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Die beste Lösung für Radfahrer wäre aus Sicht des CDU-Politikers Dr. Gehard Scharf der Ausbau des Radweges an der südlichen Seite der Erbstorfer Landstraße. Doch daraus wird vorerst nichts. Foto: t&w
Die beste Lösung für Radfahrer wäre aus Sicht des CDU-Politikers Dr. Gehard Scharf der Ausbau des Radweges an der südlichen Seite der Erbstorfer Landstraße. Doch daraus wird vorerst nichts. Foto: t&w

Kurzer Radweg, langer Ratsweg

as Lüneburg. Die Erbstorfer Landstraße ist eine stark befahrene Straße. Gefährlich wirds, wenn Radfahrer versuchen, die Straße zu überqueren, um in den Fuchsweg zu gelangen. Deshalb plädierte Dr. Gerhard Scharf (CDU) gestern Abend, 20. November, im Rat in einem Antrag dafür, dass auf der südlichen Seite der Straße der Radweg um ein Reststück von 40 Metern ergänzt wird. „Das Ziel muss sein, dass Schüler sicher zum Fuchsweg kommen.“ Sicherheit für Radler hat auch für Heiko Dörbaum (SPD) höchste Priorität. Doch eine schnelle Lösung sei nicht möglich, da erst Abstimmungen mit der Landesforst und dem Bund über die Wegerechte erfolgen müssten, sagte Dörbaum mit Blick auf eine Stellungnahme der Verwaltung. Das Thema wurde in den Verkehrsausschuss überwiesen.

Im Verkehrsausschuss sei das Thema bereits behandelt worden, sagte Dr. Scharf. „Es hieß, wir werden das prüfen.“ Aber über eine Prüfung scheine man nicht hinausgekommen zu sein. Eine Zählung in den Morgenstunden habe lediglich ergeben, dass 36 Prozent der Radfahrer vom Bau eines Radwegstückes von der Ampelanlage bis zum Fuchsweg profitieren würden. „Der Vorschlag der Verwaltung, eine Querung in Höhe des Fuchsweges einzurichten, ist nur die zweitbeste Lösung“, machte Scharf deutlich. Er habe bereits auch schon mit Vertretern der Landesforsten und der Bundeswehr gesprochen, die signalisiert hätten, dass sie nichts gegen den Bau des Radweges hätten. „Mir scheint eine Lösung relativ schnell umsetzbar.“

Heiko Dörbaum hielt dagegen, der überwiegende Teil der Radler käme laut Zählung aus der östlichen Richtung. „Die müssten dann bis zur Ampel an der Hölderlinstraße und dann wieder auf dem neuen Radweg zurückfahren bis zum Fuchsweg.“ Deshalb sei eine Querung in Höhe des Fuchsweges wie von der Verwaltung vorgeschlagen sinnvoll. Doch auch die ist erst einmal Zukunftsmusik.

Verkehrsdezernent Markus Moßmann erinnerte daran, dass im Zusammenhang mit dem Planfeststellungsverfahren zur A39 eine Veränderungssperre für den Bereich gelte. Das bedeute, dass ein Vorziehen von baulichen Verbesserungen der dortigen Situation momentan gar nicht möglich sei. Dr. Scharf hielt dagegen, dass er schon mit dem Chef der Landesbehörde für Straßenbau gesprochen habe. „Er sagte, er sehe eine Möglichkeit für eine Lösung, dass dort ein Radweg entsteht.“ Ulrich Löb von den Grünen, die sich klar gegen die A39 aussprechen, hielt mit Blick auf die Veränderungssperre Dr. Scharf entgegen: „Wenn die CDU sich nicht so stark für die A39 gemacht hätte, wäre der Radweg schneller umzusetzen.“ Aber natürlich werde man eine Lösung für die Radfahrer finden, versprach Löb.

5 Kommentare

  1. Eine solche „Verbesserung“ erhöht keineswegs die Sicherheit von Radfahrern.
    Damit werden RadfahrerInnen am sinnvollen und sicheren Linksabbiegen gehindert, und zu einem grotesken Umweg gezwungen.

    Statistisch ist eindeutig belegt, daß Radwege nichts zur Sicherheit von Radlern beitragen, sondern im Gegenteil, eine der Hauptursachen für tödliche und lebensgefährliche Unfälle sind.

