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Zur Eröffnung der Jugendbuchwoche im Lüneburger Glockenhaus gaben Viertklässler von der Grundschule im Roten Felde eine Gesangseinlage. Foto: t&w
Zur Eröffnung der Jugendbuchwoche im Lüneburger Glockenhaus gaben Viertklässler von der Grundschule im Roten Felde eine Gesangseinlage. Foto: t&w

Mit den Fingern an die Zehenspitzen

mm Lüneburg. Vor dem Publikum im Lüneburger Glockenhaus steht Paik Nissen vom Institut für Erlebnispädagogik in Horndorf. Der Zirkuspädagoge verbiegt sich, versucht mit seinen Fingern die Zehenspitzen zu berühren. Um ihn und die Zuschauer herum stapeln sich auf langen Tischreihen Bücher.

Mit der kleinen Showeinlage möchte Nissen eine Analogie zwischen einem bewegten Leben und Lesen zeigen. Er verdeutlicht: „Von 100 Kindern schaffen es 15 nicht, mit ihren Fingern die Zehenspitzen zu berühren, obwohl sie es können sollten.“ Die Analogie: Die letzte Pisa-Studie zum schulischen Bildungsstand von Achtklässlern, also 13- bis 15-Jährigen, habe gezeigt, dass rund 15 Prozent der Kinder in diesem Alter schlecht bis sehr schlecht lesen können. Dass Lesen bewegen kann, wissen Buchhandlung Lünebuch und Ratsbücherei, sie sind Veranstalter der Kinder- und Jugendbuchwoche. Die wurde am Donnerstag im Glockenhaus eröffnet.

„In der Jugendbuchwoche soll nicht nur der Geist, sondern auch der Körper bewegt werden“, sagt Bürgermeisterin Regina Baumgarten bei ihrer Eröffnungsrede. Für Bewegung sorgen während der Aktionswoche unter anderem das Mitmachprogramm vom Zirkus Allegro von Paik Nissen, das Wolfsburger Figurentheater oder auch die Geschicklichkeits- und Ratespiele rund ums Thema Salz von den Lüneburger Stadtführern Marie & Claas, die heute, Montag und Dienstag um 15 Uhr im Glockenhaus beginnen. Den Geist bewegt schon die neunjährige Kira Wendt. Sie steht an einer der langen Tischreihen und schmökert in dem Kinderbuch Miss Braitwhitle kommt in Fahrt. „Das Buch haben wir im Unterricht vorgelesen bekommen, jetzt möchte ich es gerne haben“, sagt die Viertklässlerin. Doch es gäbe noch reichlich mehr Bücher, die sie auf ihren Wunschzettel schreiben könnte. Die Auswahl im Glockenhaus ist riesig. „Es ist ein starkes Jahr für Kinder- und Jugendbücher“, sagt Jan Orthey, Geschäftsführer von Lünebuch.

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