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Das Mäxx an der Schröderstraße bleibt in den Schlagzeilen, die Vergangenheit lässt das Mäxx nicht los. Jetzt geht es um Untreue. Foto: A./t&w
Das Mäxx an der Schröderstraße bleibt in den Schlagzeilen, die Vergangenheit lässt das Mäxx nicht los. Jetzt geht es um Untreue. Foto: A./t&w

Auf der Suche nach 600000 Euro

ca Lüneburg. Gerade arbeitet das Café Mäxx unter einem neuen Betreiber an einem Neubeginn, der auch einen klaren Schnitt zu den vormaligen Wirten bedeutet. Doch die Vergangenheit des Lokals beschäftigt erneut die Ermittlungsbehörden. Es geht um Untreue in den Jahren 2012/13. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lüneburg, Angelika Klee, bestätigt: „Ja, wir ermitteln.“ Die Oberstaatsanwältin sagt, die Vorwürfe richteten sich gegen die ehemalige Betreibergesellschaft Levante GmbH. Im Fokus stehe nicht der Geschäftsführer, sondern „eine dritte Person“. Ermittlerkreise gehen von einem Gesellschafter aus.

Ins Rollen gebracht hat die Sache der Hamburger Insolvenz­verwalter Henning Sämisch. Der war Anfang des Jahres vom Amtsgericht als Verwalter eingesetzt worden. Die Levante GmbH war Krankenkassenbeiträge schuldig geblieben. Die konnte sie zwar ausgleichen, doch dann meldete sich das Finanzamt und meldete Forderungen an. Dem Vernehmen nach eine sechsstellige Summe. In einem Insolvenzverfahren prüft der Verwalter ein Unternehmen auf Herz und Nieren. Findet er Unregelmäßigkeiten, informiert er die Justiz. Das hat er in diesem Fall getan. Doch Sämisch hält sich bedeckt: Er habe seine Ergebnisse weitergegeben, zu Einzelheiten wolle er keine Stellung nehmen.

In den Büchern sollen einige Punkte zu finden sein, die da­rauf schließen lassen, dass Einnahmen nicht immer im Sinne des Unternehmens verwandt wurden. Oberstaatsanwältin Angelika Klee sagt, die Strafverfolgungsbehörde gehe aktuell von einem Schaden von rund 600000 Euro aus.

Zwei Beispiele: Ein hoher Betrag soll angeblich verschwunden sein, nachdem die Krankenkasse ihren Insolvenz­antrag zurückgezogen hatte. Die Levante GmbH hatte ausstehende Beiträge nachentrichtet. Als Verwalter Sämisch zwei Wochen später aufgrund des nächsten Insolvenzantrages wieder an Bord kam, soll er sich über eine „Entnahme“ aus der Kasse gewundert haben: angeblich 130000 Euro. Sämisch will das ebensowenig kommentieren wie eine Rechnung über mehrere Tausend Euro, die ein Sylter Juwelier der Levante GmbH gestellt haben soll.Inzwischen sieht die Staatsanwaltschaft einen Anfangsverdacht gegen Akteure der Levante GmbH und hat Ermittlungen eingeleitet.

Wie berichtet, besteht ein Haftbefehl gegen den Vorgänger der Levante GmbH, Mehmet S. Er soll Steuern in mehrfacher Millionenhöhe hinterzogen und sich dann in die Türkei abgesetzt haben. Dort konnten Lüneburger Zielfahnder ihn zwar ausfindig machen, aber nicht festsetzen lassen. Die Türkei hatte auf ein Auslieferungsersuchen geantwortet, diese Form der Steuerhinterziehung sei dort nicht strafbar.