Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Pflanzenpower macht fit +++ mit LZplay-Video
Veganes Essen kann so lecker sein, finden Pflanzenmetzger Jan Koch (Mi.), Guido Koch sowie Frauke Girus-Nowoczyn. Sie servierten den Besuchern auch Tipps fürs Kochen. Foto: be
Veganes Essen kann so lecker sein, finden Pflanzenmetzger Jan Koch (Mi.), Guido Koch sowie Frauke Girus-Nowoczyn. Sie servierten den Besuchern auch Tipps fürs Kochen. Foto: be

Pflanzenpower macht fit +++ mit LZplay-Video

as Lüneburg. Frauke Girus-Nowoczyn war viele Jahre Vegetarierin. „Ich dachte, wenn ich kein Fleisch, Fisch und keine Eier esse, ist das ethisch korrekt“, erzählt die Heilpraktikerin und Ernährungstherapeutin. Doch dann habe sie ein Erlebnis gehabt, das „tief saß“ und ihr Ernährungsverhalten noch einmal ändern sollte. „Meine damalige Homöopathie-Lehrerin sagte zu mir: Weißt Du eigentlich, dass Kälber nur wenige Stunden nach der Geburt von ihren Müttern getrennt werden, damit wir Milchprodukte essen können?“ Das war der Moment, in dem sie sich entschloss so zu leben, „dass möglichst viel Tierleid verhindert wird“. Frauke Girus-Nowoczyn ist Veganerin und inzwischen Vorstandsvorsitzende des bundesweiten Vereins „Bund für Vegane Lebensweise“ (BVL), der am Sonnabend in Kooperation mit der Volkshochschule zu einer Info-Veranstaltung eingeladen hatte.

„Wir möchten zeigen, dass die vegane Lebensweise vielfältig und mehr als nur eine trendige Ernährungsform ist“, sagt Girus-Nowoczyn. Ethische Verantwortung gegenüber den sogenannten „Nutztieren“ übernehmen und Tierleid durch die vegane Lebensweise zu verhindern, ist die eine Seite. „Aber auch die Ökologie und die Gesundheit liegen uns am Herzen. Wir möchten mit der Veranstaltung unter anderem darüber aufklären, dass vegane Ernährung gesund und umfangreich ist und den Körper mit allen Nährstoffen versorgt.“ Eisen-, Protein- und Kalziumbedarf lassen sich problemlos mit einer pflanzenbasierten Ernährung decken, bei der Obst, Gemüse, Nüsse, Getreide und Saaten auf dem Speiseplan stehen, machte die Ernährungstherapeutin in ihrem Vortrag deutlich. Der von Kritikern oft bemängelte Vitamin-B12-Mangel sei auch kein veganes Problem, trete bei Fleischessern genauso auf. Empfehlenswert sei, den Vitamin-B12-Status regelmäßig überprüfen zu lassen und gegebenenfalls Ergänzungsmittel einzunehmen. Eine pflanzenbasierte Ernährung könne sogar bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen Positives bewirken, ist ihre Erfahrung.

Weitere Referentinnen bei der Veranstaltung informierten zum Beispiel über biovegane Landwirtschaft, Gärtnern ohne tierische Hilfsstoffe und welchen Einfluss vegane Ernährung auf Sport hat. Tanja Menke ist Marathonläuferin. Seit ihrem 19. Lebensjahr hat auch sie sich vegetarisch ernährt. 2006 kam bei der heute 41-Jährigen dann auch das Umdenken: Tierleid kann man nur verhindern, wenn man vegan lebt. Seitdem fühle sie sich leistungsstärker und brauche weniger Schlaf. Sie möchte zu einem Umdenken in der Gesellschaft beitragen, „missionieren will ich nicht“. Wenn Menschen sich mit der Thematik auseinandersetzen und dann Schritt für Schritt ihre Lebensweise vegan umstellen würden, „dann ist das toll“, sagt sie, während sie Penne mit Grünkernbolognese sowie Soja-Würstchen mit Püree und Sauerkraut an der Essenausgabe auf Tellern verteilt. Tipps für die Speisezubereitung wie einen Burger aus Kichererbsen gibts bei „Pflanzenmetzger“ Jan Koch. Auch er ist Marathonläufer und schwört auf die rein pflanzenbasierte Ernährung: „Meine Regenerationsphasen sind wesentlich kürzer als in der Zeit, als ich noch Fleisch gegessen habe.“ Als Energie-Trunk empfiehlt er Cia-Samen, die in Wasser quellen und dann mit frisch gepresstem Fruchtsaft aufgefühlt werden. Selbstverständlich sind seine farbenfrohen Laufschuhe aus synthetischen Materialien.

An einem der Info-Stände sitzt Günter Garbers. Einst zog der ehemalige Schäfermeister mit bis zu 1000 Tieren an der Elbe kurz vor Hamburg entlang. Das Töten der Tiere ging für ihn irgendwann nicht mehr. Er eröffnete dann den „Lebenshof am Mühlenbach“ in Seevetal, wo Rinder, Ziegen, Schafe und Schweine, die eigentlich beim Metzger landen sollten, ihr Gnadenbrot finden. Garbers ist überzeugter Veganer, weil die Fleisch- und Milchproduktion die Klimagifte CO2 und Methan befördere. Er fordert: „Nach der Energiewende muss jetzt die Ernährungswende kommen.“

Nicole Jaehnke ist mit ihrem Mann Jan und ihrem drei Monate alten Sohn Frederik zu der Veranstaltung gekommen, um weitere Impulse für eine vegane Lebensweise zu bekommen. Erst waren auch sie Vegetarier, „jetzt stellen wir immer mehr auf vegan um. Wir fühlen uns fit. Und während meiner Schwangerschaft hatte ich Top-Eisenwerte. Das hat auch Schulmediziner überrascht“, erzählt die Lüneburgerin.

3 Kommentare

  1. Fragen wir Herrn Garbers und alle veganen Gutmenschen doch mal, wie oft sie im Jahr in die Karibik oder nach Neuseeland jetten und sich dabei die CO2-Bilanz versauen…. Solange ich mit dem Hintern im Kreis Lüneburg bleibe und an der Elbe zelte, mache ich kaum etwas verkehrt und kann ohne schlechtes Gewissen ein leckeres Stück Nacken auf den Grill legen. Im Übrigen betrachte ich alle Marathonläufer, egal ob vegan oder sonstwas, mit Argwohn.

  2. Wer sagt eigentlich, dass Veganer *Gutmenschen* seien und mit dem Flugzeug verreisen? Veganer nehmen ihre Yogamatte aus dem Schrank, meditieren bis sie in der Kraft des Lichtes und in dem Geruch von Räuchstäbchen zu völligen Extase gelangen und so quasi als Seelenreisende die komplette Galaxie erobern können! Und gerade weil Veganer ja auch Marathonläufer sind, können sie diese Art des verreisens sogar mit dreifacher *Worbgeschwindigkeit *erzielen! Ich finde es toll, eine Veganerin und Marathonläuferin zu sein, denn dadurch bleibt mein Horizont nicht klein 😉

    • Nette Antwort, danke, aber ich glaube, Mr. Spock , der bestimmt langlaufender Veganer war, war mit Warpgschwindigkeit unterwegs… Guten Appetit weiterhin !