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Eingeläutet wurden die 15. Lüneburger Umweltfilmtage im Scala-Kino von Michael Müller, Staatssekretär a.D. (r.) und Organisator Edwin Germer (2.v.r.). Eine Eröffnungsrede hielt auch Landrat Manfred Nahrstedt (2.v.l.) als Schirmherr der Veranstaltung. Foto: t&w
Eingeläutet wurden die 15. Lüneburger Umweltfilmtage im Scala-Kino von Michael Müller, Staatssekretär a.D. (r.) und Organisator Edwin Germer (2.v.r.). Eine Eröffnungsrede hielt auch Landrat Manfred Nahrstedt (2.v.l.) als Schirmherr der Veranstaltung. Foto: t&w

Umweltfilmtage: Die Grenzen des Wachstums +++ mit Kino-Programm

mm Lüneburg. Für Edwin Germer sind die 15. Lüneburger Umweltfilmtage das erste Mal, das erste Mal in einer neuen Rolle. Denn der pensionierte Lehrer trat in die Fußstapfen von Wolfgang Biederstedt als Cheforganisator des zweitägigen Umweltprogramms im Scala-Kino. Ein Jahr Vorbereitung nutzte Germer für leichte Veränderungen. Gestern war Eröffnung. Zur Begrüßung fesselte Gast Michael Müller, ehemals Staatssekretär im Umweltministerium, die Zuhörer im Kinosaal mit einem Parforceritt durch die Historie der Welt. Um zu zeigen: Die Wachstumsspitze sei längst überschritten.

Das „Fetisch Wachstum“ ist Thema der Umweltfilmtage. Dementsprechend stellte Edwin Germer ein Programm auf die Beine. Er entschied sich für einen Filmstrang, in den Vorjahren waren es immer mehrere gewesen. Doch laufen Filme parallel, müssten sich Besucher immer entscheiden, welchen Film sie denn nun schauen wollten. Von fehlender Orientierung sprach auch Gast Michael Müller. Nach seiner Auffassung steckt die Welt in einer Deutungskrise. „Wie kann es sein, dass wir in einer Welt leben, die nicht mehr in der Lage ist, Zusammenhänge zu begreifen und Politik zu machen?“ fragte er. Geschichtslosigkeit sei eine Ursache, Zusammenhänge würden nicht mehr erkannt, auch nicht, dass die Wachstumsphase seit Aufkündigung des Bretton-Woods-Abkommens in den 1970er-Jahren eigentlich vorrüber sei. Wirtschaftliches Wachstum müsse heute aus einer ökologischen Perspektive gesehen werden. Doch: „Wir erleben eine tiefe Orientierungskrise, sind nicht in der Lage die drei große Herausforderungen, die es heute gibt, nämlich die Globalisierung der Märkte, die Digitalisierung der Welt und die ökologischen Grenzen des Wachstums in ihrem Zusammenhang zu begreifen und daraus Konsequenzen zu ziehen“, mahnte Müller.

Um die ökologischen Grenzen des Wachstums dreht sich das Programm der Umweltfilmtage. Organisator Germer studierte dafür tagtäglich das Fernsehprogramm. „Ich habe auf die dritten Programme und Arte geschaut, da laufen die besten Dokumentationen“, sagte der 65-Jährige. Bei den Umweltfilmtagen „werden Filme gezeigt, die nicht mehr ganz so streng und vorwurfsvoll sind, sondern über die sich besser diskutieren lässt“ erklärte er.

Schon im Vorfeld habe es Diskussionen gegeben. Es ging um den Film „Avatar – Aufbruch nach Pandora“. Schüler des Gymnasiums Oedeme hatten das Werk von James Cameron im Unterricht als Umweltfilm behandelt. Umweltfilm? „Ja, es geht um einen schonungslosen Umgang der Menschen mit der Umwelt und natürlichen Ressourcen“, sagt Germer. Auch werde der Film gezeigt, „weil wir bei den Umweltfilmtagen ein jüngeres Publikum ansprechen wollen.“

Aber auch Erwachsene. Germer wählte dafür unter anderem den Film „Der Banker: Master of the Universe aus“, der heute, Montag, um 20 Uhr im Scala-Kino läuft. Der Eintritt kostet sieben Euro für Erwachsene, fünf Euro für Jugendliche unter 15 Jahren. Mehr Informationen zu den einzelnen Filmen gibt es unter www.scala-kino.net.

Das läuft heute

  • 15 Uhr, Filmblock 6: Das Meer – unterschätzt und verkannt ⇒„Unsere Meere – schön und gefährdet“; „Planet Plankton – Die Saat des Menschen“ Diskussion mit dem Biologen Frank Schweikert, Moderation: Reinhart Günzel
  • 17.30 Uhr, Filmblock 7: Wo Bio draufsteht, ist auch Bio drin!?⇒ „Die Bio-Illusion – Massenware mit Öko-Siegel“ Moderation: Christiane Schubert
  • 20 Uhr, Filmblock 8: Gordon Gecko lässt grüßen ⇒„Der Banker: Master of the Universe“’ Diskussion mit Karl Reinhold Mai, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Lüneburg, Moderation: Ruth Rogée.