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Sie kennen sich inzwischen mit dem Kurpark aus und wissen, wie er klingt: (v.l.) Emma, Mailin, Till und Anna haben ein halbes Jahr an dem ersten Audio-Guide durch den Lüneburger Kurpark gearbeitet. Foto:  t&w
Sie kennen sich inzwischen mit dem Kurpark aus und wissen, wie er klingt: (v.l.) Emma, Mailin, Till und Anna haben ein halbes Jahr an dem ersten Audio-Guide durch den Lüneburger Kurpark gearbeitet. Foto: t&w

Kurpark-Genuss fürs Ohr +++ mit LZplay-Video

us Lüneburg. Neu in Lüneburg? Schon mal im Kurpark gewesen? Noch nicht? Macht nichts, Lüneburgs beliebten Innenstadt-Park kann man jetzt auch online erleben, besser gesagt: erhören. Möglich macht dies ein akustischer Führer, den die vier Lüneburger Schüler Anna, Emma, Mailin und Till erstellt haben und den sie „Audio-Guide“ nennen. 13 Minuten lang führen sie dabei jeden, der über einen Internetzugang verfügt, zu den schönsten und wichtigsten Stationen in Lüneburgs historischer Parkanlage. Mit eigenen Wortbeiträgen, Interviews und Original-Kurparkklängen informieren sie über Entstehung und Bedeutung der Grünanlage.

„Wir waren am Gradierwerk, am Springbrunnen, auf dem Spielplatz und an der Konzertmuschel“, berichtet Till. Seine Mutter hatte von dem Projekt, das sich „Offene Medienarbeit“ nennt und von der Mobilen Medienarbeit Lüneburg angeboten wird, aus der Zeitung erfahren. Der Elfjährige und seine Zwillingsschwester Mailin fanden das Thema interessant und beschlossen, „da gehen wir hin!“.

Im April ging es los, zusammen mit der zwölfjährigen Emma trafen sie sich von April an einmal wöchentlich in den Räumen der Mobilen Medienarbeit in der Lauensteinstraße, später stieß auch noch Anna dazu. „Zuerst haben wir diskutiert, wofür wir den Audio-Guide machen wollten“, berichtet Mailin. Denn welchen Ort die Jugendlichen sich bei diesem Projekt aussuchen, ob Kurpark, Stint, Ilmenau oder ein anderer Ort in Lüneburg, war ihnen allein überlassen. „Auch das gehört zum Konzept der offenen Medienarbeit“, erläutert Georg Gunkel-Schwaderer vom Jugendverband SJD – Die Falken. Seit vielen Jahren bietet er die mobilen Medienprojekte an, deren Ziel es ist, „aktiv mit Medien zu arbeiten, statt nur Medieninhalte zu konsumieren“, wie er sagt.

Richtig aktiv wurde das jugendliche Vierergespann dann auch. Mit Mikrofon und Aufnahmegerät ausgestattet marschierten sie los, interviewten Kurpark-Besucher und sammelten ein, was der Park akustisch hergab. „Man kann die Fontäne rauschen hören und die tobenden Kinder auf dem Spielplatz“, berichtet Emma. Auch zur Geschichte des Kurparks haben sie vieles zusammengetragen, „dabei hat uns der Stadtarchäologe Herr Ring sehr geholfen“, erzählt Anna. Sie war vor allem an den anschließenden Arbeiten beteiligt, denn die Vier übernahmen auch das Schneiden und Montieren sowie das Unterlegen der Tonaufnahmen mit Hintergrundmusik. Zum Schluss wurde alles auf die frei zugängliche Audioplattform Audiyou hochgeladen, wo Anna, Emma, Mailin und Till bereits auf über 100 Klicks stolz sind.

„Zu Anfang sah das alles ziemlich kompliziert aus am PC, aber es hat richtig Spaß gemacht“, erzählt Anna. Sie und Emma haben sich auch schon für die nächste Medienarbeit angemeldet, dann soll ein Fotomemory produziert werden. „Es sind noch Plätze frei“, sagt Georg Gunkel-Schwaderer, die Treffen finden immer montags um 16 Uhr statt.