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Thomas Mitschke nimmt für die Nabu-Kreisgruppe Lüneburg den Horizont Award der Sparda-Bank Hamburg entgegen. Mit ihm freut sich Cirstin Ahrens von der Tischlerei a+m, die für den Nabu Hornissen-Nistkästen baut. Foto: nabu/nh
Thomas Mitschke nimmt für die Nabu-Kreisgruppe Lüneburg den Horizont Award der Sparda-Bank Hamburg entgegen. Mit ihm freut sich Cirstin Ahrens von der Tischlerei a+m, die für den Nabu Hornissen-Nistkästen baut. Foto: nabu/nh

Ausgezeichnetes Hornissen-Projekt

dth Lüneburg/Hamburg. Der ehrenamtliche Hornissen-Beauftragte von Stadt und Landkreis Lüneburg, Thomas Mitschke, hat jetzt für die Lüneburger Kreisgruppe im Naturschutzbund (Nabu) den von der Sparda-Bank Hamburg ausgelobten „Horizont Award“ entgegengenommen. Bei der Preisverleihung im Hamburger Hotel Mövenpick wurden die Lüneburger Naturschützer für ihr Projekt „Nisthilfen für Hornissen“ ausgezeichnet. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und soll für den Bau von 100 neuen Nisthilfen verwendet werden. Verbunden mit einem Vortragsangebot zum Thema Hornissen sollen auch Schulen bei dem Bau der Nisthilfen eingebunden werden, „ähnlich, wie wir es schon bei Vogel- oder Fledermauskästen praktiziert haben“, sagt Mitschke. „Dabei wollen wir vor allem Kinder für die Natur und insbesondere für Hornissen interessieren und ihnen zeigen, dass man keine Angst vor den großen Insekten haben muss.“

Natürliche Nistmöglichkeiten für Hornissen, wie hier der hohle Baum an der Teufelsbrücke, sind selten geworden. Foto: mitschke/nabu/nh
Natürliche Nistmöglichkeiten für Hornissen, wie hier der hohle Baum an der Teufelsbrücke, sind selten geworden. Foto: mitschke/nabu/nh

Rund 50 Mal im Jahr ist Mitsch­ke als Hornissen-Beauftragter im Einsatz. Wegen des derzeit milden Herbstwetters erreichen ihn noch immer vereinzelt Anrufe von Anwohnern, die sich von zu nahen Hornissen-Nestern bedroht fühlen. Das Problem: Es gibt immer weniger natürliche Nistmöglichkeiten für die großen Insekten, beispielsweise Baumhöhlen. Und selbst wenn sich sogar derartiges im Schutzgebiet findet, kann es doch zu Konflikten mit dem Menschen kommen, wie zuletzt das Beispiel an der Teufelsbrücke im Tiergarten bewies: Der Fußweg musste zum Schutz etwa von Spaziergängern und Joggern gesperrt werden wegen Hornissen in einem hohlen Baum am Wegesrand. Dabei seien die Tiere durchaus friedlich, wenn man ihnen respektvoll und friedlich begegnet, versichert der Experte.

Mit dem Fördergeld aus dem Umweltpreis sollen nun in Zusammenarbeit mit einer Tischlerei aus Wulfsen 100 Bausätze für Hornissen-Nistkästen vorbereitet werden, die später von Schulklassen im Rahmen der Umweltbildung zusammengesetzt werden sollen. Die Nisthilfen kommen dann auch zum Einsatz, wenn Hornissen-Völker, die sich etwa im Frühjahr klassischerweise in Rollädenkästen, Gartenlauben oder Dachböden niedergelassen haben, umgesetzt werden müssen.

Die Sparda-Bank Hamburg eG hat den Horizont Award zum ersten Mal vergeben. Mit einer Fördersumme von mehr als 50000 Euro wurden insgesamt acht nachhaltige Projekte von gemeinnützigen Vereinen und Institutionen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Nord-Niedersachsen gefördert und ausgezeichnet. Die höchsten Einzel-Fördersummen mit jeweils 10000 Euro erhielten die Verbraucherzentrale Hamburg für das Projekt „Coffee to go: Genuss mit Folgen“, der Förderverein KinderLeben „für Ausflüge in das Erholungsrefugium für lebensverkürzt erkrankte Kinder“ und der Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e.V. für Umweltbildungs-Projekte mit Schulklassen.