    Aus genau diesem Grunde, wurde schon vor vielen Jahren die (mit der ReichsStraßenverkehrsordnung 1934 einführte) allgemeine Radwege-Benutzungspflicht in Deutschland aufgehoben.
    Fahrräder sind Fahrzeuge und Fahrzeuge fahren auf den Fahrbahnen!
    Genau dort sind RadlerInnen, jedenfalls Innerorts, auch wesentlich sicherer und komfortabler unterwegs.

    Wenn die Stadt etwas für die Sicherheit der Radler auf der Erbstorfer Straße tun, möchte, muß sie vor allem den dort angeordneten Zwang zum, Fahren auf dem Radweg aufheben.
    Denn dieser Radweg-Zwang verursacht doch erst das „Problem“ für Radler, in den Fuchsweg zu gelangen.
    Dann können Radler, sich wie alle anderen Fahrzeuge auch, ganz normal links einordnen um in den Fuchsweg abzubiegen.
    Die Stadt ist natürlich nicht gehindert, den übrigen Verkehr durch das entsprechende Verkehrsschild auf die (abbiegenden) Radler hinzuweisen.
    Diese einfache Lösung bietet sich auch deshalb an, weil Pendler aus den östlich gelegenen Gemeinden, dem bundeweiten Trend folgend, durch die vermehrte Nutzung von komfortablen und preiswerten elektrisch unterstützten Fahrrädern (Pedelecs) in den nächsten Jahre vermehrt vom Auto auf’s Rad umsteigen werden.

    • Danke für den Beitrag, Karsten! Ich habe eine kleine, aber wichtige Korrektur: Linksabbiegen ist für Radfahrer unabhängig von geradeaus führenden Radwegen immer auf der Fahrbahn möglich, egal, ob die Radwege blau ausgeschildert sind oder nicht. Nur wenn es eine benutzungspflichtige Radführung für Linksabbieger gibt, ist diese auch zu benutzen.

  2. einfache lösung? spätestens, wenn ein radfahrer über den haufen gefahren wurde, ist das einfache beendet. radfahrer bei tempo 30 ist gerade noch sicher. wer will auf der erbstorfer landstrasse 30 fahren?

    • Auch in Lüneburg werden signifikant mehr Radler auf Radwegen (auch tödlich) verletzt, als beim Radeln auf Fahrbahnen.
      Auf den meisten Straßen sind sowiso keine Radwege. Nach ihrer Logik müßten ja massenhaft Radfahrer „über den Haufen gefahren werden“.

      Das wäre im Übrigen auch eine Bankrotterklärung für Kraftfahrer, würde es doch bedeuten,daß das Führen eines Kraftfahrzeuges nicht möglich ist, ohne andere Verkehrsteilnehmer ständig zu gefährden.

      Die Radwegbenutzungspflicht wurde 1934 erklärtermaßen in die Reichsstraßenverkehrsordnung aufgenommen, um die Propagandawirkung um die Olympischen Spiele in Berlin zu erhöhen,und die Zuschauer aus aller Welt dadurch zu beeindrucken,daß die Fahrbahnen der deutschen Straßen für die modernen Automobile stets freie Fahrt bieten.
      Daß die Mehrheit der Deutschen dadurch nicht nur massiv in ihrer Mobilität gehindert wurden, sondern die Zahl und Schwere der Unfälle stieg, wurde billigend in Kauf genommen.
      Die Erkenntnis, daß Radwegen NICHT sicherer sind, ist im übrigen nicht neu, und wurde auch von der Lüneburger Polizei schon vor mehreren Jahren festgestellt. (Die LZ berichtete)
      Es ist daher unverständlich,daß Kommunalpolitiker aus dieser Erkentnis nicht die geeigneten Schlüsse ziehen können.

      • viel spaß beim träumen. wer glaubt, wenn man die radwege abschafft, sind radfahrer sicher, glaubt mir zuviel. wenn es dazu keine maßnahmen zur entschleunigung des verkehrs gibt, werden die tödlichen unfälle nur auf die strasse verlagert. es gibt ein beispiel in niedersachsen. in dem ort hat man fußwege und radwege abgeschafft. der verkehr wurde entschleunigt. da hat es geklappt.