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Strahlende Gesichter nach der Ehrung: (v.l.) Sparkassen-Vorstand Thomas Piehl, Stiftungsrats-Vorsitzende Renate Backhaus, T.U.N.-Vorsitzender Joachim Hackradt, Vereins-Schatzmeisterin Susanne Puschmann und Landrat Manfred Nahrstedt. Foto: t&w
Strahlende Gesichter nach der Ehrung: (v.l.) Sparkassen-Vorstand Thomas Piehl, Stiftungsrats-Vorsitzende Renate Backhaus, T.U.N.-Vorsitzender Joachim Hackradt, Vereins-Schatzmeisterin Susanne Puschmann und Landrat Manfred Nahrstedt. Foto: t&w

Innovationen für Umweltschutz

rast Lüneburg. Der mit 2500 Euro dotierte Freyja-Scholing-Preis der Sparkassenstiftung Lüneburg für Natur- und Umweltschutz stellt Menschen in den Mittelpunkt, die sich mit großem Engagement für den Umwelt- und Naturschutz in der Region stark machen. Preisträger 2014 ist der Verein T.U.N. (Technik-Umwelt-Natur), der ,,unter anderem Innovationen etwa durch die Umweltmesse im Clamart-Park oder die Umwelt-Filmtage fördert“, wie Landrat Manfred Nahrstedt bei der Preisverleihung im Festsaal des Kreishauses betonte. Den Preis nahm T.U.N.-Vorsitzender Joachim Hackradt entgegen. Freyja Scholing selbst hatte den Verein 1984 gegründet und war auch 1. Vorsitzende.

Manfred Nahrstedt: ,,Freyja Scholing war eine starke und streitbare Persönlichkeit, sie galt als das Öko-Gewissen des Landkreises und weit darüber hinaus.“ Zu ihren Visionen für die Nachhaltigkeit hätten beispielsweise Windkraftanlagen gehört. Anlässlich ihres 100. Geburtstages hatte die Sparkassenstiftung beschlossen, den ihr gewidmeten Preis auszuloben. Erster Preisträger 2012 war der Verein Trinkwasserwald, 2013 ging der Preis an Dr. Wolfgang Biederstedt für sein Engagement bei der Durchführung der Lüneburger Umwelt-Filmtage. Der Landrat wie auch Laudatorin Renate Backhaus als Vorsitzende des Stiftungsrates skizzierten Stationen von Freyja Scholing: Geboren am 16. Oktober 1912 in Ostpreußen, stand sie wie keine andere für drei Ziele: Schutz der Umwelt, eine gerechte Welt und ein Zusammenleben ohne Waffen. Diesen Zielen blieb die Mitbegründerin der Grünen im Bund und in Niedersachsen Zeit ihres Lebens treu. 2001 kehrte sie den Grünen den Rücken, als diese im Bundestag für den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan stimmten. Auch in der Kommunalpolitik war Freyja Scholing stark aktiv, sie saß bis 1986 im Samtgemeinderat Ilmenau und bis 1987 im Kreistag. Am 22. Januar 2005 starb sie im Alter von 92 Jahren.

Renate Backhaus: ,,1984 stellte Freyja sich in Sachen Umwelt die Frage: Was tun?“ und gründete den Verein T.U.N., aus dem nach ihrem Tode auch Initiativen wie DialogN und die Lüneburger Nachhaltigkeitstage hervorgingen. Der Verein um den Vorsitzenden Joachim Hackradt verfolgt, wie es in seiner Satzung heißt, ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke: ,,Insbesondere will er eine an die Naturordnung angepasste Lebens- und Wirtschaftsweise wiederbeleben und fördern.“ Laut Backhaus war der Verein in seiner Anfangsphase dem Kreishaus nicht immer genehm: ,,Heute arbeiten wir auf Augenhöhe zusammen.“ Dass es bei der Umsetzung der Nachhaltigkeits-Idee nicht immer einfach sei, machte sie an zwei Beispielen deutlich an der Flächenbebauung in Neubaugebieten wie dem Hanseviertel und am aktuell heftigen Protest im Roten Feld gegen Neubaupläne.

Nach dem Festakt plauderten die Gäste bei einem Abendessen noch lange mit Mitgliedern des Vereins über dessen Wirken und Pläne.