Mittwoch , 28. September 2016
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Das Kunsthotel Residenz soll größer werden. Foto: t&w
Das Kunsthotel Residenz soll größer werden. Foto: t&w

Übernachten in der Schwebe

us Lüneburg. Seit 35 Jahren gibt es das Lüneburger „Kunsthotel Residenz“ am Munstermannskamp, nun soll es eine optische Auffrischung erhalten und erweitert werden. Geplant ist ein Anbau mit 18 Zimmern und Wellnessbereich. Für den Erweiterungsbau will Eigentümer Rainer Adank neue Wege gehen: Der Anbau, bestehend aus zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss, soll zum Teil auf Pfählen errichtet werden und über der Böschung der Bahnlinie schweben, die nördlich des Grundstücks verläuft.

„Als wir vor 35 Jahren das Hotel planten, war die Situation noch eine andere“, erläutert Adank den Grund für den Anbau. „Reisegruppen, die damals zu uns kamen, konnten wir gut unterbringen. Heute sind die Reisebusse und damit auch die Gruppen größer geworden mit der Folge, dass wir entweder den Reisegruppen oder unseren Stammgästen absagen müssen.“ Für Hotelbetreiber, die um Auslastung bemüht sind, eine wenig zufriedenstellende Situation.

Die Ansicht zeigt links den über der Böschung schwebenden Anbau und rechts den erneuerten Altbau mit Zugang vom Munstermannskamp. Grafik: adank
Die Ansicht zeigt links den über der Böschung schwebenden Anbau und rechts den erneuerten Altbau mit Zugang vom Munstermannskamp. Grafik: adank

Mit dem Anbau soll die Zimmerzahl von derzeit 30 auf dann 46 erhöht werden, 18 davon sollen in den beiden geplanten Vollgeschossen im ersten und zweiten Stock entstehen mit Balkon und Blick in den Kurpark. Im darüberliegenden Staffelgeschoss ist der Wellnessbereich mit Terrasse vorgesehen, der sich jetzt noch im Untergeschoss des Vorderhauses befindet. Ein drei Meter breiter, verglaster Zwischenbau verbindet Neu- mit Altbau, er selbst soll an die Architektur des Neubaus angepasst und energetisch optimiert werden. Rund drei Millionen Euro will Adank ausgeben.

Weil die Zufahrt zur Anlieferung hinter dem Hotel und zu den Grundstücken der Nachbargebäude erhalten bleiben muss, soll der Anbau teilweise auf Pfählen errichtet werden. Da er weit über die angrenzende Bahnböschung hinausragt, scheint er regelrecht über dem Gelände der Bahnlinie zu schweben, die nördlich des Grundstücks vorbeiführt. Einen Teil der Böschung, rund 260 Quadratmeter, will Adank von der Osthannoverschen Eisenbahn (OHE) erwerben, „vertraglich sind wir uns auch schon einig“, sagt der Investor. Was jetzt noch fehle, sei die Baugenehmigung der Stadt. Der entsprechende Antrag werde derzeit geprüft, dazu gehöre auch, mögliche Einwendungen der Anwohner zu berücksichtigen, wie Stadtpressesprecher Daniel Steinmeier erklärte.

Auch Rainer Adank versichert, Nachbarn und Anwohner in die Neugestaltung des Hotels einbinden zu wollen. Dazu seien die Betroffenen vor gut drei Wochen zu einer Informationsveranstaltung eingeladen worden. „Wir hatten auch überlegt, nach vorn zur Straße hin zu erweitern, dies aber aus Rücksicht auf die Nachbarn verworfen, weil wir ihnen nicht Sonne und Sicht nehmen wollen.“ Er betonte, offen zu sein für Anregungen, „die ins Konzept passen und die wir erfüllen können“.

Ob durch den Anbau Bäume betroffen seien, die durch die Baumschutzsatzung geschützt seien, werde derzeit geprüft. „Sollten geschützte Bäume gefällt werden müssen, werden wir selbstverständlich für Ersatzpflanzung sorgen, sofern möglich, auch auf dem Hotelgrundstück“, erklärt Adank. Der Kurpark selbst sei von der Baumaßnahme nicht betroffen, „den rühren wir natürlich nicht an“. Auch für ausreichend Stellplätze sei gesorgt, der zusätzliche Bedarf werde durch hoteleigene Plätze auf dem e.novum-Gelände auf der gegenüberliegenden Straßenseite gedeckt. Adank hofft, im Frühjahr mit den Bauarbeiten beginnen zu können, für die sechs Monate eingeplant seien.

One comment

  1. Übernachten in der Schwebe
    wenn man frei von der erdanziehung ist, ist das gut für den rücken. ob die kunden das schielen bekommen, wenn sie auf den sogenannten kurpark schauen? wo gibt es da eigentlich noch eine kur? die salztherme ist doch nur noch ein witz.