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Christian Sommer, Vorstandsvorsitzender der Lüneburger Firma Werum Software & Systems CIS AG, mit einem Modell des Landers im Maßstab 1:8. Foto: t&w
Christian Sommer, Vorstandsvorsitzender der Lüneburger Firma Werum Software & Systems CIS AG, mit einem Modell des Landers im Maßstab 1:8. Foto: t&w

Weltpremiere mit Lüneburger Hilfe + + + Mit Link zum LIVESTREAM und Audio-Datei

ahe Lüneburg. Heute, Mittwoch, 12. November, ist ein entscheidender Tag. Einer, auf den Christian Sommer und sein Team im Grunde seit 20 Jahren hingearbeitet haben. Seit Mitte der 90er-Jahre arbeiten der Diplom-Informatiker und seine Kollegen von Werum für das Projekt mit der Europäischen Weltraumagentur ESA zusammen. Die Lüneburger IT-Spezialisten haben für die Mission Rosetta ein Testdatenmanagementsystem und ein virtuelles Laboratorium entwickelt. Es ist eine weltweite Pionierarbeit, die heute ihren Höhepunkt findet. Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt wird eine Sonde auf einem Kometen landen und eine Portion Lüneburger Know-how ist mit dabei.

Christian Sommer wird die Landung von Köln aus verfolgen, im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Sieben Stunden wird sie voraussichtlich dauern, am Nachmittag soll die Sonde aufsetzen. Ein Klacks angesichts der Zeit, die sie schon unterwegs ist. Vor mehr als zehn Jahren, am 2. März 2004, trat die Sonde mit einer Trägerrakete Ariane 5 ihre 6,4 Milliarden Kilometer lange Reise zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko an. Von dort aus soll sie Daten auf die Erde senden. Die Forscher erhoffen sich nicht weniger als wichtige Hinweise auf die Entstehung des Lebens, die rund eine Milliarde teure Mission sei deshalb mindestens so bedeutend wie die erste Mondlandung 1969.

Entsprechend schwingt auch bei Sommer eine gehörige Portion Stolz mit, an diesem Projekt beteiligt zu sein. „Solche spannenden Aufgaben über einen so langen Zeitraum sind eine motivierende Herausforderung“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Die Werum-Spezialisten haben die Software für die Tests am Boden entwickelt, mit der das Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten der Landeeinheit auf Herz und Nieren geprüft worden ist, ehe sie in die Raumsonde eingebaut wurde. Dieses Testdatenmanagementsystem hat die Funktionsüberprüfung angezeigt und gespeichert, nach dem Einbau in den Orbiter wurden damit die Live-Daten ausgewertet.

Ein zweites Werum-Projektteam hat schließlich ab 2005 das Wissen gebündelt und dafür gesorgt, dass die an der Mission beteiligten Wissenschaftler über all die Jahre stets Zugriff auf alle wichtigen Informationen haben. „Schon vor neun Jahren lagen gut 90000 Dokumente und mehr als 1000 Testbeschreibungen vor, da reicht eine normale Ordner-Struktur wie man sie von Windows kennt, für das Datenmanagement natürlich nicht mehr aus“, erklärt Sören Schwartze, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei Werum. Das von seinen Kollegen entwickelte virtuelle Laboratorium dient aber nicht nur zur Archivierung der Daten, sondern sorge vor allem für die Verknüpfung von Informationen, die aufeinander aufbauen oder einander bedingen. „Die Wissenschaftler können damit zum Beispiel Reaktionen der Landeeinheit auf Kommandos unter den unterschiedlichen Bedingungen vergleichen.“ Und das Laboratorium soll auch über die Mission hinaus seinen Zweck erfüllen und als Informationsquelle für Wissenschaftler dienen, auch jene, die nicht direkt an der Rosetta-Mission beteiligt sind.

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