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Das Uni-Zentralgebäude aus der Vogelperspektive. Das Dach des Audimax, dem Hörsaal mit Platz für 1200 Personen, wird gerade gedeckt. Foto: A/tja
Das Uni-Zentralgebäude aus der Vogelperspektive. Das Dach des Audimax, dem Hörsaal mit Platz für 1200 Personen, wird gerade gedeckt. Foto: A/tja

Großbaustelle Lüneburg

as/mm Lüneburg. Mächtig ragen die Baukräne über dem Uni-Gelände, wo das Zentralgebäude täglich wächst. Es wird gehämmert, gebohrt, gesägt. Und auch an anderen markanten Stellen im Stadtkern laufen Tief- und Hochbauarbeiten auf Hochtouren. Ein Kurzbesuch auf fünf großen Baustellen.

Der einstige Schandfleck Nordlandhalle ist längst Geschichte, die Arbeiten für den Wohnkomplex am Wasserturm gehen in die Schlussphase. Inzwischen sind die beiden oberen Etagen der Südseite verklinkert, nun ist die mittlere Etage dran. Die Riemchenklinkerung nimmt die Optik des Turms auf. „Das war uns wichtig“, sagt Bauherr Eberhard Manzke. Das Erdgeschoss wird hellbeige verputzt. Anschließend bekommen die Balkone im obersten Geschoss gläserne Brüstungen. In den Etagen darunter sorgen Terrassen dafür, dass das Gebäude abgetreppt und dadurch nicht so massiv wirkt.

„Der Innenausbau ist zu 80 Prozent fertiggestellt“, berichtet Manzke. Einige Wohnungen seien übergeben worden, doch die Eigentümer würden mit dem Einzug warten, bis der Komplex fertiggestellt ist. Ende November soll das sein. Damit verzögert sich der Termin erneut leicht. Grund sei, dass die Firma, die für die Riemchenverklinkerung zuständig ist, „kein glückliches Händchen“ bei der Materialbestellung gehabt habe, sagt Manzke. Solange das Verklinkern noch läuft, kann das Gerüst nicht abgebaut und mit dem Verputzen des Erdgeschosses begonnen werden.

Insgesamt 23 behindertengerechte Wohnungen beherbergt der Komplex, der über eine eigene Tiefgarage für die Bewohner verfügt. Die Treppenanlage an der Seite der Friedenstraße steht, beiges Verbundpflaster führt zum Eingang, der noch verglast werden muss. Eingebettet wird der Wohnkomplex am Wasserturm in einen großzügigen öffentlichen Park, der eine neue Wegeführung erhält. Die Brücke über die Ilmenau, die abgerissen wurde, weil marode, soll noch Ende des Jahres neu gebaut werden.

Im Mai waren die Arbeiten für das Ursulahaus, das die Lüneburger Wohnungsbaugesellschaft (Lüwobau) zwischen Wall- und Ritterstraße errichten lässt, angelaufen. Inzwischen sind der Rohbau für die Tiefgarage, Keller- und Erdgeschoss fertig. In den kommenden Tagen werden die Arbeiten für den Rohbau des ersten Obergeschosses abgeschlossen sein, sodass danach das Gerüst für die Klinkerarbeiten aufgestellt werden kann, erläutert Frank Plesse vom Architektenbüro Oldenburg.Plesse, das mit der Planung und Bauleitung beauftragt ist. In den nächsten Wochen erfolgt die Verlegung der Hausanschlüsse für die Versorgungsleitungen. Heiderose Schäfke, Geschäftsführerin der Lüwobau, sagt: „Das Ursulahaus ist auf einem guten Weg. Wir gehen davon aus, dass es Ende 2015 fertig wird. Das hängt natürlich aber auch vom Witterungseinbruch ab und wie lange noch in diesem Jahr gebaut werden kann.“ Insgesamt sollen 34 Wohnungen entstehen für Senioren ab 60 Jahren mit niedrigem und mittlerem Einkommen sowie für Menschen mit Behinderungen. Außerdem ist ein Gemeinschaftsraum vorgesehen, der Platz bieten soll für Veranstaltungen oder gemeinsames Kaffeetrinken. Die Lüwobau investiert rund 6,9 Millionen Euro inklusive Tiefgarage.

Deutlich höher liegen die Baukosten für das neue Uni-Zentralgebäude nach dem Entwurf von Architekt Daniel Libeskind. Wie berichtet, kalkulierte die Leuphana zuletzt mit 72 Millionen Euro für das umstrittene Bauprojekt. Oberfinanzdirektion und Landesrechnungshof hingegen setzen die Gesamtkosten bei 92 Millionen Euro an, die im schlimmsten Falle bis auf 125 Millionen Euro klettern könnten. Bei Beginn der Bauarbeiten lagen die veranschlagten Kosten bei 57,7 Millionen Euro. Zu Fragen der Finanzierung und zum Zeitplan bis zur Fertigstellung äußert sich die Uni derzeit nicht. Der Rohbau soll im Januar 2015 abgeschlossen sein. Bis dahin muss das Forschungszentrum, einer der drei Gebäudeteile, noch aufgestockt werden. Fertig betoniert ist die Decke über dem dritten Obergeschoss, die Wände für das nächste werden hochgezogen. Sieben Obergeschosse soll es geben, das Zen-tralgebäude in der Spitze 37 Meter erreichen.

Die Zeit des Parcours-Laufens in der Großen Bäckerstraße zwischen Kleiner Bäckerstraße und Apothekenstraße, ist bald vorbei. „Wir sind in der Endphase für den Plattenbelag“, sagt Uta Hesebeck, Fachbereichsleiterin Straßen- und Ingenieurbau bei der Stadt. Geplant ist die Fertigstellung für Ende November. Uta Hesebeck: „Anfang 2015 erfolgt die Ausschreibung für den zweiten Abschnitt zwischen Apothekenstraße und Markt.“ Die Stadt macht Tempo, vor dem Stadtfest im Juni soll die Bäckerstraße komplett erneuert sein.

An der Uelzener Straße zwischen Supermarkt und der Häuserzeile an der Gaußstraße laufen die Arbeiten für ein Büro- und Geschäftshaus, das die Firma Havemann & Söhne Automobilhandelsgesellschaft errichten lässt. „Nachdem die Baugrube ausgehoben ist, werden jetzt die Einzelfundamente fürs Kellergeschoss betoniert, und die Rohbauarbeiten sind im vollen Gange“, erläutert Mark Braunholz, ausführender Architekt von Braunholz Architekten. Geplante Fertigstellung des Gebäudes: Ende 2015.