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Auf dem Postgelände an der Sülztorstraße könnte ein Edeka-Markt entstehen. Foto: t&w
Auf dem Postgelände an der Sülztorstraße könnte ein Edeka-Markt entstehen. Foto: t&w

„Wir streben größere Fläche an“

as Lüneburg. Auf dem Postgelände möchten Investoren Neubauten für einen Discounter und einen Lebensmittelmarkt errichten. Jüngst hat die Stadt verkündet, dass sie eigene Vorschläge für das Gelände entwickeln möchte. Neben diesem Standort hat die Verwaltung inzwischen das Hanseviertel und das Lucia-Gelände ins Visier genommen als weitere Standorte für neue Märkte. Einen Einblick in die Ansiedlungspolitik von Edeka gab jetzt Matthias Trümmel, Regionalleiter Edeka Nord, dem Wirtschaftsausschuss. Mit dabei war Meike Bergmann, Inhaberin des auf dem Salinengelände ansässigen Edeka-Marktes, der auf das Postgelände umziehen möchte.

Die Edeka Nord ist eines von sieben Großhandelsunternehmen unter dem Dach der Zentrale und beliefert 720 Märkte mit einer Gesamtverkaufsfläche von rund 740000 Quadratmetern, erläuterte Trümmel. Lüneburg sieht er mit sieben Edeka-Märkten von unterschiedlichen Betreibern eigentlich gut bestückt. Dazu gehörten Märkte mit einer Fläche von 500 bis 700 Quadratmetern, die allerdings erweitert werden müssten. „Wir führen im Vollsortiment rund 20000 Artikel, die müssen untergebracht werden“, machte der Regionalleiter deutlich, der unter anderem für Standortsicherung zuständig ist. Eine Fläche von 1000 Quadratmetern sei wünschenswert. Die Edeka-Center haben durchschnittlich eine Verkaufsfläche von 2500 Quadratmetern. Mit Blick auf den Markt an der Saline unterstrich Trümmel: „Dort streben wir eine größere Fläche an.“ Eine Bedarfslücke sieht er im östlichen Bereich der Stadt Lüneburg. Dort hätten rund 18000 Einwohner nur einen Vollversorgermarkt. Darauf hatte auch schon ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten hingewiesen, das sich unter anderem für die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes im neuen Hanseviertel ausgesprochen hatte.

Trümmel erklärte: „Wir suchen Standorte anders als unsere Mitbewerber aus. Die einzelnen Läden müssen sich rechnen, davon lebt eine Familie.“ Ob die einzelnen Märkte attraktiv für Kunden seien, liege an der Gestaltung und innovativen Ideen des Betreibers. Gleichwohl gehöre zum Konzept der Edeka, Produkte aus der Region anzubieten.

Meike Bergmann, deren Familie seit 63 Jahren Märkte in Lüneburg und Adendorf betreibt, hat den Markt auf dem Salinengelände 2006 übernommen und neu gestaltet. Mit Blick auf die anderen Edeka-Märkte in Lüneburg sagte sie: „Wir sind alles gute Kollegen, profilieren uns jeder individuell.“ Sie setze unter anderem auf Regionalität, Bio- und Fairtrade-Produkte, biete mit Veranstaltungen wie Schlemmer- und Menu-Abenden besondere Angebote. Zur Firmenphilosophie gehöre auch, sich sozial zu engagieren und einen Schwerpunkt bei der Nachwuchskräfte-Gewinnung zu setzen, erläuterte sie im Ausschuss. Um sich für die Zukunft aufzustellen und neue Ideen für den Kunden umzusetzen, brauche sie mehr Platz, unter anderem für die Getränkeabteilung und Frischeprodukte zum Direktverzehr. Deshalb möchte sie mit ihrem Markt in einen Neubau auf dem Postgelände umziehen. Dazu komme, dass das Dach auf dem Salinen-Gebäude trotz Umbaumaßnahmen nicht energetisch ausreichend nachzurüsten sei. Was fehle, sei eine moderne Klimaanlage, deren Einrichtung extrem kostspielig sei. In einem neuen Gebäude gehöre das zum Standard, den sich die Edeka für ihre Märkte wünscht.

Einkaufen im Hanseviertel
Abgesegnet werden soll in der Ratssitzung am Donnerstag, 20. November, die sogenannte Fortschreibung des Einzelhandelsentwicklungs- und Zentrenkonzeptes der Stadt für das östliche Gebiet, das bei der Aufstellung von Bebauungsplänen als Leitfaden für die Einzelhandelsentwicklung gilt. Wie berichtet, hatte die Stadt dafür ein Gutachten in Auftrag gegeben. Das war zum Ergebnis gekommen, dass ein Lebensmittelmarkt im Hanseviertel verträglich sei und eine Verlagerung des Discounters und des Drogeriemarktes von der Bleckeder Landstraße auf das Lucia-Gelände in Frage käme. Das hatte bei Anwohnern und Ladenbesitzern Neu Hagens für Protest gesorgt. Und auch Politiker wie Birte Schellmann (FDP) und Ulrich Löb (Grüne) kritisierten, dass, wenn man dem Discounter Aldi eine Chance gebe, aufs Lucia-Gelände umzuziehen, dies ein Nachteil für den Standort Bleckeder Landstraße sei. Doch Anfang August hatte der Bauausschuss mehrheitlich für das Gutachten gestimmt. Nun hat der Rat das letzte Wort. In der Vorlage heißt es: Für die Umsetzung der beschriebenen Einzelhandelsentwicklungen seien nach dem Beschluss Bebauungspläne aufzustellen.