik bleibt vorerst die Entwicklung möglicher frei werdender Flächen auf dem Gelände der Theodor-Körner-Kaserne. Wie berichtet, möchte die Stadt dort Sport- und Gewerbeflächen entwickeln. Gespräche zwischen Stadt und Verteidigungsministerium dazu laufen schon länger. Nun hat Mädge Post aus Berlin erhalten mit der Nachricht: Mit einer Freigabe der Flächen sei frühestens im Jahr 2018 zu rechnen. „Deshalb liegt die Sache erstmal auf Eis“, teilte er bei der Bürgerversammlung mit. Lediglich das Areal des sogenannten Olympischen Dorfes könnte früher freigegeben werden. Doch das sei nicht interessant für die Stadt, da es schlecht zu erschließen sei, sagte Verwaltungschef Ulrich Mädge. Sollte es zur Freigabe weiterer Flächen kommen, werde das geplante Gewerbegebiet „mit erheblichem Abstand“ zum Ebensberg entstehen und die Erschließung über das Industriegebiet Hafen erfolgen, beruhigte er Anwohner vom Ebensberg.

Suche nach Flüchtlingsunterkunft

Die Stadt will sich wappnen, um weitere Flüchtlinge aufnehmen zu können. Da es in Lüneburg kaum Möglichkeiten zur Anmietung gibt, erstellt die Stadt derzeit eine Wohncontainer-Anlage am Ochtmisser Kirchsteig, „die wir am 8. November bei einem Tag der offenen Tür vorstellen werden“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Mädge bei der Bürgerversammlung. Fürs kommende Jahr seien bis zu 500 weitere Flüchtlinge zu erwarten. Deshalb soll die nächste Anlage in Rettmer entstehen. Aber auch in Oedeme, Häcklingen und am Ebensberg sucht die Stadt dringend nach Flächen, die auch an Infrastruktur angeschlossen sind. Mädge appellierte: „Ich bitte herzlich darum, uns Flächen zu geben, wo wir Flüchtlinge menschenwürdig unterbringen können.“